Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland „Bürgerbewegung für Sachsen“ mit Hermenau und Berger
Region Mitteldeutschland „Bürgerbewegung für Sachsen“ mit Hermenau und Berger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:17 26.10.2018
Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) wird das Gesicht der neuen „Bürgerbewegung für Sachsen“. Quelle: Thomas Kube
Leipzig

Die ehemalige Grünen-Politikerin Antje Hermenau und der parteilose Oberbürgermeister von Grimma (Landkreis Leipzig), Matthias Berger, haben die neue „Bürgerbewegung für Sachsen“ ins Leben gerufen. Unter dem Dach der Freien Wähler soll die Sammlungsbewegung im nächsten Jahr bei der Landtagswahl antreten. „Wir wollen die Leute mobilisieren – Menschen, die mit der ganzen Parteipolitik nichts mehr anfangen können“, erklärt Berger gegenüber der LVZ. Minimalziel sei, eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Insgesamt gehe es darum, „das Volk ins Parlament zu bringen“ und „ein Wörtchen mitzureden“, so Berger.

Angesprochen sollen sich „alle aus der Mitte“ fühlen, vom Handwerker über die Krankenschwester bis zum Anwalt, erklärt Berger und spricht von etwa 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung, auf die diese Beschreibung zutreffe. Dabei gebe es keine Parallelen zu anderen Sammlungsbewegungen – weder zu der linken von Sahra Wagenknecht, noch zu der wertkonservativen von Frauke Petry. Der OBM stellt klar: „Wir wollen nicht den Wut-Bürger, sondern die Mut-Bürger in Sachsen ansprechen und zum Mitmachen bewegen.“

Hermenau kehrt auf politische Bühne zurück

Während der kommunal erfahrene Berger – der die Muldestadt als Parteiloser mit einem Mandat der Unabhängigen Wählervereinigung führt – für die wortgewaltige Offensive zuständig ist, wird die ehemalige Grünen-Spitzenfrau Antje Hermenau den Part als Chefstrategin und Generalsekretärin der Bürgerbewegung übernehmen. Damit kehrt die 54-Jährige auf die politische Bühne zurück. Hermenau arbeitet momentan als Politikberaterin und für den Bundesvorstand der mittelständischen Wirtschaft. Ihre politischen Aktivitäten begannen in der Wendezeit, als sie Mitglied des Runden Tischs in Leipzig war. Das Engagement in der „Bürgerbewegung für Sachsen“ erinnert nun nicht ganz zufällig an jene Zeit vor rund 30 Jahren.

Im LVZ-Interview hatte Hermenau – die über viele Jahre als Abgeordnete im Landtag und im Bundestag gesessen hat, sich 2014 aber mit ihrer Partei überworfen hatte und kurz darauf ausgetreten war – vor Kurzem gesagt: „Die CDU hat in Sachsen viel aufgebaut, aber im Laufe der Jahrzehnte eben auch dieses Selbstbewusstsein entwickelt: Wir können und machen alles. Wir besitzen Sachsen.“ Es sei „die Arroganz der Macht, wenn vergessen wird, dass die Regierung beim Volk angestellt ist und nicht umgekehrt“. Auch diese Einstellung habe die AfD so groß werden lassen, sagt Hermenau. Berger meint ebenfalls: Die AfD habe Probleme der Menschen kanalisiert, weil sich kaum jemand für sie interessiert habe. Sein Fazit lautet: „Es muss wieder Politik für den normalen Bürger gemacht werden, es müssen die Alltagsprobleme angegangen werden.“

Freie Wähler sind bislang in Kommunen stark

Die „Bürgerbewegung für Sachsen“ wird bei der Landtagswahl 2019 unter dem Dach der Freien Wähler (FW) antreten, da nur Parteien gewählt werden können. „Es sollen Menschen ermutigt werden, die parteilos sind und die sich engagieren wollen“, sagt der FW-Landesvorsitzende Steffen Große (51). „Unser Anspruch ist es zu gestalten. Deshalb wollen wir auch an der Regierung beteiligt werden“, formuliert Große das Ziel. Ein Achtungszeichen hatten die Freien Wähler vor zwei Wochen in Bayern gesetzt., als sie knapp zwölf Prozent erreichten und künftig wahrscheinlich mitregieren werden.

Bislang sind die Freien Wähler vor allem in den Kommunen stark: Die 996 Wahlvereinigungen zählen in Sachsen rund 10 000 Mitglieder, stellen 49 Prozent der Ortschafts- und 24 Prozent der Stadträte. Grimmas OBM Berger sagt: „Ich habe im Stadtrat, in dem die große Mehrheit keiner Partei angehört, sehr gute Erfahrungen – weil es um Sachpolitik geht.“

Von Andreas Debski

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein mehrfach vorbestrafter Libyer könnte von Sachsen aus abgeschoben werden. Die Androhung der Abschiebung sei rechtmäßig, geht aus einem am Freitag veröffentlichten Urteil des 5. Senates des Oberverwaltungsgerichts in Bautzen  hervor. Die Berufung des Mannes wurde zurückgewiesen.

26.10.2018

Sachsen ist auf großflächige Waldbrände nach Ansicht der Grünen nicht vorbereitet. In Sachsen gäbe es derzeit keine Löschhubschrauber oder Löschflugzeuge.

26.10.2018

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) pocht weiter auf eine klare Reihenfolge beim Abschied von der Braunkohle. Man brauche ein deutliches Signal, dass erst neue Arbeitsplätze kommen müssten, bevor man über den Wegfall von Strukturen spreche, sagte Kretschmer am Donnerstag in Dresden.

25.10.2018