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Mitteldeutschland 5000 Flüchtlingskinder lernen an Sachsens Schulen – Weiter hoher Zugang von Asylsuchenden
Region Mitteldeutschland 5000 Flüchtlingskinder lernen an Sachsens Schulen – Weiter hoher Zugang von Asylsuchenden
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14:27 29.10.2015
Quelle: dpa
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Dresden

„Wir brauchen mehr Optimismus und Tatkraft und weniger Verzagtheit. Verbale Brandstifter schaffen nur Probleme anstatt sie zu lösen“. Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) fand deutliche Worte zur derzeitigen Asyldebatte. Die wachsende Zahl von Flüchtlingskindern sei eine Herausforderung, wie es sie noch nie gegeben hatte. Dabei ständen sich der wachsende Lehrerbedarf und der leergefegte Arbeitsmarkt bei Pädagogen konträr gegenüber. „Wir können uns neue Lehrer für Deutsch als Zweitsprache nicht schnitzen und auf die so schnell steigende Zahl der Flüchtlingskinder war niemand eingestellt, aber das ist kein Grund, Pessimismus und Hysterie zu verbreiten“, so die Ministerin. Es sei kein Weltuntergang, wenn auch mal ein fachfremder Pädagoge aushilfsweise in einer Vorbereitungsklasse für Migranten unterrichtet. Gleiche Bildungschancen für alle seien wichtig.

Derzeit werden in Sachsen rund 25.600 Kinder aus 141 Ländern an allgemeinbildenden und berufsausbildenden Schulen unterricht. Rund 5.000 Flüchtlingskinder lernen in 340 Vorbereitungsklassen an 200 Schulen. Bis Ende des Jahres erwartet die Ministerin, dass die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund die in Sachsen zur Schule gehen auf 28000 ansteigt. Darunter sind 1500 unbegleitete minderjährige Kinder und Jugendliche.

Auf der Suche nach ausreichendem Lehrpersonal werden nun auch vermehrt Fachkräfte angesprochen, die bisher kein Angebot vom Freistaat erhalten konnten, so Kurth. Um dem Bedarf an Fachlehrern für Deutsch als Zweitsprache gerecht werden zu können, sollen künftig auch an den Universitäten Dresden und Chemnitz Nachwuchskräfte dafür ausgebildet werden. Gespräche dazu laufen, so Kurth. Auch freie Schulen dürfen Flüchtlingskinder aufnehmen und unterrichten.

Unterdessen bleibt die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, konstant hoch. Rund 10.000 Menschen kommen pro Tag in Bayern an und werden auf die Bundesländer verteilt. Rund 2500 Asylsuchende sind seit Samstag nach Sachsen gekommen, berichtet Dirk Diedrichs, Leiter der Stabsstelle Asyl im Innenministerium. Mit 49 Prozent kommt weiterhin die Mehrheit der Menschen aus Syrien, gefolgt von 17 Prozent aus Afghanistan und 12 Prozent aus dem Irak. Derzeit stehen 14.300 Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen zur Verfügung, weitere Unterkünfte sind in Planung.

Die unbeheizten Zelte auf der Bremer Straße sind inzwischen alle abgebaut, derzeit laufe der Aufbau von winterfesten, beheizbaren Zelten, sagte Diedrichs. Diese seien schneesicher und auf rund 23 Grad beheizbar. 

jv

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