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Mitteldeutschland 460 Wachpolizisten in Sachsen – nicht alle Stellen besetzt
Region Mitteldeutschland 460 Wachpolizisten in Sachsen – nicht alle Stellen besetzt
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11:06 23.09.2018
550 Wachpolizisten waren für den Freistatt Sachsen vorgesehen. Hier ein Foto der ersten Lehrgangsteilnehmer bei Ausbildungsbeginn im Februar 2016. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
Dresden

Rund zweieinhalb Jahre nach ihrer Wiedereinführung sind bei der Wachpolizei in Sachsen nach wie vor nicht alle zur Verfügung stehenden Stellen besetzt. Anfang September waren nach Angaben des Innenministeriums in Dresden 460 Frauen und Männer nach dreimonatiger Ausbildung im Einsatz, die meisten davon in den Bereichen Leipzig, Dresden und Chemnitz – 60 mehr als im März. Das 2016 begonnene Projekt sieht allerdings 550 Stellen für die von Kritikern als „Hilfssheriffs“ belächelten Wachpolizisten vor.

Nach Angaben eines Ministeriumssprechers ist das aber die „maximal mögliche Zielgröße“ – bei idealen Bedingungen wie ausreichenden Bewerbern und geringer Fluktuation. Gut drei Viertel der Mitarbeiter entlasten in den Bereichen Leipzig, Dresden und Chemnitz die Beamten bei Objektschutz und Personenüberwachung. Innenminister Roland Wöller (CDU) lobt die Unterstützung des Polizeivollzugsdienstes, in dem derzeit Personal fehlt.

Wachpolizisten helfen beim Schutz von Flüchtlingsunterkünften oder jüdischer oder muslimischer Einrichtungen, sichern Festnahmen oder Gefangenentransporte mit ab oder bewachen Wohnorte gefährdeter Personen. Sie sind für zwei Jahre beschäftigt – nach Ministeriumsangaben aus arbeitsrechtlichen Gründen. „Sie haben eine sehr hohe Einsatzbereitschaft, ein gutes theoretisches Fachwissen und eine hohe Lernbereitschaft“, sagte der Ministeriumssprecher.

Bisher wurden insgesamt 740 Wachpolizisten im Freistaat ausgebildet, 706 davon machten den Abschluss. Aber nicht alle traten den Dienst an, „es gibt immer einen gewissen Schwund“, erklärte der Sprecher. So erfüllten sich Vorstellungen nicht, Bewerber erwiesen sich im Nachhinein als ungeeignet oder fänden doch einen besser passenden Job. 2017 nutzten zudem 182 die erstmalige Chance, nach mindestens einem Dienstjahr in die verkürzte Polizistenausbildung zu wechseln.

Eine Wachpolizei gab es schon nach den New Yorker Terroranschlägen vom 11. September 2001 im Freistaat, das Gesetz trat aber 2006 wieder außer Kraft. Wegen der Belastungen der Beamten durch Demonstrationen, Auseinandersetzungen bei Fußballspielen und Einsätze rund um Asylunterkünfte hatte der Landtag Ende 2015 die Wiedereinführung beschlossen. Die Opposition kritisiert es als „Billiglösung“.

Nach der ersten Euphorie sanken die Bewerberzahlen von knapp 1700 für den ersten Kurs mit 50 Plätzen im Februar 2016 auf 985 ein Jahr danach und 327 auf dem Tiefpunkt im Mai 2018. Für den letzten der drei jährlichen Kurse waren es im August aber 535. Pro Kurs sollen 100 neue Hilfskräfte ausgebildet werden, aktuell sind es 90. Ende 2019 soll Bilanz gezogen werden. Wie lange es die Wachpolizei geben wird, ist offen, sagt Innenminister Wöller. Das hänge auch davon ab, wann die geplante Aufstockung der Polizei gelingt.

dpa

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