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Mitteldeutschland Dresden erinnert an die Zerstörung der Stadt vor 70 Jahren
Region Mitteldeutschland Dresden erinnert an die Zerstörung der Stadt vor 70 Jahren
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23:48 09.09.2015
Blick vom Rathausturm auf die Lingnerstadt Quelle: dpa

Dresden sieht in der Aktion zugleich ein verbindendes Element. Denn seit den Demonstrationen des islamkritischen Pegida-Bündnisses ist die Stadt tief gespalten. Die politische Polarisierung hat selbst durch Familien und Freundeskreise einen Riss entstehen lassen. Am Jahrestag der Bombenangriffe auf die Elbestadt setzt Dresden auf Versöhnung.

Die Stadt war am 13. Februar 1945 und den beiden folgenden Tagen von britischen und amerikanischen Bombern angegriffen und stark zerstört worden. Bis zu 25.000 Menschen kamen ums Leben. Um das Ereignis ranken sich Mythen. Neonazis rechnen die Opferzahlen künstlich hoch und versuchen, die Schuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg zu relativieren. Das linke Bündnis Dresden Nazifrei sucht deshalb schon seit drei Jahren bei seinem „Mahngang Täterspuren“ Orte in der Stadt auf, die für die Verbrechen des NS-Regimes stehen. Mit dem Mahngang beginnen am Freitag die Gedenkfeiern. Auf eine Kranzniederlegung auf dem Heidefriedhof verzichtet die Stadt. Rechtsextreme haben überraschenderweise keine Kundgebung für den 13. Februar angekündigt.

Im Zentrum des Gedenkens steht am Nachmittag eine Veranstaltung in der Frauenkirche, die nach ihrer Zerstörung mit Spenden aus aller Welt wiederaufgebaut wurde und nun als Symbol der Versöhnung mit den damaligen Kriegsgegnern gilt. Neben Gauck wird auch der Herzog von Kent erwartet. Im Anschluss bildet sich zu beiden Seiten des Elbufers eine Menschenkette, auf zwei Brücken stellen die Dresdner die Verbindung her. Am Abend wird vielerorts mit Konzerten an das Bombardement erinnert. Die Frauenkirche und andere Gotteshäuser laden zu Andachten ein. Zum Zeitpunkt der ersten Angriffswelle kurz vor 22 Uhr läuten alle Kirchenglocken. Die Frauenkirche bleibt zu einer Nacht der Stille auch anschließend noch geöffnet.

Um die Form des Gedenkens und Details gibt es Zwist. Aus Protest gegen Äußerungen des Bundespräsidenten zu einem militärischen Engagement Deutschlands in der Welt wollen Politiker der Linken Gaucks Rede in der Frauenkirche fernbleiben. Sie hielten ihn für einen „ungeeigneten Redner zum 70. Jahrestag der Bombardierung Dresdens“, erklärten Sachsens Linke-Partei- und Fraktionschef Rico Gebhardt und der Vorsitzende der Dresdner Stadtratsfraktion, André Schollbach, am Donnerstag. Das Bündnis Dresden Nazifrei forderte Gauck auf, die „Täterschaft der großen Mehrheit der Deutschen während des Zweiten Weltkriegs“ und auch die Verantwortung der Bürger von Dresden zu benennen. Dresden zelebriere einen Opfermythos, warf das Bündnis der Stadt vor.

dpa

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Aus Protest gegen Äußerungen des Bundespräsidenten zu einem militärischen Engagement Deutschlands in der Welt wollen Politiker der Linken seiner Rede zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens fernbleiben.

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