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Mitteldeutschland Autoland Sachsen: Branche trifft sich zur Standortbestimmung
Region Mitteldeutschland Autoland Sachsen: Branche trifft sich zur Standortbestimmung
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14:23 21.09.2017
Digitalisierung, autonomes Fahren, Elektroantrieb - die Automobilindustrie befindet sich mitten im Umbruch. Quelle: Christoph Schmidt/dpa
Zwickau

Vernetzung, Digitalisierung, autonomes Fahren, Industrie 4.0 - hierum geht es beim 21. Internationalen Jahreskongress der Automobilindustrie. Die Branche befindet sich mitten im Umbruch und mit ihr das Autoland Sachsen. Rund 250 Teilnehmer diskutieren am 24. und 25. Oktober in Zwickau, wie insbesondere die 780 Zulieferer im Freistaat auf die massiven Veränderungen reagieren können.

Vor allem beim hochautomatisierten Fahren könne Sachsen vorn mitspielen, sagte Dirk Vogel vom Netzwerk Automobilzulieferer (AMZ) Sachsen bei der Vorstellung des Tagungsprogramms am Donnerstag. „Für Sachsen bietet das autonome Fahren im Vergleich zum Elektroantrieb das größere Marktpotenzial“, so die Einschätzung des Experten. Demnach gibt es allein im Bereich Sensortechnik mehr als 60 innovative Unternehmen. Hinzu komme der Leichtbau, der hierzulande vor allem in der Forschung vorangetrieben werde.

Bislang haben laut Vogel 20 bis 30 Prozent der sächsischen Zulieferer die Weichen bereits eindeutig Richtung Zukunft gestellt. Ein Beispiel ist der Sondermaschinenbauer USK Karl Utz aus Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau). Der Mittelständler mit rund 370 Mitarbeitern erwirtschaftet mehr als 90 Prozent seines Umsatzes im Automobilbau und setzt seit knapp zehn Jahren auf neue Ideen wie Montageanlagen für Hybridmotoren. „Der frühzeitige Einstieg gibt uns einen technologischen Vorsprung, ist aber auch ein hohes Risiko“, sagte Geschäftsführer Holger Kühne. Denn derzeit sei noch nicht abzusehen, welche Technologien sich auf Dauer durchsetzen werden.

Ein weiteres großes Thema der Tagung, die von der Regionalkammer Zwickau der IHK Chemnitz organisiert wird, ist die Internationalisierung des Sektors. Die weltweit mehr als 90 Millionen produzierten Autos entstünden zu mehr als 90 Prozent nicht in Deutschland, betonte Vogel. Sachsens Zulieferer müssen demzufolge noch stärker in den Wachstumsmärkten wie Asien oder Mexiko präsent sein, um erfolgreich zu bleiben. So werden neben einer Delegation aus dem US-Bundesstaat Michigan auch rund 25 Automobilunternehmer und Topmanager aus Japan erwartet, wie Kongressmanager Michael Stopp erläuterte.

Die Stimmung im Autoland Sachsen sei derzeit sehr gut und weniger verunsichert als noch vor einem Jahr, betonte AMZ-Manager Vogel. Dazu trage eine hohe Nachfrage sowie der Schwung durch viele neue Projekte bei, die der Umbruch mit sich bringe.

Die sächsische Autoindustrie beschäftigt rund 95 000 Menschen, 80 000 davon in Zulieferbetrieben. Die Branche erwirtschaftet rund 27 Prozent des Industrieumsatzes im Freistaat.

dpa

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