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Mitteldeutschland Erstochener Deutscher in Chemnitz - Tatverdächtige sagen aus
Region Mitteldeutschland Erstochener Deutscher in Chemnitz - Tatverdächtige sagen aus
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12:19 03.09.2018
Blumen und Kerzen am Tatort: Trauer um den 35 Jahre alten Daniel H., der in Chemnitz erstochen wurde. Die mutmaßlichen Täter sagen nun offenbar aus. Quelle: dpa
Chemnitz

Im Fall des vor gut einer Woche in Chemnitz getöteten Daniel H. haben die beiden Tatverdächtigen in den Vernehmungen Aussagen zu den Vorwürfen gemacht. „Sie haben sich eingelassen“, sagte Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, am Montag. Zu den Einzelheiten mache sie jedoch keine Angaben.

Es gebe bislang noch keine Erkenntnisse zum Anlass des Streits, der den tödlichen Messerstichen vorangegangen ist. „Nach gegenwärtigem Ermittlungsstand kann man lediglich ausschließen, dass eine Belästigung oder ausländerfeindliche Motive Auslöser der Tat waren“, so die Oberstaatsanwältin weiter.

Notwehr wird ausgeschlossen

Notwehr war bereits bei der Beantragung der Haftbefehle ausgeschlossen worden. Die Tatverdächtigen hätten „ohne rechtfertigenden Grund mehrfach mit einem Messer auf einen 35-jährigen Deutschen eingestochen“.

Am letzten August-Sonntag waren am frühen Morgen der 35-Jährige Daniel H. getötet und zwei weitere Deutsche bei der Messerattacke teils schwer verletzt worden. Einer der beiden Verletzten war in der vergangenen Woche bereits aus dem Krankenhaus entlassen worden. Als Tatverdächtige sitzen ein Syrer und ein Iraker in Untersuchungshaft. Ihnen wird gemeinschaftlicher Totschlag vorgeworfen.

Innenausschuss tagt

Die Krawalle nach der tödlichen Messerattacke und das Verhalten der Polizei beschäftigen ab Montag auch den Landtag. Innenminister Roland Wöller (CDU) soll Auskunft geben, warum die Polizei trotz erkennbarer Mobilisierung der rechten Szene nicht mit ausreichenden Kräften vor Ort war.

Konzert gegen Rechts

Nach Großdemonstrationen am Samstag mit mehr als 11.000 Teilnehmern findet am Montag, 3. September, ein großes Gratis-Konzert gegen Rechts statt. Die Bands Feine Sahne Fischfilet, Kraftklub, Trettmann, K.I.Z und andere treten auf. Zehntausende Konzertgäste aus ganz Deutschland werden erwartet.

Von LVZ