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Baufirmen meiden Aufträge der öffentlichen Hand

Gewerkeübergreifender Trend Baufirmen meiden Aufträge der öffentlichen Hand

Baufirmen in Sachsen und Sachsen-Anhalt machen nach Möglichkeit einen großen Bogen um Aufträge der öffentlichen Hand. „Es gibt viel zu viele Fallstricke“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes, Robert Momberg. Eine Umfrage habe ergeben, das 70 Prozent der Firmen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge generell Probleme haben.

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Eine Umfrage habe ergeben, das 70 Prozent der Firmen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge generell Probleme haben und deshalb lieber für private Bauherren tätig sein wollen.

Quelle: dpa

Leipzig. Baufirmen in Sachsen und Sachsen-Anhalt machen nach Möglichkeit einen großen Bogen um Aufträge der öffentlichen Hand. „Es gibt viel zu viele Fallstricke“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt, Robert Momberg. Eine Umfrage habe ergeben, das 70 Prozent der Firmen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge generell Probleme haben und deshalb lieber für private Bauherren tätig sein wollen. Dieser Trend sei gewerkeübergreifend, sagte Momberg. Sein Verband vertritt die Interessen von 150 Unternehmen in Sachsen und Sachsen-Anhalt mit 11 000 Beschäftigten.

Ein Grund für das Meiden öffentlicher Aufträge sei, dass es in den Verwaltungen immer mehr an Fachpersonal fehle. „Das führt unter anderem zu einem Mangel an der Qualität der Ausschreibungsunterlagen“, sagte Momberg. Oftmals sei in den Angeboten nicht exakt festgelegt, welche Leistungen die Kommunen genau erwarten. Gut 40 Prozent der Unternehmen in Sachsen und Sachsen-Anhalt hätten angegeben, dass es bei den Unterlagen für die Ausschreibungen Probleme gebe. Zudem klagten die Firmen über einen Dschungel an Formularen und über die schlechte Zahlungsmoral der öffentlichen Hand.

Oftmals bevorzugten die Kommunen auch den billigsten und nicht den wirtschaftlichsten Anbieter. Das gehe nicht nur auf Kosten der Qualität, sondern sei am Ende sogar noch teurer, wenn später Mängel auftreten und Nacharbeiten erforderlich seien, sagte Momberg.

Die Bauunternehmen in den beiden Ländern seien wegen der guten Konjunktur mittlerweile an den Grenzen ihrer Kapazität angelangt, sagte Momberg. „Auch deshalb greifen sie angesichts der Bürokratie bei öffentlichen Bauvorhaben lieber auf private Bauherren zurück“. Diese seien in der Regel flexibler und entscheidungsfreudiger.

dpa

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