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Ein neues Haustier – aber nicht als Geschenk

Haustier kaufen Ein neues Haustier – aber nicht als Geschenk

Auf vielen Wunschzetteln, vor allem von Kindern, steht ein eigenes Haustier ganz oben. Wer mit dem Gedanken spielt sich ein Haustier anzuschaffen, oder einen Spielgefährten zu einem bereits im Haus wohnenden Tier zu suchen, sollte dies jedoch grundsätzlich nicht im Rahmen eines Geschenkes machen.

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Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum.

Quelle: Fotolia © ztranger

Alle Jahre wieder versuchen uns die Kinder mit großen Kulleraugen davon zu überzeugen, endlich das lang ersehnte Haustierchen zu bekommen. Besonders an Weihnachten, aber auch zum Geburstag, wird dieser Wunsch bei vielen besonders groß. Als Geschenk sind die kleinen oder größeren Geschöpfe aber einfach nicht geeignet, da vielmals die Verantwortung und der Pflegeaufwand dabei nicht ausreichend bedacht werden.

Anschaffung keine Spontanentscheidung

Ein neues, tierisches Familienmitglied sollte nicht im Rahmen eines Spontankaufes angeschafft werden oder um überstürzte Wünsche zu befriedigen. Ein solcher Schritt muss gut überlegt werden. Meist ist es sinnvoll, wenn beispielsweise nicht nur eine Person alleine für das Tierchen verantwortlich ist. Bevor der neue Gefährte Einzug hält, sollten deshalb alle Familienmitglieder einverstanden sein.

Gerade für kleine Kinder steht vor allem die Beschäftigung mit sich selbst und dem Tier im Vordergrund. Um für die Pflege vollständig die Verantwortung zu übernehmen, sind viele oft noch zu klein. Dennoch kann ein Tier auch eine gute Möglichkeit sein, nach und nach das notwendige Pflichtgefühl zu lernen. Hier müssen die Eltern dann einen entsprechend großen Teil der Betreuung selbst übernehmen.

Auch die Wahl des passenden Tieres ist oft nicht einfach. Nicht jeder ist ein ausgesprochener Hunde- oder Katzentyp. Es hilft, sich intensiv mit den verschiedenen, für eine Haltung zuhause geeigneten Arten auseinanderzusetzen. Manche Tiere sind eher nachts oder in den Abendstunden aktiv. Möchten Kinder tagsüber Kontakt, ist dies bereits problematisch.

Kleine Tier-Übersicht

Verschiedene Lebenserwartung, Unterschiedlicher Platz- und Bewegungsbedarf und vielfältige charakterliche Eigenschaften: Jede Tierart hat ihre eigenen Besonderheiten. Je nach den individuellen Vorstellungen und Vorlieben ist deshalb die eine oder andere Art besser als Haustier geeignet.

Ein Hund als Haustier

Hunde sind sehr auf ihre Bezugsperson fixiert. Wenn sie genügend Aufmerksamkeit bekommen, können sie allein gehalten werden. Je nach Rasse – 124 verschiedene sind offiziell anerkannt – unterscheiden sich die besonderen Charaktermerkmale. Von gutmütig und gelehrig, verschmust und verspielt bis wachsam und anspruchsvoll ist alles vertreten. Die meisten sind dabei sehr familienfreundlich und für den Umgang mit Kindern geeignet.

Hund als Haustier

Ein Hund kann für viele Kinder ein toller Freund und Spielkamerad sein. Er braucht viel Aufmerksamkeit und regelmäßigen Auslauf.

Quelle: pixabay © Pezibear CC0 Public Domain

Auch Mischlingshunde sind treue Begleiter und meist unkomplizierter in der Haltung, da sie oft nicht zu den rassenspezifischen Krankheiten neigen. Bei kleineren Exemplaren wird oft unterschätzt, dass auch diese Rassen sehr viel Auslauf und Bewegung brauchen.

Katzen haben ihren eigenen Kopf

Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen sehr viel unabhängigere Tiere. Sie suchen sich selbst aus, wann sie Kontakt zu „ihrem“ Menschen möchten. Haben sie genügend Abwechslung und Beschäftigungsmöglichkeiten, können sie auch ausschließlich im Haus gehalten werden.

Bei einer engen Beziehung zu den umgebenden Menschen kann eine Katze gut alleine leben. Wenn dagegen nicht so viel Zeit ist, sollten lieber zwei gehalten werden. Dann können sich die Tiere auch miteinander beschäftigen. Im Umgang mit Kindern sind Katzen sehr geduldig. Wenn sie keine Lust mehr haben oder es ihnen zu viel wird, ziehen sie sich einfach zurück.

Nagetiere selten zum Kuscheln geeignet

Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen oder Mäuse: Diese Haustiere können auch mit etwas weniger Platz gehalten werden. Ein ausreichend großer und artgerecht ausgestatteter Käfig ist jedoch unbedingt notwendig. Viele Arten brauchen zudem täglich noch mehr Auslauf – in einem Gehege im Freien oder auch im Zimmer. Hier müssen sie jedoch beaufsichtigt werden, da sie gerne alle möglichen Kabel anknabbern.

Die Kleintiere fühlen sich meist am wohlsten, wenn sie einen oder mehrere Spielkameraden haben. Zwei Weibchen oder auch die Gesellschaft eines kastrierten Männchens sind optimal. So nimmt die Population auch nicht überhand.

Reptilien und Fische sind häufig anspruchsvoll

Tiere, die in einem Aquarium oder Terrarium gehalten werden, sind meist anspruchsvoll. Bei der Pflege kann sehr viel falsch gemacht werden, weshalb viel Wissen und oft auch Erfahrung im Umgang notwendig sind.

Schildkröte als Haustier

Schildkröten sind als Jungtiere sehr klein. Je nach Art können sie jedoch unerwartet groß werden.

Quelle: Fotolia © smuki

Fische und auch viele Echsen sind dabei einfach auch keine Tiere zum Anfassen oder Kuscheln. Dennoch sind sie ein spannendes Hobby und können mit viel Enthusiasmus und dem speziellen Interesse für Exoten für viel Freude sorgen.

Vorsicht geboten ist bei vielen Schildkrötenarten. In den Zoohandlungen sehen die kleinen possierlichen Tierchen zunächst niedlich und unkompliziert aus. Doch die meisten Arten werden unerwartet groß und bedürfen einer sehr speziellen Pflege. Außerdem werden Schildkröten sehr alt. Bereits kleinere Schildkröten haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 30 bis 40 Jahren.

Vögel sind unterhaltsam

Diese Tiere sind sehr unterhaltsam. Kanarienvögel sorgen mit ihrem Gesang den Tag über für Abwechslung. Vor allem Kindern macht es Spaß, einem Vogel das „Sprechen“ beizubringen und sich mit ihm zu „unterhalten“. Auch hier gilt: Wer weniger Zeit hat, sich um das Tierchen zu kümmern, sollte mindestens noch einen zweiten Artgenossen als Spielgefährten halten.

Wichtig ist, dass die Vögel genügend Bewegung bekommen. Viele Käfige sind als einziger Lebensraum viel zu klein. Mindestens einmal täglich sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich auch im Zimmer frei zu bewegen und etwas umherflattern zu können. Eine entsprechend große Außenvoliere kann bei einigen Arten eine gute Alternative sein.

Verantwortung üben

Wenn die Kinder keine Ruhe geben, kann zu Weihnachten auch erst einmal ein Buch oder Ratgeber verschenkt werden. Wer sich damit auseinandersetzt, kann zunächst einiges über die richtige Pflege und Haltung des Haustieres lernen.

In vielen Tierheimen gibt es außerdem die Möglichkeit, als ehrenamtlicher Spaziergänger mit einem oder mehreren Hunden regelmäßig Gassi zu gehen. So kann bereits ohne ein eigenes Tier Verantwortung übernommen, und der richtige Umgang geübt werden. Es bietet sich außerdem die Möglichkeit, neue Rassen kennenzulernen, und herauszufinden, ob ein Hund überhaupt das richtige Haustier sein könnte.

Lebewesen respektvoll behandeln

Wird ein Tier unüberlegt gekauft, ist vorher meist nicht geklärt, wieviel Zeit und Geduld die Haltung in Anspruch nehmen kann. Dann ist die Freude über den neuen Zeitgenossen oft nur von kurzer Dauer. Wenn die Pflege zur Belastung wird oder einen überfordert, werden die Tiere dann schnell wieder zurückgebracht oder in ein Tierheim gegeben.

"Die Leute unterschätzen oft die Arbeit und die Kosten, die mit einem Tier verbunden sind. Das stellen sie dann nach Weihnachten fest - und dann wird das Tier schnell wieder abgegeben, weil es nur noch als Belastung gesehen wird und nicht mehr als Familienmitglied." (Birgit Laufs, Tierheim Dormagen)

Tiere benötigen sehr viel Aufmerksamkeit. Sie sind ein Begleiter, ihr ganzes Leben lang. Und dies ist beispielsweise mit etwa zwölf bis fünfzehn Jahren bei Katzen und Hunden nicht gerade kurz. Kinder, aber auch manche Jugendliche verlieren jedoch oft recht schnell das Interesse, vor allem an den Verpflichtungen, die die Haltung mit sich bringt.

Zum Kuscheln und Liebhaben wird der Kontakt gerne gesucht, geht es jedoch ums tägliche Gassigehen oder regelmäßige Ausmisten des Käfigs, hält sich der Enthusiasmus schnell in Grenzen. Das Wohl des Tieres muss deshalb an vorderster Stelle stehen. Viel zu viele Exemplare landen bereits nach kurzer Zeit wieder im Heim, weil die Halter sich nicht ausreichend kümmern können oder wollen.

Auch „Tiere haben Gefühle“, sagt Birgit Laufs vom Tierheim in Dormagen. „Für die Tiere, die plötzlich wieder abgeschoben werden, bricht die Welt zusammen.“ Um dem entgegen zu wirken, haben viele Heime einige Tage vor Weihnachten einen Vermittlungsstopp eingeführt. So soll verhindert werden, dass die kleinen Gefährten als Geschenk unter dem Christbaum landen.

Tierpatenschaft als Alternative

Sind trotz eines ungebrochenen Wunsches einfach nicht die notwendigen Bedingungen gegeben, ein eigenes Tier zu halten, kann eine Patenschaft eine gute Alternative sein. Dazu gibt es vielfältige Lösungen.

Vor allem für große Tiere bietet die eigene Wohnung oder das Haus meist nicht genügend Platz. Auch die hohen Kosten sind oft ein Hinderungsgrund. Wenn sich die Tochter ein eigenes Pferd wünscht, übersteigt dies häufig die finanziellen Möglichkeiten. Durch eine Reitbeteiligung oder ein Pflegepferd kann dann auch ohne riesigen Aufwand eine zufriedenstellende Situation geschaffen werden.

Die eigentlichen Besitzer geben ein Stück Verantwortung und Arbeit ab, denn die Reitbeteiligung kümmert sich in der Regel auch zu einem gewissen Teil um die Pflege und das Ausmisten. Im Gegenzug kann oft selbst ein inniges Verhältnis zu dem Tier aufgebaut werden.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Patenschaft im Zoo. Dies eignet sich vor allem für Freunde exotischer Tiere oder wenn grundsätzlich wenig Zeit für ein eigenes Haustier zur Verfügung steht. Eine artgerechte Haltung von Schlangen, Echsen oder auch Schildkröten ist zuhause meist schwierig. Mit der Patenschaft im Zoo kann das ganz persönliche Wunschtier dann so oft besucht werden wie möglich. Manchmal kann aus einer Nachzucht auch ein Exemplar ausgesucht und auf den eigens ausgesuchten Namen getauft werden.

Pferd als Haustier

Mit einer Reitbeteiligung kann oft selbst ein inniges Verhältnis zum Pferd aufgebaut werden.

Quelle: pixabay © Krysty74, CC0 Public Domain

Auch Tierheime bieten eine solche Patenschaft an, oft auch für Tiere, die bereits längere Zeit dort leben. Wird in diesem Rahmen Verantwortung übernommen und es baut sich eine gute Beziehung auf, endet dies in manchen Fällen auch damit, dass das Tier beim Paten vollends ein neues Zuhause findet.

Redaktion

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