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Mitteldeutschland Bodo Ramelow: Müssen offensiv gegen Crystal vorgehen
Region Mitteldeutschland Bodo Ramelow: Müssen offensiv gegen Crystal vorgehen
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22:04 26.08.2017
Von Johannes Angermann
Aufkleber der Linksjugend aus Thüringen Quelle: ovz
Leipzig

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat sich dafür ausgesprochen, offensiv gegen Crystal-Missbrauch vorzugehen. Aber auch legale Rauschmittel dürften nicht verharmlost werden. In den sozialen Medien bezog der Regierungschef damit Stellung, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, die Linksjugend „Solid“ hätte den Missbrauch harter Drogen verherrlicht.

Die der Linken nahestehende Jugendorganisation hatte kleine Aufkleber verteilt, die eine junge Frau beim nasalen Konsum eines Pulvers zeigen. Diese Sticker tauchten unter anderem in Altenburg auf. Christoph Zippel, CDU-Landtagsabgeordneter aus der Stadt, kritisierte daraufhin die Landesregierung und wollte gezielt bei Ramelow nachfragen. Dieser hätte den Aufkleber bei einer Veranstaltung in Altenburg am Samstag bemerken müssen.

Noch am Sonnabend erklärte sich Thüringens Ministerpräsident. „Das Bild ist doof“, teilte er am späten Nachmittag auf der Facebook-Seite von LVZ.de mit. Von der Aufkleber-Aktion habe er nichts gewusst. In Richtung CDU argumentierte er, dass er in Altenburg von einer Offensive gegen die Sucht gesprochen habe. Besonders dem Missbrauch von Metamphetamin – bekannt unter dem Szenenamen „Crystal“ – sagte er den Kampf an. Laut einer jüngst vorgestellten Umfrage konsumierten mehr als fünf Prozent der Jugendlichen im Altenburger Land Crystal. Die Umfrage zeigt auch, wie unkritisch Jugendliche gegenüber Alkohol und Tabak seien. 43 Prozent erkannten in Alkohol keine Droge. 80 Prozent der befragten 14- bis 15-Jährigen gaben an zu rauchen.

In seiner Antwort betonte Ramelow aber auch, dass der Fokus nicht nur auf illegale Betäubungsmittel gerichtet bleiben dürfe. Verschreibungspflichtige Medikamente oder legale Suchtmittel seien gleichfalls problematisch. Ramelow verwies dabei insbesondere auf den Tabakmissbrauch von Jugendlichen. CDU-Parlamentarier Zippel erinnerte er daran, dass die Junge Union sich Veranstaltungen von der Tabakindustrie finanzieren lasse. In Richtung CDU argumentiert Ramelow: „Es geht um Sucht in jeder Form des Auftretens und dazu ist Glaubwürdigkeit gefragt.“

Johannes Angermann

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