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Mitteldeutschland DNN-Umfrage zu Ministerpräsidenten: Kretschmer klar vor Dulig und Urban
Region Mitteldeutschland DNN-Umfrage zu Ministerpräsidenten: Kretschmer klar vor Dulig und Urban
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07:39 11.09.2018
Laut unserer Umfrage würden die Sachsen bei einer Direktwahl zum Ministerpräsidenten wohl Michael Kretschmer (CDU) bevorzugen. Quelle: Grafik: Patrick Moye
Leipzig

Wenn die Sachsen ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, hätte Amtsinhaber Michael Kretschmer (CDU) die Nase deutlich vorn. Aber für eine Mehrheit würde es nicht reichen, weil nicht einmal jeder Zweite für ihn votiert. Mit 43 Prozent rangiert der 43-Jährige, der im Dezember 2017 beide Ämter von Stanislaw Tillich übernahm, dennoch deutlich vor möglichen Mitbewerbern anderer Parteien. Und er persönlich bekommt von den Wählern mehr Pluspunkte als seine Partei, die es bei der Sonntagsfrage nur auf 29 Prozent schaffte.

Das ergab eine Umfrage der Dresdner Neuesten Nachrichten, für die das Leipziger Meinungsforschungsinstitut Uniqma vom 20. bis 28. August genau 703 repräsentativ ausgewählte wahlberechtigte Sachsen befragte.

Mehr Zuspruch als seine Partei, die SPD, erhält auch deren Landesvorsitzender Martin Dulig. Den 44-jährigen Vizeregierungschef und Wirtschaftsminister hätte fast jeder fünfte Wähler gern als Ministerpräsidenten. Die SPD dagegen dümpelt bei elf Prozent vor sich hin.

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Der aus Meißen stammende AfD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Jörg Urban (54) ist nur für acht Prozent der Favorit für den Posten des sächsischen Regierungschefs. Damit liegt er deutlich unter der Zustimmung für seine Partei, der laut LVZ-Sonntagsfrage derzeit fast jeder Vierte (24 Prozent) seine Stimme geben würde. Für Urban plädieren ausschließlich AfD-Wähler, aber selbst von ihnen ist es nicht einmal jeder Zweite. Mehr als jeder vierte AfD-Wähler bevorzugt Kretschmer, neun Prozent von ihnen die Ex-AfD-Chefin Frauke Petry, die heute der Blauen Partei vorsteht. Nach Einschätzung von Professor Holger Lengfeld, dem Leiter des Instituts für Soziologie der Universität Leipzig, ist es bei der AfD relativ egal, wen die Partei aufstellt. „Hier zählt das Leuchtturmsignal des Protests und nicht die Personen“, so der Experte.

Abgeschlagen mit sieben Prozent ist auch Rico Gebhardt, der sächsische Fraktionschef der Linken. Nur ein Drittel der Wähler der Linken wünscht sich ihn als Ministerpräsidenten. Ebenso viele Anhänger der Linken bevorzugen allerdings Martin Dulig, fast jeder Fünfte zieht sogar Kretschmer vor. Noch hat Sachsens Linke, wie die meisten Parteien, keinen offiziellen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl nominiert. Darüber sollen die Mitglieder entscheiden. Landesparteichefin Antje Feiks, die gerade Mutter geworden ist, will nicht ins Rennen gehen, sondern sich auf Familie und Partei konzentrieren. Einzig Rico Gebhardt, der auch lange Landeschef der Linken war, hat sich bislang offiziell um den ersten Platz auf der Landesliste beworben. Daher wurde er in die Befragung aufgenommen.

Frauke Petry, die Ende September 2017 der AfD den Rücken kehrte, ihre Mandate in Land und Bund aber behielt und die blaue Bewegung ins Leben rief, würden vier Prozent gern an der Spitze der Landesregierung sehen, hauptsächlich AfD-Anhänger, aber auch einzelne Wähler von SPD, FDP und Grünen. Ihre Blaue Partei aber liegt in der Sonntagsfrage bei Null Prozent.

Jeder fünfte Befragte hat sich für keinen der genannten Kandidaten entschieden. Offenbar hat sie keiner der Genannten überzeugt.

Anita Kecke

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