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Agenturchef für qualifizierte Zuwanderung

Mitteldeutschland Agenturchef für qualifizierte Zuwanderung

Das Wachstum an Beschäftigung in Mitteldeutschland wird laut Arbeitsagentur bereits jetzt zu einem bedeutenden Teil durch Zuwanderung getragen. Daher sei das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen, ein Einwanderungsgesetz zu schaffen, das sich am Bedarf der Volkswirtschaft orientiert, ausdrücklich zu begrüßen.

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 Kay Senius

Quelle: dpa

Halle.  Angesichts des demografischen Wandels wird das Wachstum an Beschäftigung in Mitteldeutschland laut Arbeitsagentur bereits jetzt zu einem bedeutenden Teil durch Zuwanderung getragen. Daher sei das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen, ein Einwanderungsgesetz zu schaffen, das sich am Bedarf der Volkswirtschaft orientiert, ausdrücklich zu begrüßen, erklärte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius.

Der Beschäftigungsaufbau der vergangenen zwei Jahre erfolgte beispielsweise in Sachsen-Anhalt zu 43 Prozent durch Ausländer. Insgesamt gab es in dem Zeitraum rund 17 800 sozialversicherungspflichtige Jobs mehr im Land, davon rund 10 100 für deutsche Arbeitnehmer und rund 7700 für ausländische Arbeitnehmer. Die meisten von ihnen kamen aus osteuropäischen EU-Staaten. Die Zahl der ausländischen Beschäftigten stieg zwischen Juni 2015 und 2017 um mehr als 47 Prozent, die der deutschen Beschäftigten um 1,3 Prozent.

Senius plädierte zugleich für eine Versachlichung der Debatte um Zuwanderung. „Wir müssen zwischen denjenigen unterscheiden, die nach Sachsen-Anhalt kommen, weil wir ihre Kenntnisse auf dem Arbeitsmarkt brauchen, und denjenigen, die aus humanitären Gründen Schutz und Aufnahme bei uns finden“, sagte er. „Für die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte müssen die mitteldeutschen Länder wettbewerbsfähig werden“, sagte er mit Blick auf das bundes- und europaweite Ringen um qualifi­ziertes Personal für die Zukunft. So seien die Löhne weiterhin noch unter dem Niveau westdeutscher Bundesländer. „Entscheidend ist aber auch die Etablierung einer glaubwürdigen Willkommenskultur“, sagte er.

Geflüchtete mit einer realistischen Bleibeperspektive müsse man für den Arbeitsmarkt fit machen. Die Erfahrungen zeigten, dass diese Aufgabe wegen sprachlicher Barrieren und unklarer beruflicher Qualifikation Zeit brauche. Aber: „Wenn wir uns die Entwicklung der Erwerbspersonen anschauen, dann müssen wir ganz klar konstatierten: Das Potenzial der Arbeitslosen und die Rückkehr von Auspendlern werden die sich abzeichnende Arbeitskräftelücke nicht schließen können.“ Es dürfe im Interesse der heimischen Wirtschaft kein Arbeitsplatz frei bleiben, weil es an Fachkräften fehle. Das heißt: „Ohne eine stärkere Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte werden die Länder ihren Wohlstand nicht halten können“, betonte Senius.

Von Petra Buch

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