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Mitteldeutschland AfD-Spitzenkandidaten haben mit Petry seit Köln kein Wort gewechselt
Region Mitteldeutschland AfD-Spitzenkandidaten haben mit Petry seit Köln kein Wort gewechselt
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10:30 22.08.2017
Alice Weidel und Alexander Gauland, Spitzenkandidaten der Alternative für Deutschland (AfD) für die Bundestagswahl Quelle: Michael Kappeler/dpa
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Berlin/Dresden

Zwischen AfD-Chefin Frauke Petry und den beiden Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Alexander Gauland und Alice Weidel, herrscht seit Monaten Funkstille. Sie hätten mit Petry seit dem Bundesparteitag in Köln vor vier Monaten „kein Wort mehr“ gewechselt, sagte Gauland der Deutschen Presse-Agentur. Die Parteichefin sei an einem direkten Kontakt derzeit wohl nicht interessiert.

Gauland betonte, er hoffe aber trotzdem, dass es nach der Wahl am 24. September „eine Bundestagsfraktion geben wird, die zusammenhält und in der man Kompromisse findet. Ich erwarte keinen Gauland- oder Weidel- oder Petry-Flügel.“ Sie halte eine Spaltung nach der Wahl für „absolut unrealistisch“, sagte Weidel.

Petry, die in Sachsen auch Landes- und Landtagsfraktionsvorsitzende der AfD ist, hatte nach Kritik an ihrem realpolitischen Kurs kurz vor dem Parteitag überraschend erklärt, sie stehe für das Spitzenteam nicht zur Verfügung. AfD-Mitglieder, die ihren Kurs unterstützen, gründeten im Juli die „Alternative Mitte“. Dieser Zusammenschluss soll ein Gegengewicht zum rechtsnationalen Flügel um Björn Höcke und André Poggenburg bilden. Zu den bekannteren Mitgliedern der „Alternativen Mitte“ gehört Bundesvorstandsmitglied Dirk Driesang.

Man könne die Frage stellen, ob „solche Gruppierungen wie der „Flügel“ und die „Alternative Mitte“ noch zielführend für die Partei sind“, sagte Gauland. Das dürfe man nicht von heute auf morgen verordnen, „aber darüber muss man einmal ehrlich nachdenken“, fügte er hinzu. Ihm wäre es lieber, „es würden diese Strukturen in der Partei nicht verfestigen“.

Gauland und Weidel betonten, die AfD wolle zwar die illegale Migration nach Deutschland stoppen. Gegen eine Einwanderung ausländischer Fachkräfte sei ihre Partei aber nicht. Nach Ansicht von Weidel ist Deutschland für diese hochmobile Gruppe aber aufgrund der hohen Steuer- und Abgabenlast unattraktiv geworden. „Die gehen vornehmlich in die USA und in die Schweiz, so wie übrigens auch etliche gut ausgebildete Deutsche“, sagte Weidel.

Zu dem umstrittenen Wahlkampfposter, das Petry mit ihrem neugeborenen Sohn zeigt, sagte Weidel: „Es ist ein schönes Poster, aber darüber gehen die Meinungen innerhalb der Partei auseinander.“

Die AfD will sich, wenn sie in den Bundestag einzieht, laut Weidel zuerst für einen „Angela-Merkel-Untersuchungsausschuss“ einsetzen, „der die Rechtsbrüche in der Eurorettungspolitik und die Flüchtlingspolitik aufklärt“. Außerdem werde sich die AfD als Partei für Steuersenkung und Steuervereinfachung positionieren. Weidel sagte: „Wir fordern eine Entlastung der mittleren und kleinen Einkommen.“

dpa

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