Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Evangelischer Kirchentag verteidigt Einladung an AfD

Berlin Evangelischer Kirchentag verteidigt Einladung an AfD

Was die Katholiken vor einem Jahr ablehnten, packen jetzt die Protestanten: Zu ihrem Kirchentag laden sie auch die AfD ein. Dialog sei die Grundhaltung des Kirchentags, sagte Präsidentin Christina Aus der Au.

Voriger Artikel
Förderprogramm soll Behinderte in Arbeit bringen
Nächster Artikel
Neues Sperrgebiet nach Fall von Vogelgrippe bei Schwan in Ostsachsen

Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au

Quelle: dpa

Berlin. Zum Reformationsjubiläum sucht der Deutsche Evangelische Kirchentag das Gespräch mit Andersdenkenden und geht dabei auch auf die AfD zu. Im Gegensatz zum Katholikentag in Leipzig haben die deutschen Protestanten auf ihrem Berliner Treffen Ende Mai eine AfD-Politikerin eingeladen. Anette Schultner, Vorsitzende der Bundesvereinigung Christen in der AfD, komme aber nicht wegen ihres Parteibuchs, sondern weil sie die Christen in der Alternative für Deutschland (AfD) vertrete, sagte Generalsekretärin Ellen Ueberschär am Dienstag bei der Vorstellung des Kirchentagsprogramms. Dabei wolle man „Klartext“ reden. Der Kirchentag solle die Stärke des „liberalen Protestantismus„ unter Beweis stellen.

Schultner soll auf einer Podiumsrunde mit dem Berliner Landesbischof Markus Dröge diskutieren. Gegen die Einladung regt sich indes Widerstand, im Internet läuft eine Unterschriftensammlung dazu. Dialog sei die Grundhaltung des Kirchentags, sagte hingegen Präsidentin Christina Aus der Au. „Angst ist kein politisches Argument.“ Man wolle in „reformatorischer Gelassenheit“ einander zuhören und mit „protestantischem Selbstverständnis“ streiten.

Unter dem Motto „Du sieht mich“ werden zum Kirchentag von 24. bis 28. Mai in Berlin mehr als 100 000 Menschen erwartet. Zu den Gästen zählen unter anderem Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der SPD-Vorsitzende Martin Schulz.

Auch Menschenrechtler aus Polen, Russland und der Ukraine sollen zu Wort kommen und „in Zeiten des Rechtspopulismus“ über den Zustand der Zivilgesellschaft berichten.

Nach dem Berliner Auftakt mit Gottesdiensten am Reichstag, dem Brandenburger Tor und dem Gendarmenmarkt plant der Kirchentag an den Folgetagen Podiumsrunden und andere Veranstaltungen auf dem Messegelände.

Auf der Bühne am Brandenburger Tor stehen während des Kirchentags Konzerte auf dem Programm. Zu dem Festgottesdienst zum Abschluss werden dann am 28. Mai vor den Toren der Lutherstadt Wittenberg mehr als 200 000 Menschen erwartet.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag besteht seit 1949 und findet alle zwei Jahre in einer anderen deutschen Stadt statt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Mitteldeutschland
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr