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Mitteldeutschland Die meisten Autos werden im Osten gestohlen
Region Mitteldeutschland Die meisten Autos werden im Osten gestohlen
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11:41 30.11.2017
Bei Autoknackern besonders beliebt: VW, Audi, BMW und Mercedes. Quelle: dpa
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Leipzig/Dresden

Keine Entwarnung beim Auto-Diebstahl im Osten. Das Verbraucherportal billiger.de hat auf der Basis der Straftaten und der zugelassenen Fahrzeuge ein Ranking erstellt und ermittelt, wo im vergangenen Jahr prozentual die meisten der insgesamt 36 388 gestohlenen Autos (rund 100 pro Tag) in Deutschland verschwunden sind. Insgesamt entstand ein Schaden von über einer halben Milliarde Euro – der höchste Wert seit 1990.

Im Ergebnis liegt der Osten Deutschlands eindeutig vorn. In den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ist die Gefahr am größten, dass das eigene Fahrzeug verschwindet. Dagegen gilt Thüringen als relativ sicher. Am wenigsten Sorgen müssen sich Autobesitzer in Baden-Württemberg machen.

Im Vergleich von 100 Städten bildet Berlin die traurige Spitze. Je 100 000 Einwohner verschwanden dort im vergangenen Jahr 572 Autos (7349 insgesamt). Dahinter folgen Aachen (565) und Frankfurt/Oder (524). Nach Cottbus und Potsdam liegt Leipzig dann schon auf Platz sechs. Hier wurden im vergangenen Jahr 289 Autos je 100 000 Einwohner ge- knackt – 674 absolut. Damit hat die Messestadt mit einer knappen Verdoppelung der Fälle hinter Berlin die höchste Zuwachsrate.

Dresden liegt auf Platz 9 (243 Diebstähle auf 100 000 Einwohner, 581 absolut). Auch Magdeburg (Platz 8) und Halle (Platz 12) gelten eher als unsicher, während Gera (Platz 15), Erfurt (Platz 22) und Weimar (Platz 29) zum Teil deutlich weiter hinten zu finden sind. Ruhig schlafen können Autobesitzer in Passau. Dort kommen gerade mal 14 auf 100 000 zugelassene Fahrzeuge weg, in Stuttgart 20 und selbst in der Bayernmetropole München nur 26. Besonders beliebt sind bei den Dieben die Automarken Volkswagen, Audi, BMW und Mercedes, auch Mazdas und Toyotas werden gern geknackt. Die höchsten Zuwachsraten beim Klau verzeichnet Porsche. Die durchschnittliche Schadenshöhe stieg von umgerechnet 6500 Euro im Jahre 1991 auf mittlerweile fast 15 000 Euro. Nur etwa jeder vierte Kfz-Diebstahl wird aufgeklärt. Die Macher der Studie sprechen in diesem Zusammenhang von einem „Offenbarungseid“. Die niedrigsten Quoten haben Aachen (6,4 Prozent) und Kaiserslautern (6,7). Die besten Ermittlungsergebnisse verzeichnen Rosenheim, Reutlingen und Passau mit jeweils 75 Prozent.

Gestiegen ist auch die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen. Sie liegt jetzt bei knapp 40 Prozent, das bedeutet im Umkehrschluss, dass noch immer drei Fünftel der Autodiebe Deutsche sind. Jedoch warnt die Studie, der Anteil ausländischer Banden könnte höher liegen, lasse sich aber nicht verifizieren, solange die Täter eben nicht ermittelt werden. Darauf deute auch die hohe Anzahl an Diebstahlshochburgen in Grenznähe hin. Fast 92 Prozent der ertappten Kriminellen waren Männer. Über 40 Prozent davon 25- bis 40-Jährige.

Von roland herold

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