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Die Last der Liebesschlösser: Kommunen fürchten Schäden

Sachsen Die Last der Liebesschlösser: Kommunen fürchten Schäden

Schlösser an Brückengeländern - für Verliebte sind sie ein Versprechen. Die sächsischen Kommunen sind von dem neuen Brauch wenig begeistert. Doch sie reagieren unterschiedlich.

Am historischen Geländer der Augustusbrücke in Dresden (Sachsen) sind am 31.01.2017 sogenannte Freundschafts- oder Liebesschlösser angeschlossen.

Quelle: dpa

Dresden. Vorhängeschlösser an Brückengeländern als Zeichen ewiger Treue: Nicht in allen Städten Sachsens ist dieser Brauch verliebter Pärchen gerngesehen. Zwar ist noch kein Fall bekannt, bei dem  - wie in Paris - Brücken von ihnen befreit werden mussten, weil sie die Last nicht mehr tragen konnte. Dennoch werden die Schlösser oft wieder entfernt, weil Schäden etwa für den Korrosionsschutz der Bauwerke befürchtet werden, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa in mehreren Städten.

„Das Thema begleitet uns regelmäßig“, sagt der Sprecher der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, Uli Kretzschmar, in Dresden. Vor allem eine kleine Brücke im Großen Garten - einem Gondelteich mit einem schmucken Cafe - sei bei den Verliebten für Treueschwüre beliebt. Auch die Brühlsche Terrasse im Stadtzentrum an der Elbe, der „Balkon Dresdens“, sei betroffen. „Aber zurückhaltend“, wie Kretzschmar betont. Die Schlösser müssten entfernt werden, wenn Beschädigungen des Geländers drohten. „Wir entfernen und entsorgen. Die Kosten sind zu vernachlässigen.“

Auch die Loschwitzer Brücke über die Elbe, wegen ihres Anstrichs „Blaues Wunder“ genannt, lockt Verliebte an. Die imposante Metallkonstruktion stammt aus dem Jahr 1893 - und es gibt wenig Pardon. Die Schlösser würden unverzüglich entfernt, heißt es bei der Stadtverwaltung. Sie begründet diesen Schritt mit dem „hässlichen Erscheinungsbild“ und Denkmalschutz. Bauwerksprüfung, Wartung und Reparaturanstrich würden behindert, der Korrosionsschutz beschädigt. Zudem verursachten rostende Schlösser braune Fahnen, die am Geländer herabliefen.

In Leipzig finden sich Liebesschlösser neben der Brücke im Klingerhain vor allem an den Brücken am Karl-Heine-Kanal. Bei Wartungsarbeiten werden sie abgemacht, aber nicht einfach entsorgt. „Sie werden eingelagert. Verliebte erhalte sie auf Anfrage zurück“, teilt der Abteilungsleiter Brückenbau, Klaus Barthel, mit.

In Chemnitz gibt es laut Stadt „eine größere Ansammlung von Liebesschlössern“, vor allem am sogenannten Pfortensteg. Aktuell werde da nichts unternommen, heißt es. Deren Menge sei „überschaubar“.

Ähnliches gilt für die Altstadtbrücke in Görlitz. Die Stadt werde aktuell nicht gegen die Schlösser vorgehen, heißt es. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass sie bei Instandhaltung, Beschädigung der Konstruktion oder einer Überlastung entfernt werden müssten.

Noch mehr Verständnis für Liebende gibt es in Zwickau, die sich dort vor allem auf der Paradiesbrücke treffen. Sie überspannt die Mulde, eine um 1900 fertiggestellte Metallbrücke für Fußgänger und Radfahrer, 69 Meter lang, 12 Meter breit. Die Brücke sei von der Konstruktion her die kleine Schwester des Dresdner Blauen Wunders und ein Wahrzeichen der Stadt, heißt es. Liebesschlössern kämen da schon wegen des Korrosionsschutzes nicht in Frage. Aber es gibt eine Alternative: Für Liebende sei ein eigenes Geländer errichtet worden, das von den Pärchen „gut genutzt“ werde.

Eine ähnliche Lösung gibt es in Plauen im Vogtland. Dort wurde 2013 wurde vor dem Schwarzen Steg ein Gitter mit stilisiertem Herzen aufgestellt. „Dies wird rege genutzt. An den Brücken sind seither kaum noch Schlösser zu finden“, heißt es. An der Dürerbrücke hingegen würden die Schlösser entfernt, weil der Korrosionsschutz Schaden nehme. Diese Schlösser seien ohne Schlüssel unbrauchbar und würden verschrottet.

dpa

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