Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Chinesisches Unternehmen investiert nicht in der Lausitz
Region Mitteldeutschland Chinesisches Unternehmen investiert nicht in der Lausitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:04 09.01.2018
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige
Rothenburg

Nach monatelangen Verhandlungen ist der geplante Bau eines Werkes zur Produktion von Elektrofahrzeugen für den europäischen Markt in der Lausitz doch noch geplatzt. Der chinesische Automobil-Zulieferer Beijing WKW Automotive verzichtet auf die Ansiedlung und eine Milliarden-Investition am Flughafen Rothenburg (Landkreis Görlitz). Das Unternehmen habe mitgeteilt, das vorgesehene Grundstück nicht zu kaufen, teilte das Landratsamt am Dienstag mit. Begründung: 250 Hektar seien zu wenig.

Laut früherer Ankündigung wollte die Firma dort für 1,13 Milliarden Euro ein Werk bauen und 1000 Arbeitsplätze entstehen lassen. „Das hat sich zerschlagen“, sagte eine Sprecherin der Behörde. Landrat Bernd Lange (CDU) zeigte sich dennoch zuversichtlich, gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium eine Lösung für den Standort zu finden, der wegen der enormen Größe „eine Rarität in Deutschland darstellt“.

Nach Angaben des Landratsamtes waren dem Investor flexible Zuschnitte sowie Erweiterungsflächen für einen Ausbau und potenzielle Zulieferbetriebe angeboten worden. Auf eine konkrete Kaufzusage aber warteten die Behörden vergeblich. Auch die Forderung der deutschen Verhandlungspartner, die zu gründende Firma Delon Automotive GmbH für weitere konkrete Kaufvertragsverhandlungen ins Handelsregister eintragen zu lassen, sei nicht erfüllt worden.

Seit Monaten häufen sich schlechte Nachrichten für die Wirtschaft in Ostsachsen. Siemens und Bombardier haben Pläne für Stellenkürzungen beziehungsweise Standortschließung in der Lausitz. Das Traditionsunternehmen Waggonbau Niesky meldete kürzlich Insolvenz an und der Feinkosthersteller Homann überdenkt seine im Sommer 2017 angekündigte Firmensitzverlegung von Niedersachsen nach Leppersdorf im Landkreis Bautzen noch einmal.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) bedauerte die Entscheidung von Beijing WKW Automobile. „Die Ansiedlung wäre eine gute Ergänzung für die Automobilindustrie und die Entwicklung der E-Mobilität im Freistaat Sachsen gewesen“, sagte er in Dresden. Der Freistaat habe den Landkreis daher bei Vorbereitung und Begleitung des Projekts finanziell unterstützt. Noch im Mai 2017 war Dulig optimistisch gewesen und hatte von einem „Hoffnungszeichen für eine Region im Umbruch“ gesprochen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Bundesfinanzministerium will nach Recherchen des MDR rund ein Viertel des Vermögens der ehemaligen DDR-Staatspartei SED nicht an die ostdeutschen Bundesländer auszahlen. Von den insgesamt 252,5 Millionen Euro auf einem SED-Tarnkonto in der Schweiz sollen 67,5 Millionen einbehalten werden.

09.01.2018

Rund um Ralbitz-Rosenthal im Kreis Bautzen werden immer wieder Schafe gerissen. Eine Bürgerinitiative sammelt Unterschriften zur „Begrenzung der Wolfspopulation“. Sie bekommt dabei auch Unterstützung aus der Politik.

10.02.2018

Der Begriff Gender treibt vor allem Rechtspopulisten regelmäßig Zornesröte ins Gesicht. Dabei geht es in erster Linie nicht um korrekte Schreibweisen. Dahinter stehen ganz praktische Probleme, wie Sachsens Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) beschreibt.

09.01.2018
Anzeige