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Mitteldeutschland Airbus-Zulieferer Acosa startet Fertigung in Ostsachsen
Region Mitteldeutschland Airbus-Zulieferer Acosa startet Fertigung in Ostsachsen
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12:15 27.01.2018
Frank Zenker, Geschäftsführer der Firma Acosa Quelle: dpa
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Kodersdorf

Ein knappes Jahr nach dem ersten Spatenstich auf der grünen Wiese soll die Probeproduktion im neuen Werk des Airbus-Zulieferers Acosa im sächsischen Kodersdorf (Kreis Görlitz) starten. „Rekordzeit“, sagte Geschäftsführer Frank Zenker. Bis Ende März werden die ersten Prüfmusterteile gefertigt. Zwei Monate später soll dann die reguläre Serienproduktion anlaufen. Bis Mitte des Jahres soll die Mannschaft komplett sein. 130 Mitarbeiter werden dann laut Unternehmen High-Tech-Bauteile für den Innenausbau der A320-Familie fertigen.

Noch fehlen im Werk der Aircraft Composites Sachsen GmbH (Acosa), einer hundertprozentigen Tochter der Elbe Flugzeugwerke (EFW) aus Dresden, einige Maschinen. Andere werden gerade aufgebaut, wie in der Menüfertigung. In dieser Halle werden im ersten Schritt sogenannte Sandwichplatten hergestellt. Ihr Aussehen im Inneren erinnert an eine Bienenwabe auf Papierbasis. „Eine weitere sorgt für Stabilität. Die Platten sehen sehr einfach aus, es steckt aber viel Technologie drin“, erklärte Zenker. Aus diesen sechs Quadratmeter großen Teilen werden nach dem Aushärten mit CNC-Maschinen die Leichtbauelemente für die Fußböden und Frachtraumverkleidungen in den Flugzeugen herausgefräst.

Notwendig wurde der Neubau mit 15 600 Quadratmetern im Gewerbegebiet bei Görlitz durch das derzeitige Wachstum des größten europäischen Flugzeugherstellers. „Als exklusiver Zulieferer mit dem Elbe Flugzeugwerk waren wir aufgefordert, diese Entwicklung mitzugehen. Für die Kapazitätserweiterung in der EFW-Gruppe haben wir weltweit nach einem neuen Standort gesucht“, erläuterte EFW-Geschäftsführer Andreas Sperl. Die Wahl fiel auf Kodersdorf, weil dort bereits eine andere EFW-Tochter beheimatet ist. Auch die Nähe zur Autobahn und die Unterstützung durch die örtlichen Behörden trugen zur Investition von 45 Millionen Euro bei.

Die Arbeitskräfte für die neue Fertigungsfabrik kommen aus der Region. Derzeit durchlaufen sie eine Schulung in Dresden. Mit dem Fertigungsstart stehen 90 Mitarbeiter an den Maschinen, bis zur Mitte des Jahres sollen weitere 40 dazu kommen. In der Probephase des Werks geht es vor allem um die Einstellung der Maschinen sowie um die notwendigen Zertifizierungen. In der Luftfahrt gelten strenge Zulassungsvorschriften, unter anderem dürfen bei der Herstellung der Leichtbauplatten nur von Airbus zertifizierte Materialien verwendet werden. Die Prüfungen erfolgen durch das Bundesluftfahrtamt und den Flugzeughersteller selbst.

Ausgelegt ist der neue Standort auf die Herstellung von 200 000 Sandwichplatten, begonnen wird in diesem Jahr in den vier Hallen mit 42 000 Platten. „Bei Bedarf können wir aber die Kapazitäten erweitern“, sagte Zenker. Von Kodersdorf gehen die High-Tech-Bauteile auf direktem Weg in die Endmontage ins Airbuswerk nach Hamburg.

Von dort aus werden sie zu weiteren Produktionsstandorten von Airbus in Frankreich, China und die USA verteilt. Die A320-Familie sind Flugzeuge mit einem Kabinengang. Diese kleineren Maschinen werden vor allem auf Kurz- und Mittelstrecken eingesetzt.

Von Miriam Schönbach

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