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Mitteldeutschland Angst der Sachsen vor Kriminalität ist geringer als gedacht
Region Mitteldeutschland Angst der Sachsen vor Kriminalität ist geringer als gedacht
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11:11 13.09.2018
Die Angst vor Kriminalität ist in Sachsen geringer als erwartet. Quelle: dpa
Dresden

Die Sachsen haben weit weniger Angst vor Kriminalität als gemeinhin angenommen wird: Eine große DNN-Umfrage zur Stimmungslage in Sachsen ergab, dass sich insgesamt zwei Drittel der Befragten „sehr sicher“ (27 Prozent) oder „sicher“ (39 Prozent) fühlen im Freistaat. Weitere 27 Prozent schätzen die Sicherheitslage in ihrem Lebensumfeld als durchaus befriedigend ein. Gleichzeitig geben drei Prozent an, sich „überhaupt nicht sicher“ zu fühlen. Und noch ein Resultat ist bemerkenswert: Nur jeder zweite Befragte ist der Meinung, dass die Kriminalität in den vergangenen drei Jahren zugenommen hat.

Für die Umfrage der Dresdner Neuesten Nachrichten hat das Meinungsforschungsinstitut Uniqma vom 20. bis 28. August 703 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte in ganz Sachsen befragt. Dabei wurde unter anderem das Sicherheitsgefühl auf einer Skala von 1 bis 6 – ähnlich den Schulnoten – bewertet.

Die Ergebnisse dieses Stimmungstests überraschen: Bislang waren Kriminologen wie auch Innenexperten davon ausgegangen, dass die gefühlte „Kriminalitätstemperatur“ der Bevölkerung enorm gestiegen ist und Verunsicherung um sich greift – obwohl die in vielen Deliktbereichen sinkenden polizeilichen Fall- zahlen dieser Entwicklung widersprechen.

Im Detail ergeben sich in der Umfrage sogar kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 64 Prozent der weiblichen Befragten ihr Sicherheitsgefühl mit gut bis sehr gut bezeichnen, sind es bei den männlichen Teilnehmern 68 Prozent. Nur drei Prozent der Männer beziehungsweise vier Prozent der Frauen empfinden eine völlige Unsicherheit. Insgesamt ist außerdem festzustellen: Die Ängste steigen mit zunehmendem Alter – jedoch auch nicht in dem Ausmaß wie bislang vermutet.

Demnach fühlen sich laut Befragung vier von fünf der unter 30-jährigen in Sachsen sicher und sehr sicher. Das ist der absolute Spitzenwert. In den mittleren Jahrgängen (30 bis 49 Jahre) sinkt das Gefühl, sicher zu sein, auf 67 Prozent und bei Älteren auf 63 Prozent. Selbst in der höchsten Altersgruppe ist die völlige Verunsicherung mit sieben Prozent vergleichsweise gering. Insgesamt haben etwa ältere Frauen eine größere Furcht, obwohl sie statistisch weniger gefährdet sind. Junge Männer haben dagegen eine geringe Angst, obwohl das Risiko bei ihnen am höchsten ist.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das individuelle Sicherheitsgefühl mit Bezug auf die jeweilige Parteipräferenz. Am sichersten fühlen sich demnach potenzielle Grünen-Wähler in Sachsen: Von ihnen geben immerhin 85 Prozent an, sich sehr sicher oder sicher zu fühlen, zudem bewerten 14 Prozent die Situation als befriedigend.

Auch Sympathisanten von Linken, SPD und FDP (jeweils 78 Prozent) haben ein positives Sicherheitsgefühl, das deutlich über dem sächsischen Durchschnitt liegt. Das trifft ebenso noch auf CDU-Anhänger mit 73 Prozent zu.

Dagegen sind die Ängste bei erklärten AfD-Wählern am größten: Von ihnen fühlen sich allerdings auch nur 17 Prozent in Sachsen völlig unsicher – während 36 Prozent die Lage wenigstens als gut und 47 Prozent als zufriedenstellend einschätzen.

Von Andreas Debski

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