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Dresdner Schüler fragen Eva-Maria Stange: „Ehrlichkeit ist wichtig“

Dresdner Schüler fragen Eva-Maria Stange: „Ehrlichkeit ist wichtig“

Die Aula des Kreuzgymnasiums war gut gefüllt. Vor rund 150 Schülern stand die OB-Kandidatin Eva-Maria Stange (SPD) Rede und Antwort zu ihren Plänen als Stadtoberhaupt.

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Quelle: Anja Schneider

Die DNN geben hier eine kleine Auswahl aus der lebendigen Diskussion wieder.

Frage: Wie sehen Sie die Position des Dresdner Kreuzchores?

Eva-Maria Stange: Für mich ist das Jubiläum nächstes Jahr nicht nur ein Jubiläum des Kreuzchores. Ich würde mich freuen, wenn wir es in der Stadt schaffen, dass Kreuzchor, Kreuzschule und Kreuzkirche das 800. Jubiläum gemeinsam feiern. Dafür soll der Kreuzchor eine Unterstützung bekommen.

Welche Eigenschaften sollte ein OB haben?

Da würde mich interessieren, was Ihr erwartet. Ich denke, Ehrlichkeit ist wichtig. Außerdem Kompetenz im Umgang mit der Verwaltung, den demokratischen Strukturen wie dem Stadtrat und mit den Menschen. Ein OB muss zuhören können und mit den Menschen reden. Und Gelassenheit ist wichtig, weil manches nicht so heiß gegessen, wie es manchmal in der Presse gekocht wird.

Viele in Dresden ausgebildete moderne Künstler ziehen weg. Was wollen Sie dagegen tun?

Wir sonnen uns zu sehr in barocker Kultur. Ich wünsche mir mehr Ausstellungsmöglichkeiten für moderne Kunst in der Stadt. Kunst muss verstören, zum Nachdenken anregen. Möglichkeiten für Ateliers junger Künstler sehe ich zum Beispiel in den alten Schlachthofgebäuden der Messe und im Kulturkraftwerk. Wir sollten uns fragen, wie würde August der Starke die Stadt heute gestalten. Er hat es für seine Zeit auch modern gemacht mit viel internationalem Einfluss.

Wie wollen Sie den Dresdnern mehr Weltoffenheit beibringen?

Das Thema Pegida beschäftigt mich seit Monaten stark. Ausländische Wissenschaftler sind verunsichert, sie kommen teilweise nicht mehr oder fragen sich, ob sie noch bleiben können. Beim Kern von Pegida handelt es sich um klar ausländerfeindliche Leute. Das können wir nicht tolerieren. Ich rede nicht mit der NPD in Dresden und auch nicht mit Herrn Bachmann. Um diesen Kern herum sind aber viele Menschen noch zu erreichen, in dem wir miteinander reden und zuhören. Ich habe im Leben schon viele dicke Bretter gebohrt.

Sie wollen Kitas und Schulen bauen, den Nahverkehr billiger machen. Wenn Sie ehrlich sind, wem wollen Sie das Geld wegnehmen, wenn die Stadt keine Schulden machen darf?

Die Stadt ist nicht arm. Wir könnten bei den Steuereinnahmen noch zulegen. Dafür brauchen die Menschen gute Arbeit und es müssen Unternehmen da sein, die ihre Steuern bezahlen. Wir müssen auch Prioritäten setzen, die eine oder andere Straße muss vielleicht warten. Wir sollten nicht ohne Not neue Schulden aufnehmen, bis 2019 ist das sicher nicht nötig. Aber ich sage auch nicht nie und nimmer. In Notsituationen wird immer zuerst bei Kultur, Sozialem und Bildung gespart. Das möchte ich nicht. Da müssen gewählte Politiker verantwortliche Entscheidungen treffen. Es war beispielsweise eine kluge Entscheidung, die Freibäder in einen Betrieb auszugliedern, der sie mit Krediten sanieren kann.

Dresden ist auf Autoverkehr ausgerichtet, wollen Sie das ändern?

Wir brauchen die Stärkung des Umweltverbundes aus Nahverkehr, Fahrrad und Fußgängern. Das heißt auch, wir müssen den Autoverkehr beschränken. Beim Bauen in der Stadt müssen wir bedenken, wenn wir Dresden zubetonieren, haben wir bald keine Luft zum Atmen mehr.

Wie stehen Sie zur Cannabis-Freigabe?

Für schwerkranke Schmerzpatienten kann ich mir das vorstellen. Ansonsten sollten wir offen in der Gesellschaft darüber diskutieren. Ganz große Sorgen macht mir der zunehmende Konsum von Crystal.

Ingolf Pleil

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