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Mitteldeutschland 2016 war ein Wetter-Extremjahr: Viel zu warm, sonnenreich, zu trocken
Region Mitteldeutschland 2016 war ein Wetter-Extremjahr: Viel zu warm, sonnenreich, zu trocken
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17:57 26.01.2017
Das ausgetrocknete Flussbett der Elbe in Dresden (Sachsen) am 29.08.2016. Quelle: dpa
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Dresden

Sachsen befindet sich mitten im Klimawandel. Auch 2016 lagen die Temperaturen höher als normal, beim Niederschlag indes war die Jahresbilanz trotz lokaler Unwetter ausgeglichen - aber regional verschieden. „Es war ein viel zu warmes Jahr“, sagte Johannes Franke vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am Donnerstag in Dresden. Im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 gab es sechs Prozent mehr Sonnenstunden, die Temperatur lag 1,4 Grad über dem Jahresmittelwert, die Ozonbelastung war sehr hoch.

Laut Franke war vor allem der Winter mit plus 3,6 Grad extrem zu warm, was sich aber positiv auf die Feinstaubbelastung auswirkte. Aber auch Sommer (+1,5) und Herbst (+0,7) lagen über den Vergleichswerten. In Sachen Regen haben der Westen zu wenig und der Osten mit den unwetterartigen Gewittern samt Starkregen Ende Mai/Anfang Juni durch das „Tief Mitteleuropa“ zu viel abbekommen. Mit einem Niederschlagsdefizit von 22 Prozent war das Frühjahr landesweit zu trocken, wobei die Spanne zwischen 9,4 Prozent im Raum Dresden bis 37,8 Prozent in der Region Leipzig reichte.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat einen Satellitenfilm zum Jahr 2016 veröffentlicht – der Blick aus dem Weltraum auf das vergangene Jahr in 23 Minuten.

Nach Angaben von Falk Böttcher vom Deutschen Wetterdienst stachen vor allem die Regionen Dresden, Zwickau und höhere Lagen im Landkreis Mittelsachsen in Sachen Temperatur heraus. Der Minusrekord wurde dabei mit 20,4 Grad am 22. Januar in Dippoldiswalde gemessen, die Höchsttemperatur von 35,6 Grad am 28. August in Klitzschen. Mit 1229,8 Millimeter die größte Niederschlagsmenge fiel um Carlsfeld, während der Südraum Leipzig nur gut ein Drittel davon abbekam.

Sven Martens vom Staatsbetrieb Sachsenforst berichtete von wachsenden Dürreschäden in den Wäldern. Während vor allem Buchen Symptome von „Burn Out“ zeigten, seien Fichten in Sachen Borkenkäfer hochgradig gefährdet. Die warme Witterung hat indes je nach Niederschlag und Speichervermögen der Böden die Erträge der Landwirtschaft begünstigt. Laut LfULG lag das Niveau fast aller Hauptkulturen über dem Durchschnitt vergangener Jahre, im Weinbau wird eine Rekordernte von überdurchschnittlicher Qualität erwartet.

Nach Einschätzung der Experten wird sich der seit knapp 30 Jahren anhaltende Erwärmungstrend bis Ende des 21. Jahrhunderts fortsetzen - bei sich verschärfender Trockenheit und mit Folgen für Umwelt und Landwirtschaft.

dpa

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