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Beim Nistkastenkauf sollte nicht nur die Optik entscheiden

Vögel im Garten: Großdittmannsdorfer Ornithologe gibt Tipps Beim Nistkastenkauf sollte nicht nur die Optik entscheiden

Manche sind knallbunt und verziert, einige als Mehrfamilienhäuser zu haben, andere bestehen aus grobem Holz und sind eher unspektakulär – Nistkästen. Was genau Gartenvögel brauchen und worauf man beim Nistkastenkauf achten sollte, das weiß Matthias Schrack, Leiter der Fachgruppe Ornithologie Großdittmannsdorf des Naturschutzbundes Sachsen.

Nistkasten inmitten von Kletterpflanzen.

Quelle: Karsten Peterlein

Radeburg/Dresden. „Die Schwanzmeisen und die Amseln gehören zu den ersten, die im Frühling anfangen Nester zu bauen“, weiß Matthias Schrack, Leiter der Fachgruppe Ornithologie Großdittmannsdorf des Naturschutzbundes. „Spätestens im März sollten die Kästen angebracht sein.“ Wer also in seinem Garten Wohnraum für Vögel schaffen will, sollte dies jetzt tun. Und selbst wenn man bei den Meisen schon zu spät kommen sollte – vielleicht freuen sich ja später zurückkehrende Zugvögel wie der Gartenrotschwanz über freie Kapazitäten. „Manchmal ziehen Vögel später im Frühjahr für eine zweite Brut an einen neuen Nistplatz um“, ermuntert der Naturschutzbund Gartenbesitzer zum Handeln.

„Nistkästen sind dort sinnvoll, wo natürliche Baumhöhlen fehlen“, erklärt der Großdittmannsdorfer Ornithologe. Aus seiner Sicht werden alte Bäume viel zu schnell gefällt. „Wenn man nur das dünne Holz entfernt und den Stamm einfach stehen lässt, können Bunt-, Klein- und Grünspecht ihre Höhlen im weichen Holz anlegen. Zudem finden für den Garten nützliche Insekten so eine Wohnstätte. Schadinsekten leben nämlich nicht im Totholz. Der Stamm kann mit Kletterpflanzen wie Efeu oder Blauregen hübsch aussehen und Vogelbrutstätte sein. Ein solches Spalier ist individuell, das bietet kein Baumarkt.“

Matthias Schrack zeigt einen noch nicht gesäuberten Nistkasten der vergangenen Saison

Matthias Schrack zeigt einen noch nicht gesäuberten Nistkasten der vergangenen Saison. „Im Herbst sollte man die Nistkästen ausräumen.“

Quelle: Catrin Steinbach

Wer einen Nistkasten kaufen will, sollte die Entscheidung nicht nach der Optik fällen. „Raues Naturholz ist am besten. Es sorgt für ein gutes Klima im Nest und ermöglicht den Jungvögeln, an der Innenseite heraufzuklettern. Außen kann man es mit einem Holzschutzmittel streichen. Wichtig ist außerdem, dass die verwendeten Bretter wenigstens 2,5 cm, besser 3 cm dick sind, um wirklich Schutz gegen Regen und Temperaturschwankungen bieten zu können“, so der Naturschützer.

„Zudem sollte der Nistkasten eine Grundfläche von wenigstens 12 x 12 cm haben. Das wäre die richtige Größe für Meisen.“ Auch die Größe des Einflugloches, das sich immer im oberen Drittel befinden sollte, sei wichtig, damit die Nisthilfe überhaupt angenommen werde. Bei Blaumeisen rechne man 28 mm Durchmesser, bei Kohlmeisen und Gartenrotschwänze 32 mm und beim Star 45-46 mm. Eine vor dem Einflugloch angebrachte Sitzstange sei nicht nur unnötig, sondern schade den Nistkastenbewohnern eher, weil sie den Räubern das Klettern am Kasten erleichtere.

„In welche Himmelsrichtung die Einfluglöcher der Nistkästen zeigen, ist unerheblich“, so die Erfahrung des Ornithologen. Wichtig sei, dass die Kasten-Vorderseite leicht nach vorn geneigt ist, damit kein Regenwasser eindringen kann. Und: „Die Bruthilfen sollten keinesfalls in die pralle Sonne gehängt werden, damit sich die Kästen nicht zu sehr aufheizen“, nennt Matthias Schrack einen weiteren wichtigen Punkt für die Standortwahl. „Also ein halbschattiges Plätzchen suchen und prüfen, dass es Katze, Marder und andere Raubtiere über andere Äste, Pergolen, Dächer oder was auch immer nicht zu leicht haben, ans Nest zu gelangen.“ Für die Höhe, in der man Nistkästen anbringt, gibt es kein Mindestmaß. „Meisen brüten oft schon in 1,5 Meter Höhe, z. B. auch in Briefkästen“, weiß Schrack. Aber je höher die Kästen hängen, umso mühsamer haben es Räuber.

„Am schwersten macht man es denen, wenn man Nistkästen an einem stabilen Drahtbügel über einen dicken Ast hängt. Das Schwanken des Kastens bei Wind stört die Vögel nicht“, so der Ornithologe. Er möchte die Gartenbesitzer aber auch für den natürlichen Kreislauf in der Natur sensibilisieren. „Gartenvögel sind Teil der Nahrungskette. Auch deren Fressfeinde haben das Recht zu leben.“

Ist es nun wichtig, Nistkästen im Herbst zu reinigen? „Ja“, sagt Matthias Schrack. Deshalb sollte man auch nur Kästen kaufen, die sich zu diesem Zweck einfach öffnen lassen. Reinige man die Kästen nicht, seien sie bald voll mit Nistmaterial, toten Jungvögeln und Parasiten und würden nicht mehr aufgesucht. Eine zweite Inspektion der Kästen empfiehlt sich jetzt im März. Denn viele Vögel nutzen die Kästen im Winter als Schlafplatz. Und da kann es sein, dass man vor Brutbeginn noch mal Kot entfernen muss.

Von der Sommerfütterung der Gartenvögel hält der Ornithologe Matthias Schrack persönlich nichts. „Man sollte lieber darauf achten, dass es im Garten in der gesamten Vegetationsperiode nicht nur grünt, sondern auch blüht. Das zieht Insekten an, die wieder Nahrung für die Vögel sind. Auch Früchte verschiedenster Art – von der Hagebutte bis zur Nuss – sowie die von Blühpflanzen und K

Von Catrin Steinbach

Großdittmannsdorf 51.1968727 13.7709291
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