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Auf Steuerzahlerkosten: Viktor Orban zu Besuch bei Tillich und CDU-Größen

Sachsen-CDU soll Kosten tragen Auf Steuerzahlerkosten: Viktor Orban zu Besuch bei Tillich und CDU-Größen

Ein Essen von Sachsens noch amtierendem Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban stößt in Sachsen auf Kritik. An dem privaten Termin auf Schloss Eckberg hatten am Dienstag auch Spitzenfunktionäre der Union teilgenommen. Deshalb verlangten die Grünen, die CDU solle finanziell für den Termin aufkommen, nicht der Steuerzahler.

Sachsens Regierungschef empfängt Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban (Archivbild)

Quelle: dpa

Dresden. Linken und Grünen im sächsischen Landtag stößt ein Essen von Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) für den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban unangenehm auf. An dem privaten Termin auf Schloss Eckberg hatten am Dienstag auch Spitzenfunktionäre der Union teilgenommen. Deshalb verlangten die Grünen am Donnerstag, der CDU den Termin in Rechnung zu stellen, weil es sich offensichtlich um eine CDU-Veranstaltung handelte. Die „Vermengung von Staat und Partei“ hätten bei solchen Treffen schon Tradition, sagte Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke.

Wie Zschocke stellte auch die Linke eine parlamentarische Anfrage an den Landtag. Offenbar sollten nun die Steuerzahler für die „peinliche Verbrüderung führender sächsischer CDU-Politiker mit einem Rechtspopulisten bezahlen, der mit Menschen- und Grundrechten auf Kriegsfuß steht“, kritisierte Linksfraktionschef Rico Gebhardt.

An dem privaten Mittagessen hatten seitens der CDU Landtagspräsident Matthias Rößler, Landtagsfraktionschef Frank Kupfer und der sächsische Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz teilgenommen. Über den Inhalt der Tischgespräche wurden keine Details bekannt.

"Privater Termin" sei dienstliche Angelegenheit

Die Dresdner Staatskanzlei verwies darauf, dass Rößler und Vaatz als Träger des ungarischen Verdienstordens anwesend waren und seit langem in ihren Funktionen gute Beziehungen zu Ungarn pflegen. Auch Kupfer habe das schon seit seiner Amtszeit als früherer sächsischer Umwelt- und Landwirtschaftsminister getan, sagte Regierungssprecher Ralph Schreiber. Die Bezeichnung „privater Termin“ sei verwendet worden, um den Unterschied zu einem offiziellen Staatsbesuch deutlich zu machen und dem Wunsch der ungarischen Seite nach einem kleinem Protokoll nachzukommen.

„Das Protokoll unterteilt in Staatsbesuch, offiziellen Besuch, Arbeitsbesuch, Terminbesuch oder sonstigen Besuch. Zum sonstigen oder privaten Besuch gehört, dass beispielsweise keine Motorradeskorte, keine äußere Beflaggung, kein umfangreiches Besuchs- und Begleitprogramm mit vorher abgestimmten Übereinkommen und nur eine sehr kleine Delegation den Termin begleiten“, betonte Schreiber. Für beide Seiten bleibe es aber eine dienstliche Angelegenheit, um die Beziehungen beider Länder weiterzuentwickeln.

dpa

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