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Verkannt und geschmäht

Bergenien Verkannt und geschmäht

Bergenien gelten als „Großmutterpflanzen“ und sind deshalb bei der Gartengestaltung eher nicht die erste Wahl. Kaum zu verstehen, denn die Stauden sind robust, brauchen wenig Pflege, bekommen kaum Krankheiten, werden von Schnecken zwar als Deckung genutzt, aber nicht angefressen und bringen im Frühling schöne Blüten hervor, die sich in der Vase lange halten.

Bergenie (Bergenia Hybride ‚Rote Schwester’).

Quelle: Catrin Steinbach

Dresden. Bergenien sind nicht „in“, gelten als „Großmutterpflanzen“ bzw. „Friedhofspflanzen“ und sind deshalb bei der Gartengestaltung eher nicht die erste Wahl. Kaum zu verstehen eigentlich. Denn die Stauden sind sehr robust, brauchen sehr wenig Pflege, halten auch mal eine längere Zeit Trockenheit aus. Zudem bekommen die Pflanzen aus der Familie der Steinbrechgewächse kaum Krankheiten, werden von Schnecken zwar als Deckung genutzt, aber nicht angefressen und bringen im Frühling wunderschöne Blüten hervor, die sich in der Vase lange halten.

Die breiten kurzstieligen Blätter sind je nach Art und Sorte bis zu 40 cm lang und 20 cm breit und sorgen für Struktur im Beet. Auch kann man sie fast das ganze Jahr über als Grün für kleine Sträuße verwenden. Von manchen Sorten färben sich die Blätter im Herbst und Winter rötlich und sorgen so wieder für ein schönes Farbenspiel.

Selbst im Winter behalten Bergenien die Blätter. Bei frostigem Wetter liegen diese zwar schlapp und flach am Boden, doch sobald es wärmer wird, richten sie sich wieder auf. Die Pflanzen bilden – so man sie lässt – dichte Teppiche. Die an der Erdoberfläche wachsenden Rhizome kann man aber relativ leicht entfernen, wenn man den Bestand begrenzen möchte. Und noch ein Plus: Wo Bergenien wachsen, hat Unkraut wenig Chancen.

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Der Bund deutscher Staudengärtner bricht eine Lanze für die Bergenie. Denn die wunderschön blühende Staude ist ein verkanntes Genie. Deshalb wurde sie zur Staude des Jahres 2017 gekürt.

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Dass Bergenien Schattenpflanzen sind, ist allerdings eine Mär, die leider immer noch Verbreitung findet. Dunkle Plätze mag nur die Kaschmir-Bergenie (Bergenia ciliata), die zu den wenigen nicht wintergrünen Arten zählt. Alle anderen Bergenien brauchen wenigstens einen halbschattigen Ort. Aber auch in der Sonne gedeihen sie prächtig. Direkte Sonnenbestrahlung rege die Blütenbildung an und verstärke die Blattfärbung, informiert der Bund deutscher Staudengärtner, der die Bergenie 2017 zur „Staude des Jahres“ gekürt hat.

Staudengärtner Marko Thate aus Pirna-Graupa empfiehlt, die Stauden „alle zwei bis drei Jahre im April bzw. Mai kräftig bis knapp über dem Boden“ herunterzuschneiden, damit sie sich verjüngen und üppiger blühen. Regelmäßige Düngergaben sorgen für kräftiges Wachstum und üppige Blüten. Staunässe vertragen Bergenien nicht.

Ihre Blütenstände bestehen aus vielen kleinen glöckchenartigen Blüten an langen oder kurzen Stängeln. In der Regel erscheinen diese ab April. In spätfrostgefährdeten Regionen sollte man auf Sorten zurückgreifen, die erst im Mai blühen wie ’Wintermärchen’ und ’Oeschberg’. Manche Sorten schieben manchmal sogar im Spätsommer oder Herbst noch mal ein paar Blüten nach. Die Sorte ’Herbstblüte’ hat also ihren Namen nicht von ungefähr.

Farblich setzen Bergenien von der Blüte her weiße, zartrosafarbene, pinke oder auch dunkelrote Akzente im Garten. „Die Sorte ’Biedermeier’ bringt zweifarbige Blüten hervor“, so Marko Thate. Er macht allerdings darauf aufmerksam, dass die weiße Färbung von Sorten wie ’Schneekönigin’ leider nicht von langer Dauer sei. „Nach zwei, drei Jahren im Garten bringen die ursprünglich weiß blühenden Sorten mehr und mehr rosafarbene Blüten.“ Am schönsten wirken Bergenien in Gruppen von mehreren Pflanzen, weiß der Pirnaer Staudengärtner.

Von Catrin Steinbach

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