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Ein Jahr der Superlative für Sachsens Arbeitsmarkt

Neuer Rekord Ein Jahr der Superlative für Sachsens Arbeitsmarkt

Die Wirtschaft floriert, der Arbeitsmarkt boomt, die Beschäftigungsquoten wachsen. Das Jahr 2016 war rein statistisch auch für Sachsen ein Jahr der Superlative. Seit 1991 waren noch nie weniger Menschen ohne Anstellung.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit (Regionaldirektion Sachsen), Klaus-Peter Hansen, hofft auch 2017 auf sinkende Zahlen in der Arbeitslosenstatistik.
 

Quelle: dpa

Dresden. Am Arbeitsmarkt gab es 2016 für die Erwerbslosenzahlen auch in Sachsen nur eine Richtung: nach unten. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote erreichte mit 7,5 Prozent ein Rekordtief.

Agenturfilialen schließen

Das führt nun aber auch dazu, dass manche Arbeitsagenturen nur noch nach Terminvereinbarung öffnen – wie zum Beispiel seit Mitte Dezember die Filialen in Radeberg, Bischofswerda und Niesky. Oder – wie in Geithain im Leipziger Land – 2017 ganz geschlossen werden. „In Geithain“, so Klaus-Peter Hansen, der Chef der Landesarbeitsagentur, am Dienstag in Dresden, sank die Zahl der Kunden unter 200. Die Dienstelle, die schon seit zwei Jahren nur einen Tag in der Woche geöffnet hatte, rechne sich nicht mehr. Und der Standort Borna sei nur 20 Kilometer entfernt. Für Meldungen, dass auch die Geschäftsstelle Radeberg von Schließung betroffen ist, dafür gab es am Abend keine Bestätigung.

Weil die Konjunktur den Rückgang der Erwerbslosenzahlen verstärke, habe die Bundesagentur für Arbeit beschlossen, ab einer Kundenzahl von unter 800 Filialen nur noch nach Termin zu öffnen. In Sachsen werde ein solches Vorgehen für rund 15 Dienststellen geprüft bzw. ist schon in Kraft. Voraussetzung sei, dass ein Standort der Agentur für jeden, der eine persönliche Beratung wünsche, mit öffentlichen Verkehrsmitteln binnen 75 Minuten erreichbar sein muss, so Hansen. Gleichzeitig verwies er auf ein ständig wachsendes Online-Angebot seiner Behörde, das viele Wege überflüssig mache.

Winter pusht Arbeitslosenzahlen

Weil im Dezember Baufirmen, Gärtnereien und Freiluft-Gastronomen für gewöhnlich weniger Arbeitskräfte beschäftigen, waren im letzten Monat des Jahres 2016 rund 147 000 Männer und Frauen im Freistaat ohne Job – 3700 mehr als im November, aber 16 000 weniger als im Dezember des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum November auf 6,9 Prozent (+0,1).

In Dresden kostete der saisonbedingt sinkende Arbeitsaufwand im Dezember 82 Menschen den Job. Damit waren in der Landeshauptstadt 19 275 Menschen arbeitslos gemeldet, die Quote blieb unverändert bei 6,7 Prozent.

Übers Jahr 2016 gerechnet lag die durchschnittliche Zahl der Erwerbslosen in Dresden bei 20 992 und damit um 6,7 Prozent niedriger als noch 2015. Im Mittelwert waren 6462 der Arbeitslosen über 50 Jahre alt, 7,6 Prozent weniger als im Jahr davor. Auch die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank – von 7,9 Prozent im Jahr 2015 auf 7,3 Prozent im vergangenen Jahr.

Optimismus für 2017

Der Chef der Dresdner Agentur für Arbeit, Thomas Wünsche, konstatierte zum Ende des Jahres einen Anstieg der gemeldeten Stellen auf 970. Er sieht in der Landeshauptstadt für 2017 „auf alle Fälle das entsprechende Potenzial“ dafür, dass sich die erfreuliche Entwicklung des zurückliegenden Jahres fortsetzt.

Der Chef der Landesbehörde, Klaus-Peter Hansen, hofft das auch. Sachsenweit werde es 27100 mehr Menschen in sozialversicherungspflichtigen Jobs geben als im zu Ende gegangenen Jahr (Anstieg um 1,8 Prozent von 1.554.700 auf 1.581.800). Die Zahl der Arbeitslosen werde von 157100 um 5900 sinken, was einem Rückgang um fast vier Prozent entspräche.

Demografie: Fluch und Segen

Der Behördenchef verwies darauf, dass an dieser Entwicklung erneut die Demografie zu gut 50 Prozent beteiligt ist. Auch künftig werden deutlich mehr Menschen in Rente gehen als neue Kräfte auf den Arbeitsmarkt strömen. Der aktuellen Bevölkerungsprognose zufolge gehen dem sächsischen Arbeitsmarkt in den nächsten zehn Jahren mehr als 200 000 Menschen verloren. Für die wachsende Fachkräftenachfrage eher ein Grund zum Schwarzsehen.

Hiesige Firmen müssen also zum einen darauf hoffen, für Absolventen von Lehre und Studium attraktiv genug zu sein, zum anderen, dass hiesige Potenziale bei den Arbeitslosen erschlossen werden, dass Rückkehrerprogramme trotz niedrigerer Einkommen im Osten greifen und dass über gesteuerte Zuwanderung aus dem Ausland Fachleute den Weg nach Sachsen finden.

Von Barbara Stock

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