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Mitteldeutschland Elterngeld in Sachsen gefragt - Auch Väter nehmen sich Zeit für Babys
Region Mitteldeutschland Elterngeld in Sachsen gefragt - Auch Väter nehmen sich Zeit für Babys
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09:06 22.06.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Im vergangenen Jahr haben in Sachsen 90 362 Väter oder Mütter Elterngeld bezogen. Das waren knapp 6000 mehr als im Jahr zuvor, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes (destatis) hervorgeht. Auch die Summe der finanziellen Unterstützung für Eltern, die nach der Geburt zu Hause bleiben, stieg um rund 28 Millionen Euro auf über 330 Millionen Euro an. In 28,4 Prozent der Fälle wurde dabei an die Väter ausgezahlt - für Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) Indiz für einen Wandel beim Rollenbild. „Männer nehmen ihre Väterrolle wahr und ernst“, sagte sie.

Seit 2012 ist Sachsen Spitze, wenn es um die Väterbeteiligung an der Elternzeit geht. Der Anteil an Männern, die in die „Babypause“ gehen, erhöhte sich bis 2014 auf 44,2 Prozent. 2008 nutzte ein Viertel der Väter die Leistung, die fehlendes Einkommen ausgleichen soll. Da mit ElterngeldPlus 2015 die maximale Bezugsdauer von 14 auf 32 Monate ausgeweitet wurde, liegen laut destatis erst Ende 2018 aktuellere Zahlen zur Väterbeteiligung vor.

„Fast jede Mutter nimmt Elterngeld“, sagte eine destatis-Sprecherin. Frauen nähmen auch wesentlich länger eine Auszeit vom Job. Im ersten Quartal 2018 bezogen 45 704 Männer und Frauen in Sachsen Elterngeld, rund 100 mehr als im Vorjahreszeitraum. 14 033 nutzten die mit dem ElterngeldPlus verbundene Möglichkeit, sie sich die Kinderbetreuung zu teilen und bis zu 30 Wochenstunden arbeiten zu gehen. Der Trend nach oben hängt auch mit dem Geburtenboom zusammen, wie ein Sprecher des Sozialministeriums in Dresden erklärte.

2017 pausierten nach Ministeriumsangaben 25 763 Väter beruflich für den Nachwuchs - fast 3000 mehr als im Jahr zuvor. Für viele Eltern hat zumindest für eine Zeit die Familie Priorität vor der Karriere - für 3307 Paare (3,7 Prozent) sogar länger als zwei Jahre. Im Schnitt betrugen die Auszeit 10,9 Monate und die Höhe des Elterngeldes monatlich 657 Euro.

„Familie ist da, wo Menschen bereit sind, füreinander einzustehen und dauerhaft Verantwortung zu übernehmen“, erklärte Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). Auch sie freut sich, dass Väter das Angebot rege nutzen. „Es zeigt auch, wie wichtig die Wahlfreiheit ist und dadurch immer mehr Väter ihre Zeit für die Familie investieren.“ Politik und Wirtschaft haben reagiert, berichtete Ministerkollegin Köpping. „Ein Arbeitgeber gilt für junge Männer und Väter, ebenso natürlich auch für junge Frauen und Mütter, als attraktiv, wenn er akzeptiert, dass die Familienzeit eine wichtige Rolle im Leben von Eltern spielt.“

dpa

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