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Sexueller Missbrauch: Sonderregeln zur Verjährungsfrist

Familie Sexueller Missbrauch: Sonderregeln zur Verjährungsfrist

Fast jeder siebte Bundesbürger ist als Kind sexuell missbraucht worden. Das geht aus einer neuen wissenschaftlichen Studie hervor. Wer dies später zur Anzeige bringen möchte, sollte die Verjährungsfrist bedenken.

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Bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gibt es keine Entwarnung.

Quelle: Susann Prautsch/dpa

Berlin. Bei sexuellem Missbrauch gibt es besondere Regelungen zur Verjährungsfrist. Normalerweise beginnt im Strafrecht die Verjährung mit Beendigung der Tat.

Die

Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch beginnt allerdings erst mit Vollendung des 30. Lebensjahres des Opfers. Das regelt das Strafgesetzbuch. Die

Verjährungsfrist richtet sich dann nach der Schwere der Tat und kann zwischen 5 und 30 Jahren liegen. Zusätzlich können Betroffene zivilrechtliche Ansprüche wie Schadenersatz einklagen. Hierbei

ruht die Verjährungsfrist bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres des Opfers und liegt dann einheitlich bei 30 Jahren.

Bringen Betroffene Verbrechen Jahre später zur Anzeige, ist das meist nicht einfach. "Eine gute Lösung gibt es oft nicht", sagt Christina Clemm, Fachanwältin für Strafrecht aus Berlin. Wichtig sei es der Anwältin zufolge, dass Betroffene über ihre rechtlichen Möglichkeiten und die Verfahrensabläufe informiert werden. Opfer müssten sich ihr zufolge darüber im Klaren sein, dass eine Strafanzeige häufig nicht zu einer Verurteilung führt, gerade wenn es sich um Vorfälle aus der Kindheit handelt. Eine Anzeige könne aber dennoch wichtig sein. Selbst wenn es nicht zu einer Verurteilung komme, könne so das jahrelange Schweigen gebrochen werden.

dpa

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