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Baubranche im Osten brummt – Auftragsbücher voll wie zuletzt 1999

Steigende Umsätze Baubranche im Osten brummt – Auftragsbücher voll wie zuletzt 1999

In der ostdeutschen Baubranche boomt es. Nach Angaben des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt kletterte der Auftragsbestand Ende vorigen Jahres auf 6,1 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von 24,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und übertrifft damit sogar das bundesweite Plus von 23,4 Prozent.

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Robert Momberg

Quelle: Christian Modla

Leipzig. In der ostdeutschen Baubranche boomt es. Nach Angaben des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt kletterte der Auftragsbestand Ende vorigen Jahres auf 6,1 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von 24,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und übertrifft damit sogar das bundesweite Plus von 23,4 Prozent.

Laut Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDE) erreichte das Ordervolumen deutschlandweit zum Jahresende das neue Rekordniveau von 34,7 Milliarden Euro. Es lag damit „6,6 Milliarden Euro höher als ein Jahr zuvor“, so der Verband. Diesem Aufwärtstrend steht die mitteldeutsche Bausparte in nichts nach. Mit 1,8 Milliarden Euro lag das Ordervolumen in Sachsen um 21,5 Prozent über dem Vorjahresniveau, Sachsen-Anhalt kam auf 0,77 Milliarden Euro (plus 25,7 Prozent). Thüringen schnitt hier allerdings etwas schlechter ab – mit plus 8,5 Prozent auf 0,74 Milliarden Euro.

„Die Auftragsbücher der ostdeutschen Bauunternehmen sind so gut gefüllt wie seit 1999 nicht mehr“, freut sich der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt, Robert Momberg. Im Wohnungsbau habe es sogar einen Zuwachs von 40 Prozent gegeben. Das gute Auftragspolster wirke sich positiv auf die Stimmung bei den Unternehmen aus. „Die Mehrheit unserer Mitgliedsfirmen rechnet in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen“, so Momberg. Nur jeder zehnte Betrieb gehe von einem Rückgang aus.

Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zeichnen ebenfalls ein überaus positives Bild der Branche: „Die Auftragslage und die finanziellen Indikatoren wie Erträge, Preise und Liquidität sind zurzeit immer noch ausgezeichnet.“ Auch die Geschäftslage, die schon zum Jahresende 2016 den Höchststand seit Beginn der Umfrage im Jahr 1993 erreicht habe, werde zu Jahresbeginn nochmals besser als zuvor bewertet.

Weniger zuversichtlich beurteilen die Experten den Wohnungsbau. Zwar sind die Baugenehmigungen hier nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2016 um 21,6 Prozent auf rund 375 000 geklettert. Allerdings sind nach Angaben des Münchner Ifo-Instituts lediglich 300 000 Wohnungen fertiggestellt worden. Laut Bauministerium, Bauwirtschaft und Mieterbund sind jedoch bis zu 400 000 Einheiten pro Jahr nötig, um den wachsenden Bedarf zu decken. Auch in Mitteldeutschland hinken die erreichten Wohnungsbau-Werte den Anforderungen hinterher. Momberg: „Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen bewegte sich 2016 in Sachsen um etwa ein Viertel und in Sachsen-Anhalt um etwa die Hälfte unter dem tatsächlichen Bedarf.“ In Sachsen wurden knapp 10 000 neue Einheiten gebaut, in Sachsen-Anhalt 4500.

„Wichtig ist“, fordert der Präsident des Immobilienverbandes IVD, Jürgen Michael Schick, „dass auf die Genehmigungen auch Fertigstellungen folgen. Die Schere darf sich nicht weiter öffnen.“ Deshalb sei etwa eine breitere Ausweisung von Bauland nötig.

Von Ulrich Langer

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