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DAK: Angehörige von Demenzkranken fordern mehr Unterstützung

Gesundheit DAK: Angehörige von Demenzkranken fordern mehr Unterstützung

Seit die Kanzlerin in einer Fernsehsendung vor der Bundestagswahl mit den Zuständen in der Pflege konfrontiert wurde, bekam das Thema viel Aufmerksamkeit. Doch wie geht die Gesellschaft mit Pflegebedürftigen im Alltag um?

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Mehr Geld und professionelle Hilfe wünschen sich die Angehörigen von Demenzkranken.

Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin. Pflegende Angehörige von Demenzerkrankten fühlen sich oft allein gelassen bei dieser aufzehrenden Betreuung. Sie fordern mehr Unterstützung - finanziell, aber auch durch professionelle Dienste.

Zudem verlangen sie mehr Respekt für Menschen, deren Geisteskraft nachlässt, und auch für deren Familien. Dies geht aus dem aktuellen Pflegereport der DAK-Gesundheit hervor, der dieses Mal den Schwerpunkt

Demenz hat.

Beim Wunsch nach mehr Unterstützung geben nach der Studie im Auftrag der gesetzlichen Krankenkasse 86 Prozent der Befragten an, mehr finanzielle Hilfe zu brauchen. Zwei von drei erhofften sich mehr Unterstützung durch professionelle Dienste. 60 Prozent erwarteten für sich und ihre dementen Familienmitglieder mehr Selbsthilfe-, 42 Prozent mehr Informationsangebote. Jeder dritte pflegende Angehörige will Unterstützung durch Freiwillige und günstigere Möglichkeiten, sich von privaten Pflegekräften unterstützen zu lassen.

Trotz aller Unterstützungswünsche halten nach den Worten von DAK-Chef Andreas Storm fast 40 Prozent der Befragten mit dementen Angehörigen ein gutes Leben mit Demenz durchaus für möglich. "Menschen mit Demenz haben das gleiche Recht auf Würde, Selbstbestimmung und ein sinnerfülltes Leben wie wir alle", sagt Storm.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte der dpa: "Schon das Bekenntnis betroffen zu sein, führt zu Isolation. ... Aus der beliebten Nachbarin wird schleichend "die Demente von nebenan"." Die Krankheit verändere nicht nur die Persönlichkeit, sondern auch das Bild der Anderen. "Freunde und Nachbarn wenden sich aus Unsicherheit und Angst ab. Manche tun so, als sei Demenz ansteckend." Dies sei Diskriminierung. "Wir müssen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in die Mitte nehmen."

Drei von vier Demenzpatienten müssen laut Report im Jahr nach der Diagnose ins Krankenhaus. Dort würden sie häufiger als andere wegen Flüssigkeitsmangel (plus fünf Prozent), Oberschenkelbruch oder Delirium (jeweils plus vier Prozent) behandelt. Sowohl die Versorgung demenziell Erkrankter als auch die Diagnostik sei nicht optimal, hieß es bei der DAK. Fast zwei Drittel der Erstdiagnosen von Demenz werden nicht anhand adäquater Leitlinien gestellt.

Bei der Frage, welches die beste Art der Betreuung und Unterbringung ist, herrscht dem Report zufolge Unsicherheit. 35 Prozent der Befragten mit Demenzerfahrung halten den eigenen Haushalt für den besten Ort für Menschen mit Demenz. 22 Prozent halten ambulant betreute Wohngruppen für die bessere Alternative. Andere nennen gute Pflegeheime (16 Prozent) oder den Haushalt von Angehörigen (13 Prozent).

Storm schlug vor, Krankenhäuser, die nicht mehr benötigt würden, in Pflegekompetenzzentren umzuwandeln. Dort könnten wichtige Angebote, von Beratung über spezialisierte Wohngruppen bis Kurzzeitpflege, unter einem Dach gebündelt werden. Grenzen zwischen ambulanter Pflege, Geriatrie und Pflegeheimen würden überwunden. "Gerade im kommunalen und ländlichen Bereich könnte so die

Pflege gestärkt werden", sagt Storm.

Durch ein Förderprogramm des Gesundheitsministeriums hat sich die Zahl der ungelernten Betreuer in Pflegeeinrichtungen in den vergangenen vier Jahren von 28 000 auf 60 000 mehr als verdoppelt. Wie das Ministerium mitteilte, stehen im Schnitt mehr als vier zusätzliche Betreuungskräfte je Pflegeeinrichtung zur Verfügung. Sie sollen die Arbeit der Pflegefachkräfte unterstützen, indem sie mit Pflegebedürftigen spazieren gehen, ihnen vorlesen oder einfach nur zuhören. Sie werden von der Pflegeversicherung bezahlt.

dpa

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