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Mitteldeutschland Ende für Solarworld – Hoffnung für Freiberg
Region Mitteldeutschland Ende für Solarworld – Hoffnung für Freiberg
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09:01 14.09.2018
Solarzellen-Qualitätsprüfung im Solarworld-Werk Freiberg. Quelle: dpa
Bonn/Freiberg

Deutschlands einst größter Solarzellen-Hersteller Solarworld hat nach der zweiten Insolvenz innerhalb weniger Monate die Produktion komplett eingestellt. Auch im sächsischen Freiberg werden keine Solarmodule mehr gefertigt, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Christoph Niering sagte. Dort seien Ende vergangener Woche die Maschinen abgestellt worden. Im Werk Arnstadt in Thüringen war die Fertigung von Solarzellen schon vor einigen Monaten gestoppt worden.

In Freiberg sieht der Insolvenzverwalter noch eine Chance, die Produktion wieder aufzunehmen. „Wir verhandeln mit einem Investor“, sagte Rechtsanwalt André Dobiey. „Er hat Interesse, die Produktion fortzuführen und würde auch die Mitarbeiter weiterbeschäftigen.“ Die Gespräche dauerten noch bis mindestens Oktober an. Unter anderem müssten Finanzierungsfragen geklärt werden. Die meisten der rund 150 Mitarbeiter der Produktion wechselten bis zum 1. Oktober in eine Transfergesellschaft.

Solarworld hatte im Mai vergangenen Jahres unter dem Druck der extrem billigeren Konkurrenz aus China zum ersten Mal Insolvenz angemeldet. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten gut 3000 Menschen in dem Unternehmen, das einst als Vorzeigebetrieb der deutschen Energiewende galt. Unter dem Namen Solarworld Industries versuchte Firmengründer Frank Asbeck im August 2017 einen Neustart. In diesem März kam aber die erneute Pleite für das Unternehmen mit rund 600 Beschäftigten. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen den Angaben zufolge in Arnstadt (Thüringen), Freiberg (Sachsen) und Bonn (Nordrhein-Westfalen) rund 500 Mitarbeiter.

Für das Werk in Arnstadt gibt es nach Angaben von Dobiey keine Perspektive für eine Wiederaufnahme der Produktion. Dort werde über den Verkauf von Gebäuden und Grundstücken verhandelt und die Versteigerung der Maschinen vorbereitet. Ende Mai hatte Niering noch neue Hoffnung für Solarworld Arnstadt geschürt: Für den Standort gebe es mehr als ein Dutzend Interessenten, sagte er damals.

Die Konzern-Zentrale in Bonn werde geräumt, die wenigen verbliebenen Mitarbeiter zögen in ein Bürocenter.

Von Claus Haffert

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