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Mitteldeutschland Erstmals Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler in Sachsen
Region Mitteldeutschland Erstmals Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler in Sachsen
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15:25 19.06.2018
Jens Baumann Quelle: Carola Fritzsche
Dresden

Vertriebene und Spätaussiedler in Sachsen haben erstmals einen eigenen Beauftragten: Der Geograf Jens Baumann (52) ist am Dienstag in Dresden in das neue Amt eingeführt worden. Der 52-Jährige werde „Ansprechpartner in herausgehobener Stellung für die Interessen der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler“ sein, erklärte der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU). „Diese Menschen haben unser Land nachhaltig geprägt, ihm wirtschaftliche, kulturelle und soziale Impulse gegeben“, fügte er hinzu.

Der 1965 in Dresden geborene Baumann soll dem Innenministerium zufolge die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ressorts und Verbänden koordinieren. Vergleichbare Landesbeauftragte gibt es in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg sowie beim Bund.

Baumann will nach eigenen Angaben Vertriebene und Spätaussiedler stärker in die Öffentlichkeit holen. „Sie sollen sich angenommen und mitgenommen fühlen“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Dresden. Unter anderem solle es mehr Zeitzeugengespräche geben. Von diesen Menschen „kann man lernen“, betonte er. Wichtig sei ihm zudem die grenzüberschreitende Arbeit mit Initiativen in den Nachbarländern Polen und Tschechien.

Baumann studierte in seiner Heimatstadt Pädagogik und promovierte im Fach Geografie. Er absolvierte zudem eine Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt. Seit 1992 ist Baumann im sächsischen Innenministerium als Referent unter anderem im Bereich Förderung und Bewahrung des gemeinsamen kulturellen Erbes tätig. Außerdem ist er Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Chemnitz, der Hochschule Meißen sowie Gastdozent an der Universität Breslau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sind dem Innenministerium zufolge mehr als eine Million Heimatvertriebene und Aussiedler nach Sachsen gekommen. Schätzungen gehen davon aus, dass ihr Bevölkerungsanteil heute bei rund fünf Prozent der insgesamt rund vier Millionen Sachsen liegt. Derzeit seien etwa 5.000 der Vertriebenen und Spätaussiedler in Sachsen in Verbänden organisiert.

epd

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