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Chinesisches Unternehmen investiert nicht in der Lausitz

Automobil-Zulieferer Chinesisches Unternehmen investiert nicht in der Lausitz

Die Hoffnung auf eine Milliarden-Investition eines chinesischen Automobil-Zulieferers in der Lausitz hat sich zerschlagen. Die Beijing WKW Automotive will das dafür vorgesehene 250-Hektar-Grundstück am Flughafen Rothenburg doch nicht kaufen, wie das Landratsamt Görlitz am Dienstag mitteilte.

Symbolbild

Quelle: dpa

Rothenburg. Nach monatelangen Verhandlungen ist der geplante Bau eines Werkes zur Produktion von Elektrofahrzeugen für den europäischen Markt in der Lausitz doch noch geplatzt. Der chinesische Automobil-Zulieferer Beijing WKW Automotive verzichtet auf die Ansiedlung und eine Milliarden-Investition am Flughafen Rothenburg (Landkreis Görlitz). Das Unternehmen habe mitgeteilt, das vorgesehene Grundstück nicht zu kaufen, teilte das Landratsamt am Dienstag mit. Begründung: 250 Hektar seien zu wenig.

Laut früherer Ankündigung wollte die Firma dort für 1,13 Milliarden Euro ein Werk bauen und 1000 Arbeitsplätze entstehen lassen. „Das hat sich zerschlagen“, sagte eine Sprecherin der Behörde. Landrat Bernd Lange (CDU) zeigte sich dennoch zuversichtlich, gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium eine Lösung für den Standort zu finden, der wegen der enormen Größe „eine Rarität in Deutschland darstellt“.

Nach Angaben des Landratsamtes waren dem Investor flexible Zuschnitte sowie Erweiterungsflächen für einen Ausbau und potenzielle Zulieferbetriebe angeboten worden. Auf eine konkrete Kaufzusage aber warteten die Behörden vergeblich. Auch die Forderung der deutschen Verhandlungspartner, die zu gründende Firma Delon Automotive GmbH für weitere konkrete Kaufvertragsverhandlungen ins Handelsregister eintragen zu lassen, sei nicht erfüllt worden.

Seit Monaten häufen sich schlechte Nachrichten für die Wirtschaft in Ostsachsen. Siemens und Bombardier haben Pläne für Stellenkürzungen beziehungsweise Standortschließung in der Lausitz. Das Traditionsunternehmen Waggonbau Niesky meldete kürzlich Insolvenz an und der Feinkosthersteller Homann überdenkt seine im Sommer 2017 angekündigte Firmensitzverlegung von Niedersachsen nach Leppersdorf im Landkreis Bautzen noch einmal.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) bedauerte die Entscheidung von Beijing WKW Automobile. „Die Ansiedlung wäre eine gute Ergänzung für die Automobilindustrie und die Entwicklung der E-Mobilität im Freistaat Sachsen gewesen“, sagte er in Dresden. Der Freistaat habe den Landkreis daher bei Vorbereitung und Begleitung des Projekts finanziell unterstützt. Noch im Mai 2017 war Dulig optimistisch gewesen und hatte von einem „Hoffnungszeichen für eine Region im Umbruch“ gesprochen.

dpa

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