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Mitteldeutschland Dirk Hilbert gewinnt Dresdner Oberbürgermeisterwahl deutlich vor Eva-Maria Stange
Region Mitteldeutschland Dirk Hilbert gewinnt Dresdner Oberbürgermeisterwahl deutlich vor Eva-Maria Stange
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21:09 09.09.2015
Dirk Hilbert wird jetzt auch ganz offiziell Dresdner Oberbürgermeister. Quelle: dpa

Der dritte Kandidat Lars Stosch alias Lara Liqueur (Die Partei) kam auf 1,8 Prozent.

Hilbert, dessen FDP-Mitgliedschaft für den Wahlkampf ruht, war als unabhängiger Kandidat ins Rennen gegangen. Unterstützt wurde er vor allem von der FDP, im zweiten Wahlgang zudem von CDU, AfD und Pegida, die ihre Kandidaten zurückgezogen und die Wahl Hilberts empfohlen hatten. Nach der knappen Niederlage im ersten Wahlgang konnte Hilbert dank der zusätzlichen Unterstützung deutlich zulegen, während Stange, die von SPD, Linken, Grünen und Piraten unterstützt wurde, in absoluten Zahlen fast unverändert zum ersten Wahlgang blieb. Im Vergleich zum ersten Wahlgang holte Hilbert 30.000 Stimmen mehr.

Die Wahlbeteiligung sank im Vergleich zum ersten Wahlgang deutlich von 51,1 Prozent auf 42,7 Prozent.

Vor seinen Anhängern sprach Hilbert am Abend von einem „fulminanten“ Ergebnis. „Ich bin sehr froh und dankbar für dieses Ergebnis, persönlich und als ihr neuer Oberbürgermeister“, sagte er. Hilbert, der als unabhängiger bürgerlicher Kandidat angetreten war, kündigte an, das durch Pegida entstandene Bild Dresdens geraderücken zu wollen.

Stange kündigte an, weiter Wissenschaftsministerin bleiben zu wollen. „Zum Glück weiß ich, dass mich der eine oder andere gern im Ministeramt sieht.“ SPD-Chef und Vizeministerpräsident Martin Dulig habe ihr gesagt, dass er sie gern weiter an seiner Seite wisse. Im Wahlergebnis sieht Stange einen Beleg für eine tiefe Spaltung der Stadt. „Es wird darauf ankommen, die Stadt wieder zu vereinen in den nächsten Jahren und mit allen zusammenzuarbeiten, die Zukunft gestalten wollen“, sagte sie vor ihren enttäuschten Anhängern.

Drei Dinge sind Hilbert im neuen Amt besonders wichtig: Mehr Bürgerbeteiligung und ein Ende des Lagerdenkens im rot-rot-grün dominierten Stadtrat. „Die Zukunft Dresdens ist zu wichtig, als dass wir uns weiter Lagerbildung leisten können“, sagte er und kündigte eine aktive Flüchtlingspolitik und eine damit einhergehende Imageverbesserung für die Stadt an. „Ich möchte Dresden zu einer Vorzeigestadt der Integration und Beschäftigung von Flüchtlingen und Zuwanderern machen.“ Er wolle nun verschiedene Regionen in Deutschland bereisen und sich dabei der Pegida-Diskussion stellen. „Das Bild von Dresden muss wieder zurechtgerückt werden.“ Außerdem wolle er die Stadt auch als Oberbürgermeister weiter auf Wachstumskurs halten. „Lassen Sie uns miteinander die Ärmel hochkrempeln und eine neue Aufbruchstimmung in Dresden schaffen.“

Damit wird Hilbert in den kommenden sieben Jahren als Oberbürgermeister Dresdens Geschicke lenken. Für ihn keine neue Erfahrung: Bereits während der Krebserkrankung seiner Vorgängerin Helma Orosz (CDU) hatte der Wirtschaftsbürgermeister ein Jahr lang die Rathausschefin vertreten. Nach dem Vorzeitigen Rücktritt von Helma Orosz ist Hilbert seit März erneut amtierender Oberbürgermeister. Als gewählter OB dürfte Hilbert voraussichtlich ab August das Amt dann ganz offiziell bekleiden.

sl (mit dpa)

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