Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland 40 Bürgermeister protestieren gegen Neonazi-Festival in Ostritz
Region Mitteldeutschland 40 Bürgermeister protestieren gegen Neonazi-Festival in Ostritz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:05 06.04.2018
Im vergangenen Jahr fand das Festival im thüringischen Themar statt. Quelle: Archiv
Anzeige
Ostritz

Das im ostsächsischen Ostritz geplante Neonazi- Festival „Schild und Schwert“ stößt in der Region auf breite Ablehnung. In einer „Oberlausitzer Erklärung“ haben am Freitag 40 Bürgermeister gegen das am 20. April - Hitlers Geburtstag - beginnende Treffen protestiert. „Wir wollen und wir brauchen in der Oberlausitz kein rechtsextremes Festival! Nicht in Ostritz, nicht anderswo! Wer Menschenrechte in Frage stellt, Bezüge zu einem verbrecherischen System herstellt, wer Demokratie und Pluralismus bekämpft – der ist hier nicht willkommen, dem soll unsere Region kein Zuhause werden“, heißt es unter anderem.

Die Erklärung wurde am Freitag auch dem sächsischen Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) überreicht, der im Landkreis Görlitz unterwegs war. Kretschmer hatte sich bereits vor ein paar Tagen dafür ausgesprochen, das Rechtsrock-Festival nicht tatenlos hinzunehmen. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass die Menschen in dieser Gegend keine Rechtsextremisten tolerieren. Wir lassen uns den Ruf unserer Heimat nicht zerstören“, sagte er in einem Interview. Kretschmer ist Schirmherr eines Bürgerfestes, mit dem ein Kontrapunkt zu dem Neonazi-Festival auf privatem Gelände gesetzt werden soll.

Zu dem Festival auf einem Privatgrundstück werden 800 Teilnehmer erwartet. Besitzer des Geländes ist der hessische Geschäftsmann Hans-Peter Fischer. Er hatte in den 1990er Jahren in Ostritz direkt an der Neiße ein früheres Betriebsgelände gekauft. Als Anmelder für das Festival fungiert der Thüringer NPD-Chef Thorsten Heise. Die Polizeidirektion Görlitz rechnet mit dem größten Einsatz in Ostsachsen seit Jahren.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte sich zu dem Thema bereits zu Wort gemeldet.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sachsens AfD will eine eigene parteinahe Stiftung aufbauen. Das Konzept wird derzeit erstellt, wie Schatzmeister Carsten Hütter sagte. in Jurist erarbeite gerade im Auftrag der AfD eine Struktur, wie die Stiftung aufgebaut werden soll.

05.04.2018

Den Freien Schulen in Sachsen droht nach Ansicht der Grünen ein Aderlass bei Lehrern. Bildungsexpertin Petra Zais äußerte die Befürchtung, dass im Zuge der Verbeamtung von Pädagogen an staatlichen Schulen gezielt Kollegen aus Freien Schulen abgeworben werden. „Hier befürchte ich eine Gerechtigkeitslücke“, so Zais.

04.04.2018

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer will das Rechtsrock-Festival „Schild und Schwert“ in Ostritz nicht tatenlos hinnehmen. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass die Menschen in dieser Gegend keine Rechtsextremisten tolerieren. Wir lassen uns den Ruf unserer Heimat nicht zerstören."

05.04.2018
Anzeige