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Süß-säuerlich und saftig: Maibiers Parmäne

Sächsische Obstsorte des Jahres 2018 Süß-säuerlich und saftig: Maibiers Parmäne

Sie sind saftig und schmecken süß-säuerlich – die Früchte von ’Maibiers Parmäne’. So nennt sich eine alte Apfelsorte, die noch vor hundert Jahren im Dresdner Umland einen großen Bekanntheitsgrad hatte und heute hierzulande nur noch vereinzelt zu finden ist. Sachsens Pomologen wollen die alte Sorte bewahren und wieder bekannter machen.

Ein Apfel der Sorte ’Maibiers Parmäne’.

Quelle: Catrin Steinbach

Dresden. Sie sind saftig und schmecken süß-säuerlich – die Früchte von ’Maibiers Parmäne’. So nennt sich eine alte Apfelsorte, die noch vor hundert Jahren im Dresdner Umland einen großen Bekanntheitsgrad hatte und heute hierzulande nur noch vereinzelt zu finden ist. Sachsens Pomologen haben die alte Sorte wiederentdeckt und zur Obstsorte des Jahres 2018 gekürt. „Denn wir haben uns vorgenommen, alte Sorten aus der Region, die vom Aussterben bedroht sind, nicht nur zu erhalten, sondern auch bekannt zu machen“, sagt Stephan Wiemer von der Landesgruppe Sachsen des Pomologen Verein e.V. „Unser Ziel ist, die Leute zu animieren, in den eigenen Garten wieder solche alte Sorten zu pflanzen.“ Und damit das tatsächlich möglich ist, hat der Pomologenverein enge Kontakte zu Baumschulen in Sachsen geknüpft. Sie vermehren die alten Sorten und bieten sie zum Verkauf. Im Herbst sollen die ersten Bäumchen zu haben sein.

’Maibiers Parmäne’ war vor 1860 in Moritzburg bei Dresden in einem Privatgarten entdeckt worden. „Benannt ist die Apfelsorte nach dem Dresdner Handelsgärtner Maibier – dem Schwager des Gartenbesitzers“, so Wiemer. Denn Maibier habe die Apfelsorte bekannt gemacht und verbreitet, bevor z.B. der Beamte und Pomologe Gustav von Flotow (1789-1864) sie dann erstmals beschrieb. „Der Anbau der Sorte blieb jedoch – auch im 20. Jahrhundert – mehr oder weniger auf Sachsen beschränkt.“ ’Maibiers Parmäne’ sei vor und während des Zweiten Weltkrieges als robuste und ertragreiche Sorte zum Anbau empfohlen worden. „Deshalb sind im Dresdner Umland noch vereinzelt Bäume dieser alten Sorte zu finden“, weiß Wiemer.

Die Apfelsorte stelle, so ist vom Pomologenverein zu erfahren, bei ausreichender Feuchtigkeit keine besonderen Ansprüche an den Boden. Der Baum wachse anfangs stark, so dass ein gelegentliches Auslichten zu empfehlen sei. Die Krone wachse breitkugelig. Im reifen Zustand sind die „meist kegelförmig bis hochkugeligen Früchte“ gelb mit schwacher Rötung. Die Sorte eignet sich als Tafelapfel, kann aber auch verarbeitet werden. „Wegen später abnehmender Qualität sollte man die Äpfel aber bis Jahresende verbraucht haben“, so die Apfelexperten.

Baumschulpartner und Sortenbeschreibung unter http://pomologen-verein.de/sachsen.html

Von cat.

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