Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland 440 Autodiebstähle in Dresden: Nur jeder dritte Fall wird aufgeklärt
Region Mitteldeutschland 440 Autodiebstähle in Dresden: Nur jeder dritte Fall wird aufgeklärt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:16 06.04.2016
Geklaut wird im Prinzip alles: Während Wagen der kleinen sowie mittleren Klasse – etwa VW Golf oder Skoda- oder Toyota-Modelle – vor allem im Rahmen von Beschaffungskriminalität gestohlen werden, sind in der teuren Oberklasse meist Banden aus Osteuropa unterwegs. Quelle: dpa
Dresden

Statistisch gesehen verschwindet in der Landeshauptstadt fast jeden zweiten Tag ein Auto auf Nimmerwiedersehen. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, dei Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Mittwoch in Dresden vorstellen wird - und die den DNN bereits vorliegt.

Demnach wurden im vergangenen Jahr in Dresden 442 Autos gestohlen und nur jeder dritte Fall gelöst. Allerdings ist die Stadt ihren Ruf als Negativspitzenreiter los. In Leipzig wurden im selben Zeitraum 452 Autos gestohlen und sogar nur jeder vierte Fall gelöst. Insgesamt wurden im Freistaat 2286 PKW gestohlen, hinzu kommen 801 versuchte KFZ-Diebstähle.

Die Entwicklung ist damit leicht rückläufig: Im Jahr 2014 waren sachsenweit 2580 Autos weggekommen, bei weiteren 868 Versuchen. Den größten Positivsprung macht dabei die Polizeidirektion (PD) Dresden: Hier gingen die Autodiebstähle um gut ein Fünftel zurück, ähnlich im Bereich der PD Chemnitz. Die PD Leipzig konnte mit einem Rückgang um knapp sechs Prozent nicht mithalten, die PD Görlitz stagnierte ebenso auf schlechtem Niveau, im Bereich der PD Zwickau legte die Zahl der gestohlenen PKW um 40 Prozent (124 Autodiebstähle) zu. Auffällig ist, dass das nordsächsische Schkeuditz – offenbar aufgrund seiner Autobahn-Nähe – mit 57 gestohlenen KFZ hinter Leipzig, Dresden, Chemnitz und Görlitz auf Platz fünf der Städte mit den meisten Autoklaus liegt. Dahinter folgen Zittau, Freiberg, Riesa, Hoyerswerda und Bautzen.

Als Ursache für das starke Sinken in den Regionen Dresden und Chemnitz wird zum einen die 2013 vom Innenminister eingesetzte Sonderkommission angesehen, die in Leipzig allerdings kaum Wirkung zu zeigen scheint. Daneben gehen Insider aber auch davon aus, dass die Dunkelziffer viel höher liegt als die offiziellen Zahlen sagen – denn bei der Polizei bleiben immer mehr Fälle liegen. Allein im Bereich der PD Leipzig stieg die Zahl der Vorgänge, die noch nicht abgeschlossen werden konnten und damit in der Kriminalitätsstatistik gar nicht auftauchen, innerhalb eines Jahres um 8000 auf jetzt 30 000. Wie in anderen Polizeidirektionen sind auch hier Dutzende KFZ-Diebstähle darunter.

Insgesamt wurden 831 tatverdächtige Autodiebe ermittelt: 412 Deutsche und 419 Ausländer. Geklaut wird im Prinzip alles: Während Wagen der kleinen sowie mittleren Klasse – etwa VW Golf oder Skoda- oder Toyota-Modelle – vor allem im Rahmen von Beschaffungskriminalität gestohlen werden, sind in der teuren Oberklasse meist Banden aus Osteuropa unterwegs. Am beliebtesten sind hier der Audi Avant und der Audi S5, die BMW-Modelle X5 und X6, der Toyota Lexus und Land Cruiser sowie der Range Rover.

Von Andreas Debski und Jürgen Kochinke

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der sächsische Verfassungsschutz warnt vor einer Übernahme bisher bürgerlicher Asyl-Protestbewegungen durch Rechtsextremisten. Anlass ist ein für den 9. April angekündigter Sternmarsch in Aue, zu dem der NPD-Kreisvorsitzende im Erzgebirge, Stefan Hartung, im Namen einer rechtsextremistischen Initiative aufgerufen hat.

05.04.2016
Mitteldeutschland Aktionen gehen am Mittwoch weiter - Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst werden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Warnstreiks am Mittwoch fortgesetzt. Knapp 300 Beschäftigte der Telekom haben sich nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Dienstag an Warnstreiks beteiligt.

05.04.2016

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) beklagt eine mangelnde Öffentlichkeitsbeteiligung zur umstrittenen Elbe-Staustufe bei Děčín. Seit dem vergangenen Wochenende seien die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung online einsehbar, die Frist zur Stellungnahme ende aber schon am 9. Mai.

05.04.2016