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Dresdner Zahnarzt erklärt, wie wichtig Mundpflege bereits im Kleinkindalter ist

Ab dem ersten Zahn Dresdner Zahnarzt erklärt, wie wichtig Mundpflege bereits im Kleinkindalter ist

Milchzähne sind die Grundlage für die bleibenden Zähne. Bereits in den ersten Jahren wird deshalb die Basis für ein gesundes Gebiss gelegt. Dr. Guido Nitzsche, der gemeinsam mit Partnern zwei Praxen in Dresden und Coswig betreibt, erklärt im DNN-Interview, worauf es bei der Zahnpflege von Kindern ankommt.

Geduldig und einfühlsam: Dr. Guido Nitzsche nimmt Kindern die Angst, weil er ihnen ruhig erklärt, was er macht.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Milchzähne sind die Grundlage für die bleibenden Zähne. Bereits in den ersten Jahren wird deshalb die Basis für ein gesundes Gebiss gelegt. Dr. Guido Nitzsche, der gemeinsam mit Partnern zwei Praxen in Dresden und Coswig betreibt, erklärt im DNN-Interview, worauf es bei der Zahnpflege von Kindern ankommt.

Frage: Wann sollten Kinder zum ersten Mal zum Zahnarzt kommen?

Dr. Guido Nitzsche: Wir empfehlen einen ersten Besuch in der Praxis im zweiten Lebensjahr. Bei diesem frühen Einstieg muss man die Kinder natürlich spielerisch heranführen. Die Strategie heißt „tell – show – do“. Das heißt, dass wir möglichst viel erklären und zeigen und erst dann behandeln. Die Kinder sollen in ihrer eigenen Welt bleiben. Deswegen ist Ablenkung das A und O, zum Beispiel mithilfe von Trickfilmen, die über in der Decke eingelassene Monitore flimmern. Das spart uns die Hypnose.

Kommt schon beim ersten Zahn die Zahnbürste zum Einsatz?

Ja. Sobald der erste Zahn da ist, kann spielerisch mit einer Babyzahnbürste geputzt werden. Ab dem dritten Lebensjahr empfiehlt sich eine elektrische Zahnbürste. Das hat insbesondere für Jungs einen Motivationseffekt. Bis mindestens zum sechsten Lebensjahr sollten allerdings die Eltern putzen, weil jüngere Kinder die Motorik für diese Bewegungsabläufe noch nicht entwickelt haben.

Welchen Einfluss hat die genetische Komponente auf frühkindlichen Karies?

Veranlagung spielt eine untergeordnete Rolle. Die Zahnsubstanz ist im wesentlichen bei allen gleich. Für Karies sind die Mundhygiene und die Ernährung entscheidend. Ursachen sind vor allem süße Getränke, die Eltern ihren Kindern im Dauerkonsum geben.

Dann haben es Eltern in erster Linie selbst in der Hand, ob ihre Kinder ein gesundes Gebiss entwickeln?

Ja, Karies ist in den meisten Fällen ein soziales Problem. Prävention greift bei bestimmten Gruppen nicht. Wenn eine Zweijährige mehrere kaputte Zähne hat, ist das nicht genetisch.

Wie viele Kinder sind denn von frühkindlichem Karies betroffen?

Etwa 10 bis 15 Prozent eines Jahrgangs. Die fallen durchs Raster. Viele haben nichts und einige haben alles. Oder anders gesagt: 20 Prozent der Kinder vereinigen 80 Prozent der Karies auf sich.

Klingt nach viel Arbeit für Sie und Ihre Kollegen.

Ja, vor allem auch deshalb, weil wir als Überweiserpraxis Kinder aus ganz Sachsen behandeln. Dass sind Kinder, bei denen andere Zahnärzte gescheitert sind, die den Mund nicht aufmachen. Die meisten sind so verstört, dass wir sie narkotisieren. Ein oder zwei Zähne kann man bei einem Zweijährigen vielleicht noch behandeln, bei acht oder neun Zähnen aber kommt man ohne Narkose an die Grenzen.

Wie oft führen Sie Narkosebehandlungen durch?

Etwa 900 pro Jahr. Das ist eine erhebliche Zahl, aber es könnten auch 1500 sein. Unsere Kapazitäten sind ausgelastet, wir sind am Limit. Wer sich jetzt bei uns meldet, bekommt einen Termin im September.

Empfiehlt es sich, dass Eltern während einer normalen Behandlung mit im Raum sind?

Kinder sollten ihre Eltern mit reinnehmen, aber dann müssen die sich zurückhalten und nicht ihre eigene Angst vor dem Zahnarzt auf das Kind übertragen. Negative Worte sollten sie vermeiden. Wer sagt: ’Du brauchst keine Angst zu haben’ rückt die Angst gerade in den Fokus.

Wenn die Milchzähne kaputt waren, welche Folgen hat das für das bleibende Gebiss? Sind gesunde Zähne dann noch möglich?

Man kann die Kurve noch bekommen. Dann müssen Ernährung und Mundhygiene aber entsprechend stimmen. Haben sich aber bereits Kariesbakterien im Mund breit gemacht, braucht es selbst wenig Zucker, um im bleibenden Gebiss Karies zu bekommen.

Welche besonderen Eigenschaften sollte ein Kinderzahnarzt besitzen?

Man muss viel Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringen und wahnsinnig schnell sein. Denn man kann nur kurze Behandlungssequenzen durchführen, muss also möglichst viel möglichst schnell schaffen. Kinderzahnheilkunde ist nichts für Anfänger. Der Fokus liegt beim Kind, die Behandlung läuft eher nebenbei ab.

Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Ich wollte das schon immer machen. Weil ich so wirklich helfen kann.

Zahnarztpraxis Dr. Guido Nitzsche & Partner, Dresden: Pirnaer Landstraße 145-147, Tel.: 20 15 661, Coswig: Radebeuler Straße 9, Tel.: 03523/73 072, www.kinderzahnheilkunde-dresden.de

Von Christin Grödel

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