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Amtierender AfD-Vorsitzender Droese setzt auf Pegida

AfD Sachsen Amtierender AfD-Vorsitzender Droese setzt auf Pegida

Er bewirbt sich um die Nachfolge von Frauke Petry als sächsischer AfD-Vorsitzender. Am kommenden Wochenende soll ein Parteitag darüber entscheiden. Und anders als seine Vorgängerin hat Siegbert Droese keine Probleme mit Pegida.

Siegbert Droese

Quelle: Michael Kappeler/dpa

Leipzig. Der amtierende sächsische AfD-Landesvorsitzende Siegbert Droese fordert von der Bundespartei freie Hand für eine Zusammenarbeit mit dem islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis. Im Großraum Dresden gebe es bereits „ein Bündnis mit Pegida im weitesten Sinne“, sagte der Leipziger Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. „Und wir haben stark davon profitiert.“ Wenn es nicht gelinge, „freie Hand zu bekommen und Pegida an unserer Seite zu halten, dann werden es vielleicht fünf oder sechs Prozent weniger an Zustimmung für (die Landtagswahl) 2019“, warnte Droese.

Noch unter der inzwischen aus der Partei ausgetretenen AfD-Chefin Frauke Petry hatte der Bundesvorstand 2016 einen Abgrenzungsbeschluss gefasst und eine Zusammenarbeit mit Pegida abgelehnt. „Die Bundespartei hat nach meinem Eindruck allmählich verstanden, dass wir Sachsen freie Hand brauchen“, sagte Droese. „Ich will hier keine Lanze brechen für alle Gidas, die es so gibt in Deutschland. Das sollte in der Hoheit der jeweiligen Landesverbände liegen. Für Sachsen gesprochen: Pegida ist für uns sehr wichtig.“

Im Gegensatz zu den Altparteien verfüge die AfD über keine Organisationen im vorpolitischen Raum. „Es gibt zwar erste zarte Pflänzlein wie einen eigenen Unternehmerverband, aber so etwas wie die Gewerkschaften für die SPD oder die Kirchen für die CDU fehlt uns“, sagte Droese. Eine solche Rolle könne Pegida spielen. „Wir wären mit dem Klammersack gepudert, wenn wir uns diese Möglichkeit einer Vorfeldorganisation abschneiden.“

Pegida-Chef Lutz Bachmann kenne er nicht wirklich. „Wir haben uns sicherlich irgendwo schon mal die Hand gegeben, aber kennen wäre zu viel.“ Pegida-Vize Siegfried Däbritz kenne und schätze er hingegen sehr, sagte Droese. „Das ist jemand, mit dem man sehr gut könnte und an dem man, wenn man künftig mit Pegida ein Arrangement haben möchte, nicht vorbeikommt.“

In der Ankündigung Bachmanns, künftig eigene Pegida-Kandidaten bei Wahlen ins Rennen schicken zu wollen, sieht Droese auch eine Zeichen an die AfD. „Ich habe den Eindruck, dass damit eingefordert wird, dass Pegida viel getan hat für die AfD und man sich dort nun ein bisschen Beteiligung in Form von einem Mandat erhofft.“

Der Hotelfachmann, der am kommenden Wochenende beim AfD-Landesparteitag in Hoyerswerda für den Parteivorsitz kandidiert, hätte damit kein Problem. „Man sollte nie seine Freunde oder Partner vergessen, wenn man einen Erfolg eingefahren hat. Und wenn man aufgrund des Erfolges gestalten muss, sollte man sich immer an seine Wegbegleiter erinnern.“

Seit dem Parteiaustritt Petrys steht Droese als Stellvertreter dem sächsischen Landesverband vor. Petry hatte immer Distanz zu Pegida gehalten und damit auch an der sächsischen Basis für Unmut gesorgt.

Um die Nachfolge Petrys bewirbt sich neben Droese auch der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion, Jörg Urban. „Wir sind uns darin einig, die AfD beim Parteitag nicht gespalten aussehen zu lassen, sind aber der Meinung, dass eine Kampfkandidatur um den Vorsitz auch ein Ausdruck von lebendiger Demokratie ist“, sagte Droese.

Eine Flügelentscheidung zwischen national-konservativen und eher liberalen Kräften in der AfD sei die Wahl zwischen ihm und Urban nicht. „Herr Urban und ich gehören - wenn es denn Flügel gibt - demselben Flügel an, denn wir sind beide ziemlich frühe Unterzeichner der Erfurter Resolution.“

In der 2015 von den Thüringer und Sachsen-Anhalter AfD-Vorsitzenden Björn Höcke und André Poggenburg initiierten Resolution wird eine konservative Ausrichtung der Partei gefordert. Als die Gruppe „Der Flügel“ warfen die Unterzeichner der Parteiführung um Petry auch hinsichtlich des Umgangs mit Pegida vor, „sich von bürgerlichen Protestbewegungen ferngehalten und in vorauseilendem Gehorsam sogar distanziert“ zu haben, „obwohl sich tausende AfD-Mitglieder als Mitdemonstranten oder Sympathisanten an diesen Aufbrüchen beteiligen“.

dpa

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