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Mitteldeutschland 300 Bergmänner zu Parade erwartet - Wismut feiert 25. Jubiläum
Region Mitteldeutschland 300 Bergmänner zu Parade erwartet - Wismut feiert 25. Jubiläum
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10:23 23.06.2016
Der Bergbau-Gruß "Glück Auf" steht unter einem stilisierten Schwibbogen in Bad Schlema (Sachsen). Der Ort war jahrzehntelang durch den Uranabbau der Wismut geprägt. Quelle: dpa
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Ronneburg

Mit einer großen Parade erinnern Thüringer Bergmannsvereine an diesem Sonntag an die lange Tradition des Bergbaus im Freistaat. Dazu würden rund 1300 Bergmänner in Uniform und Tracht sowie neun Kapellen in Ronneburg bei Gera erwartet, sagte der Vorsitzende des Landesverbands der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, Ralph Haase, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und Tschechien.“ Die Parade ist Höhepunkt des vierten Thüringer Bergmannstags, der am Freitagabend mit einem Stammtisch beginnen soll.

Am Samstag feiert zudem der Bergbausanierer Wismut sein 25. Jubiläum in der Ostthüringer Stadt. Zu dem Festakt werden Vertreter aus der Politik erwartet. Das bundeseigene Unternehmen wurde 1991 gegründet und beseitigt die Altlasten und Umweltschäden, die der Uranbergbau der DDR hinterlassen hat. Die wesentlichen Arbeiten sollen 2028 beendet sein, bisher wurden rund sechs Milliarden Euro investiert.

Bei dem Unternehmensjubiläum können Besucher sich vor Ort über den Sanierungsfortschritt informieren. Auch wird ein Kinderprogramm geboten und eine neue Dokumentation vorgestellt.

Mit dem Bergmannstag, der zum vierten Mal in Thüringen gefeiert wird, hofft der Vorsitzende des Bergmanns-Landesverbands, Ralph Haase, die Bedeutung des Bergbaus stärker in Erinnerung zu rufen. „Das Rohstoffbewusstsein ist heute bei vielen Menschen nicht mehr so vorhanden. Ohne Rohstoffe aus dem Bergbau gäbe es vieles nicht - auch keine Handys.“ Allerdings kämen die Bodenschätze heute oft aus dem Ausland, weil die Förderung in Deutschland in vielen Fällen nicht zu Weltmarktpreisen möglich sei.

So ringen vielerorts auch die Bergmannsvereine um neue Mitglieder. Sie seien Anfang der 90er Jahre neu gegründet worden und viele Mitglieder hätten inzwischen das Rentenalter erreicht, sagte Haase. In manchen Vereinen liege das Durchschnittsalter bei mehr als 70 Jahren. Das liege zum einen daran, dass es heute generell schwierig sei, junge Menschen für Vereine zu gewinnen. Zum anderen sei der Bergbau in Thüringen deutlich zurückgegangen.

Landesweit engagieren sich laut Haase noch etwa 1500 Thüringer in solchen Traditionsvereinen. Er hoffe aber, dass den Bergmannsvereinen die Trendwende gelingt. „Im Erzgebirge hat man den Dreh auch geschafft“, sagte Haase mit Blick auf Sachsen. „Trotz fehlenden aktiven Bergbaus wird dort diese Tradition wachgehalten.“ Viele junge Menschen setzten sich dafür ein.

dpa

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