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Erste Störche zurück in Sachsen

Viele Verluste im Vorjahr Erste Störche zurück in Sachsen

Vorboten des Frühlings: Ein alter Bekannter hat schon zeitig seinen Horst im Kreis Leipzig bezogen. Das Gros der Störche kommt aber erst noch aus dem Süden. 2016 war für Adebar kein gutes Jahr.

Ein Storch sitzt auf einem Strommasten im Nest. Bei frühlingshaften Temperaturen kehren die Störche aus dem Winterquartier in Südeuropa nach Deutschland zurück.

Quelle: dpa

Dresden. Die ersten Störche sind zurück in Sachsen. Ein bereits seit mehreren Jahren in Syhra (Landkreis Leipzig) brütender Weißstorch wurde am 6. Februar als vermutlich erster Rückkehrer auf einer Esse gesichtet, sagte der ehrenamtliche Storchenbetreuer für Leipzig, Uwe Seidel, der dpa. Er gehört zum Team „Sachsenstorch“, das auf der gleichnamigen Internsetseite Neuigkeiten rund um den Weißstorch im Freistaat veröffentlicht.

Der Storch aus Syhra wurde bereits als Jungtier mit einem Ring versehen und ist seit 2009 regelmäßiger Gast in Sachsen. In den vergangenen Jahren gehörte das Tier immer zu den ersten Rückkehrern aus dem Süden.

In der Regel kommt die große Welle der Störche erst im März nach Sachsen. „Das hängt aber immer von der Wetterlage und der entsprechenden Thermik ab“, erklärte Sylvia Siebert vom Naturschutzinstitut Dresden. Zwischen 150 und 300 Kilometer pro Tag schaffen die Tiere in der Regel, wenn sie von ihren Winterquartieren in Afrika oder Spanien zurückkehren. Mittlerweile überwinterten aber immer mehr Störche in Spanien, weil der Weg nicht so weit sei und die Störche dort bessere Nahrung fänden.

In Riesa und Umgebung wartet der ehrenamtliche Storchenbeauftragte Olaf Gambke auf seinen Einsatz. Noch seien alle Storchennester gefroren, berichtete Gambke. Anfang März will er damit beginnen, rund 20 Nester im Revier für die Störche zu reinigen und herzurichten. In der Regel reicht das aus. Für den Fall, dass es doch mehr Weißstörche in die Region zieht, will Gambke zehn zusätzliche Horste vorbereiten.

Während andere Storchenbeauftragte über Verluste im Vorjahr klagten, zeigte sich Gambke mit dem Storchenjahrgang 2016 recht zufrieden. Rund zwei Junge pro Paar zählte er im Schnitt, 19 Paare brüteten insgesamt in Riesa und Umgebung. In drei Fällen allerdings wurde die Brut durch Storchenkämpfe vernichtet.

Ein Problem, von dem Sylvia Siebert in ganz Sachsen berichtet. „Die große Anzahl von Horstkämpfen forderten im vergangenen zahlreiche Opfer.“ Die Ursache sieht die Expertin in der weit versetzten Ankunft der Tiere: Während die ersten Störche im Februar landeten, kamen manche Nachzügler wegen ungünstiger Witterung erst Ende April. Da war so mancher Horst mit dem Storchenpartner schon vergeben, Kämpfe unter den Rivalen entbrannten. Zudem machen Adebar zunehmend aggressive Nilgänse zu schaffen, die sich auch in Sachsen ausbreiten.

2016 wurden 308 Brutpaare mit 497 Jungen in Sachsen gezählt - rechnerisch kommen damit 1,6 Junge auf jedes Storchenpaar. Der langjährige Abwärtstrend der Brutpaare setze sich damit fort, so Siebert. Um die Population zu erhalten, wären mindestens zwei Jungtiere pro Paar notwendig. Dass es weniger Jungstörche gibt, hat auch mit dem Nahrungsmangel und Monokulturen in der Landwirtschaft zu tun. 2015 wurden 347 Brutpaare mit 618 Jungen in Sachsen gezählt.

dpa

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