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Mitteldeutschland ADFC kritisiert – Nicht eine Radstation in Sachsen
Region Mitteldeutschland ADFC kritisiert – Nicht eine Radstation in Sachsen
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16:22 03.05.2018
Zahlreiche Fahrräder sind an einem Fahrradständer abgestellt. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Dresden

Der Allgemeine Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) beklagt in Sachsen einen Mangel an guten Abstellplätzen für Fahrräder. „Was es in Sachsen überhaupt noch nicht gibt, ist eine Radstation, also ein bewachtes Fahrradparkhaus mit zusätzlichen Services wie zum Beispiel Reparatur, Café, Leihrädern oder Fahrradreinigung“, erklärte der Geschäftsführer des ADFC-Landesverbandes, Konrad Krause.

Zahl und Qualität der Stellplätze für Räder seien im Allgemeinen deutlich ausbaufähig. Unterschiede gebe es aber von Stadt zu Stadt: Während Leipzig konsequent seit vielen Jahren Fahrradbügel im öffentlichen Raum plane und aufstelle, hinke die Landeshauptstadt hinterher. Im ländlichen Raum seien gute Abstellmöglichkeiten absolute Mangelware.

Eilenburg hat schon ein Rad-Haus

Vor allem dort, wo Fahrräder – wie etwa an Bahnhöfen - längere Zeit abgestellt würden, reichten die Abstellbügel nicht aus. Hier seien ein guter Schutz vor schlechtem Wetter und Vandalismus notwendig. „An bestimmten Punkten sind daher Fahrradboxen oder gesicherte Fahrradstationen sinnvoll“, so Krause. Eklatant seien die Probleme an den großen Bahnhöfen.

Besserung ist nur bedingt in Sicht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. So gibt es in DRESDEN zwar mehr als 4000 Fahrradbügel an fast 250 Standorten. „Geplant ist der Bau eines Fahrradparkhauses in Kombination mit einem Fernbusbahnhof“, teilte die Stadt mit. Noch befindet sich das Projekt jedoch in der Prüfung, Aussicht auf Realisierung besteht wohl erst, wenn das Land eine Förderung zusagt.

Am Dresdner Hauptbahnhof soll ein Fahrradparkhaus entstehen. Wie es aussehen könnte, darüber haben sich Dresdner Studenten viele Gedanken gemacht. Ihre Ideen sind jetzt im WTC ausgestellt.

Deutlich weiter ist EILENBURG. Das „Rad-Haus“ am dortigen Bahnhof ist mit seinen 112 Stellplätzen allerdings schon stark ausgelastet. „Sollten die Abstellmöglichkeiten künftig durch den rege genutzten S-Bahn-Anschluss nicht reichen, ist auf der Fläche noch Platz für ein weiteres "Rad-Haus"“, teilte die Stadt mit.

Nach Angaben von Katharina Wegelt, Pressesprecherin der Stadt FREIBERG, gibt es dort zwar eine Reihe von Fahrradabstellplätzen, die mit Bügeln ausgestattet sind. Überdachte Stellplätze oder gar ein Fahrradparkhaus gibt es jedoch nicht, es ist derzeit auch keines geplant.

Um- und Neubau in Potschappel

In CHEMNITZ werden nach Angaben der Stadt im Zentrum sowie am Campus der TU Abstellflächen für rund 2700 Fahrräder angeboten. Überdacht sind davon keine, ein Fahrradparkhaus gibt es nicht. Auch in BAUTZEN gibt es neben den rund 460 Stellplätzen für Pedalritter noch kein Parkhaus. „An der Alten Wasserkunst direkt am Spreeradweg können jedoch Fahrräder, auch mit Gepäck, in einem Fahrradschließfach abgestellt werden“, teilte die Pressestelle der Stadt mit.

Peggy Barthel, Sachbearbeiterin Verkehrsplanung in PLAUEN, verwies darauf, dass es in der Stadt „traditionell nur einen sehr geringen Radverkehrsanteil“ gibt. Deshalb würden auch die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder nicht statistisch erfasst. „Jedoch arbeitet die Stadt seit Jahren an der Förderung des Radverkehrs mit Radnetzkonzept, Radwegbau, Fahrradstadtplan und auch mit der Errichtung von hochwertigen Abstellanlagen vor allem im Zentrum und an den wichtigen Haltestellen des ÖPNV“, hieß es. Dabei seien auch zahlreiche überdachte Abstellplätze geschaffen worden.

Zwar gibt es in FREITAL derzeit lediglich 70 öffentliche Fahrradstellplätze, davon sind aber immerhin 30 überdacht. „Beim derzeitigen Umbau des Bahnhofes Potschappel zum Verwaltungszentrum werden dieses Jahr 14 Fahrradstellplätze errichtet“, so die Stadtverwaltung. Weiter geplant sei ein Parkdeck am Bahnhof Potschappel, in dem 17 Fahrradmietboxen integriert seien.

Das von ADFC-Landesgeschäftsführer Krause gelobte LEIPZIG bietet an 5000 öffentlichen Radbügeln 10 000 Stellplätze, wie die Stadt mitteilte. Der größte Teil davon ist nicht überdacht. „Derzeit verhandelt die Stadt mit der Deutsche-Bahn-Tochter Station und Service über ein großflächiges Fahrradparken in Sinne eines Fahrradparkhauses mit Serviceangeboten auf den ehemaligen Gleisen 1-5 innerhalb des Hauptbahnhofes“, hieß es. Die bereits vorhandenen Parkhäuser an der Universität und am Rathaus sind Studenten, Beschäftigten und Mitarbeitern vorbehalten.

Von dpa

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