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Getrennte Eltern, geteilte Betreuung

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Eine Woche Mama, eine Woche Papa – Eltern, die Ihr Kind nach einer Trennung im gleichen Umfang wie der Ex-Partner betreuen wollen, können diesen Wunsch künftig unter Umständen auch gegen den Willen des Ex-Partners durchsetzen

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Wenn beide Eltern das Sorgerecht haben, spricht nichts gegen die gleichberechtigte Betreuung, urteilte der BGH.

Quelle: dpa

Dresden. Eine Woche Mama, eine Woche Papa – Eltern, die Ihr Kind nach einer Trennung im gleichen Umfang wie der Ex-Partner betreuen wollen, können diesen Wunsch künftig unter Umständen auch gegen den Willen des Ex-Partners durchsetzen. In einem Urteil stärkte der Bundesgerichtshof (BGH) das sogenannte Wechselmodell bei der Betreuung von Trennungskindern.

Anders als bei vielen europäischen Nachbarn ist es in Deutschland wesentlich häufiger so, dass Trennungskinder in sogenannten Residenzmodellen betreut werden. Das bedeutet, dass ein Kind nach der Trennung seiner Eltern nur beispielsweise jedes zweite Wochenende bei dem einen Elternteil ist und bei dem anderen Elternteil seinen ständigen Aufenthalt hat.

Bislang war umstritten, ob Gerichte die abwechselnde Betreuung an-ordnen dürfen, wenn die Eltern sich nicht einig sind, in welchem Betreuungsmodell sie ihr Kind betreuen wollen. So vertrat das Oberlandesgericht Dresden die Auffassung, dass die Anordnung eines Wechselmodells im Gericht durch das Gesetz nicht vorgesehen ist. Verweigerte ein Elternteil seine Zustimmung zur Betreuung des Kindes im Wechselmodell, scheiterte allein vor diesem Hintergrund eine Betreuung im Wechselmodell. Dies auch dann, wenn nach Auffassung des Gerichtes die Betreuung im Wechselmodell dem Kindeswohl am besten entsprochen hätte oder das Kind einen entsprechenden Wunsch äußerte.

RAin Katja Noltemeie

RAin Katja Noltemeie

Quelle: Ralf U. Heinrich

Der BGH stellt jetzt klar, dass - solange beide Eltern das Sorgerecht haben – im Gesetz nichts gegen eine gleichberechtigte Betreuung spreche. Entscheidender Maßstab zur Anordnung eines Wechselmodells sei aber das Kindeswohl. Das Gericht muss prüfen, ob das Wechselmodell im Vergleich mit anderen Betreuungsmodellen dem Kindeswohl im konkreten Fall am besten entspricht. Zu berücksichtigten sei, dass das Wechselmodell gegenüber herkömmlichen Umgangsmodellen höhere Anforderungen an die Eltern und das Kind im Hinblick auf die Organisation beim Leben in zwei Haushalten stellt. Es setzt daher eine bestehende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern voraus. Sind die Ex-Partner stark zerstritten, dürfte das Modell deshalb in aller Regel nicht im Interesse des Kindes liegen. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist der Wille, welchen das Kind äußert. Mit steigendem Alter werden die Wünsche des Kindes und seine Vorstellungen immer wichtiger und das Gericht muss das Kind daher persönlich fragen.

Ein Wechselmodell hat auch Auswirkungen auf den Kindesunterhalt. Wird ein Wechselmodell gelebt, sind beide Eltern verpflichtet, für den Kindesunterhalt aufzukommen. Die Zahlung des monatlichen Unterhaltsbedarfes des Kindes erfolgt im Verhältnis der Einkünfte der Eltern zueinander. Die Annahme vieler Eltern, dass beim Wechselmodell kein Elternteil Barunterhalt zahlen muss, ist daher nur zutreffend, wenn die Eltern über gleichhohe Einkünfte verfügen.

Katja Noltemeier
Rechtsanwältin

Fachanwältin für Familienrecht

Anwaltskanzlei Noltemeier. Niederl

An der Dreikönigskirche 10, 01097 Dresden

Tel. 0351/81197300

www.noltemeier-niederl.de

Von Rechtsanwältin Katja Noltemeier

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