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Warum dunkle Schokolade nicht nur glücklicher, sondern auch gesünder macht

Schlemmen ohne schlechtes Gewissen Warum dunkle Schokolade nicht nur glücklicher, sondern auch gesünder macht

„Leben ist wie Schokolade essen, voller Freude, Möglichkeiten und Genuss.“ Das ist die These und das Konzept der Dresdner Diplom-Psychologin und Autorin Ilona Bürgel. Ihre Aufforderung: Selbstfürsorge statt Stressverschleiß, machen statt meckern, Genuss statt Verzicht – und das am besten mit einem Stück Schokolade.

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Quelle: dpa

Dresden.  „Leben ist wie Schokolade essen, voller Freude, Möglichkeiten und Genuss.“ Das ist die These und das Konzept der Dresdner Diplom-Psychologin und Autorin Ilona Bürgel. Ihre Aufforderung: Selbstfürsorge statt Stressverschleiß, machen statt meckern, Genuss statt Verzicht – und das am besten mit einem Stück Schokolade.

 
Frage: Jeden Tag ein Stück Schokolade: Das werden sicher viele Menschen gern hören.

Ilona Bürgel: Das klingt natürlich gut. Es geht aber darum, welche Schokolade wir essen. Wählen wir die richtige, empfiehlt sogar die Deutsche Gesellschaft für Gesunde Ernährung zehn Gramm pro Tag.

Was ist denn die richtige Schokolade?

Sie sollte mindestens 70 Prozent Kakao und wenig Zucker enthalten. Dann macht sie schneller satt und wir essen automatisch weniger. Die Kakaopflanze wird „Speise der Götter“ genannt, weil die Natur kein zweites Mal so viele wertvolle Nährstoffe auf so kleinem Raum zusammengepackt hat.

Und deshalb ist diese Form auch gesund?

Genau. Schokolade ist nicht nur eine Metapher dafür, wie wir uns vor Stress und Burnout durch eine neue Haltung schützen können. Der Kakao trägt selbst zum Stressabbau und der Gesundheit bei. Die enthaltene Ölsäure hilft, das Gesamt-Cholesterin zu verringern und das durch Stress angegriffene gute HDL-Cholesterin wieder aufzubauen. Polyphenole verleihen nicht nur den bitteren Geschmack, sie bändigen auch freie Radikale, die für Herzinfarkt und Krebs verantwortlich sind.

Warum macht uns Schokolade glücklich?

Schokolade bringt neben dem angenehmen Geschmack winzige Mengen des mit dem Marihuana verwandten Wirkstoffes Anandamid. Außerdem sind die Substanzen Koffein und Theobromin enthalten, die ein Stück zum Muntermacher machen und drei Tassen Kaffee ersetzen. Die Produktion unserer körpereigenen Glückshormone und des Belohnungshormons Dopamin wird angeregt. Hinzu kommt Phenylethylamin – der Stoff, den wir vom „runners high“ oder Verliebtsein kennen – und das Entspannungshormon Serotonin. Bemerkenswert ist, dass bereits der Geruch von Kakao die Frequenz unserer Gehirnwellen in Richtung Alphazustand lenkt: Dem Idealzustand der entspannten Wachheit, in dem wir besonders kreativ sein können.

Kneift nicht irgendwann der Hosenbund, wenn ich ständig zur Schokoladentafel greife?

Die gute Nachricht für alle Figurbewussten lautet: Dunkle Schokolade beeinflusst den Blutzuckerspiegel kaum. Das bedeutet, dass kaum Insulin ausgeschüttet wird und Nahrungsfette nicht auf der Hüfte landen. Im Rahmen einer kohlenhydratreduzierten Ernährung kann man ohne Mengenbeschränkung schlemmen.

Wovon sollte ich lieber die Finger lassen, wenn ich Lust auf etwas Süßes habe?

Schokolade mit viel Zucker ist nicht zu empfehlen. Essen hat ja generell viele Ersatzfunktionen. Es hilft beim Stressabbau, bei Langeweile oder tröstet uns – und zwar mit schnellem Erfolg. Viele Menschen greifen deshalb zu Schokolade oder anderen süßen Sachen. Lebensmittel mit viel Zucker sind aber eher wie eine Droge: Sie lösen einen ganz schnellen Kick aus, der aber auch ganz schnell wieder vorbei ist. Und in der Regel kann man nach einem Stück nicht aufhören. Je chemischer ein Produkt hergestellt wurde, desto mehr Appetitanreger befinden sich darin. Und schließlich essen wir mehr und mehr davon, um einen Ausgleich zu erzielen.

Welche Rolle spielt das bewusste Essen?

Eine sehr große. Wenn wir schnell am Computer oder Telefon etwas in uns hineinstopfen, merken wir weder, wie etwas schmeckt, noch wie viel wir essen. Unsere Aufmerksamkeit ist ganz woanders. Das gilt besonders fürs Naschen: Eigentlich machen wir es, um es zu genießen und uns zu belohnen. Das tun es aber nicht, wenn es nebenbei geschieht.

Mit dem Genießen haben die Deutschen ja ohnehin so ihre Probleme, oder?

Auf jeden Fall. Ich habe eine Umfrage zu den Stärken der Deutschen gemacht. Genussfähigkeit landete dabei auf dem letzten Platz. Das hat mich total erschrocken und gezeigt, dass wir Deutschen offenbar kein Genussgen besitzen. Denkt man beispielsweise an Frankreich, hat man ganz andere Assoziationen. Für mich jedenfalls ist Schokolade der Notausgang zu einem genussvollen Leben.

Von Christin Grödel

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