Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Google+
Auf welchen Ebenen bewusster Einkauf stattfinden kann

Nachhaltiger Konsum Auf welchen Ebenen bewusster Einkauf stattfinden kann

Sein Bewusstsein für Nachhaltigkeit schärfen. Das machen mittlerweile einige Bundesbürger, indem sie zunehmend darauf achten, was in der Einkaufstüte oder im Warenkorb des Onlineshops landet. Doch was macht den nachhaltigen Konsum aus und aus welchen Handlungsweisen besteht dieser?

Voriger Artikel
Jackfrucht ist der neue Fleischersatz
Nächster Artikel
Bio-Produkte werden meist im Supermarkt gekauft

Nachhaltiger Konsum ist immer mehr im Kommen. Diese bewusste Konsumweise kann sowohl die Wahl eines nachhaltig produzierten Produkts als auch den Kauf bei einem nachhaltig agierenden Unternehmen umfassen.

Quelle: stokkete – fotolia.com

Die nachhaltige Einkaufsplanung

Der Verbraucheranspruch an die Qualität von Lebensmitteln oder anderer Güter, wie Textilien, Autos oder Immobilien steigt zunehmend. Zur Qualität eines Produkts wird immer häufiger ihr nachhaltiger Charakter gezählt. Das heißt, Konsumenten achten auf bestimmte Siegel, die für eine nachhaltige Produktionskette oder die regionale Herkunft eines Produkts stehen.

Nachhaltiger Konsum basiert demnach nicht nur darauf, seinen Konsum auf eine qualitativ hochwertige Menge zu beschränken. Darüber hinaus kann nachhaltiger Konsum bereits bei der Wahl der Verpackung beginnen. Sowohl was die Wahl des eigenen Verpackungsmaterials als auch die eigentliche Produktverpackung angeht.

Konsum von Lebensmitteln pro Klima

Die Ernährung trägt mit 15 Prozent der privaten Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland erheblich zum Klimawandel bei. Vor allem die Produktion von tierischen sowie die Produktion von Käse und Milchprodukten sind mit einem hohen Emissionsausstoß verbunden. Um dem entgegenzuwirken und einen nachhaltigen Konsum zu unterstützen, kann nicht nur der Konsum von nachhaltig produzierten Lebensmitteln helfen, sondern zudem der Kauf von regionalen und saisonalen Produkten. Bei Letzterem wird nicht nur dafür gesorgt, dass die Emissionen, welche unter anderem durch den Export aus anderen Ländern entstehen, gering gehalten werden. Der Kauf regionaler Produkte unterstützt zudem die regionale Wirtschaft und umfasst einen nachhaltigen Konsum auf ökologischer und sozialer Ebene.

Damit Verbraucher nicht vor dem Regal im Supermarkt stehen und nicht wissen, welche Produkte nun nachhaltiger sind als andere, gibt es bestimmte Gütesiegel, die bei der Orientierung helfen sollen. Jedoch haben einige Verbraucher bei einer Umfrage angegeben, dass es ihnen häufig noch schwerfällt, eine nachhaltige Kaufentscheidung zu treffen. Dies liegt einerseits an dem häufig höheren Preis der Produkte und andererseits an der für viele noch zu geringen Transparenz der Siegel und Kennzeichnungen. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale hat deshalb Anfang dieses Jahres von der Bundesregierung ein einheitliches Gütesiegel gefordert.

Textilien und Drogerieartikel

Auch beim Kauf von Drogerieartikeln oder Bekleidung kann auf einen nachhaltigen Konsum geachtet werden. Gerade bei Bekleidung lässt sich oft nicht auf den ersten Blick erkennen, unter welchen Bedingungen die Textilien hergestellt wurden und ob bei der Produktion schädliche Chemikalien zum Einsatz gekommen sind. Klar ist, dass unter anderem Baumwolle die Umwelt stark belasten kann. Beim Kauf kann jedoch auf die Kennzeichnung „kbA“ (kontrolliert biologischer Anbau) oder „Fairtrade-Ware“ geachtet werden. Darüber hinaus lohnt oft ein Gang zum Flohmarkt sowie in den Secondhandladen.

Neben der Bekleidung gehören auch Hygieneartikel zu den üblichen Konsumgütern dazu. Um deren Ökobilanz und Nachhaltigkeit einschätzen zu können, können Testergebnisse der Stiftung Warentest oder von Ökotest herangezogen werden. Bei den Waschmitteln sind so genannte Baukastensysteme eine nachhaltige Alternative für konventionelles Waschmittel. Denn die Baukastensysteme bieten Basis-Waschmittel, Wasserenthärter und Bleichmittel getrennt an, so dass die Bestandteile einzeln angewendet und je nach Bedarf selbst dosiert werden können.

Wo kommt die nachhaltige Konsumware hinein?

Frische Zutaten einkaufen

Bei der Produktion von Papiertüten wird zwar mehr Energie als bei der Herstellung von Plastiktüten verbraucht, aber ihr recycelbares Material wirkt sich wiederum positiv auf ihre Ökobilanz aus.

Quelle: VadimGuzhva – fotolia.com

Doch wo kommen die nachhaltigen Produkte hinein und worin sind diese verpackt? Diese Fragen sind immer häufiger Teil des nachhaltigen Konsums. Denn der Verpackungsmüll geht zulasten der Umwelt. Im Jahr 2014 fielen unter anderem fast 17,8 Millionen Tonnen Verpackungsmüll an. Um den eigenen Anteil daran gering zu halten, kann beim Konsum von Gütern unter anderem auf Mehrwegverpackungen oder die mehrmalige Verwendung einer Einkaufstasche – selbst wenn diese mal aus Plastik besteht – geachtet werden.

Mehrwegverpackungen nutzen

Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) hat ergeben, dass Verbraucher durchaus schon bereit dazu sind, fast gänzlich auf Verpackungen beim Einkauf zu verzichten. Denn etwa 64 Prozent der 1.000 Befragten gaben an, dass sie durchaus auf Verpackungen verzichten würden und sie lose Lebensmittel in eine eigene Mehrwegverpackung, wie ein Glas, abfüllen würden, damit der Verpackungsmüll reduziert wird.

Zudem ist der verpackungslose Einkauf nicht nur hinsichtlich der Müllvermeidung nachhaltig. Auch die Möglichkeit, die Lebensmittel nach wirklichem Bedarf abfüllen zu können, sorgt dafür, dass Lebensmittel nachhaltig genutzt werden und keine Reste unnötig im Mülleimer landen.

Plastik-, Papier- oder Stofftüte?

Mehrwegverpackungen können den nachhaltigen Konsum somit unterstützen. Aber auch die Wahl der eigenen Umverpackung, wie Tüte oder Korb, kann Teil des nachhaltigen Konsums sein. Seit April 2016 erheben einige Einzelhändler bereits eine Gebühr für die Plastiktüte. Hintergrund für die Gebühr ist eine EU-Richtlinie, nach der der Pro-Kopf-Verbrauch an Plastiktüten bis zum Jahr 2025 auf jährlich etwa 40 Tüten reduziert werden soll.

Zurzeit liegt der Jahresverbrauch pro Person noch circa bei 70 Tüten. Wer sich gegen den Kauf einer Plastiktüte entscheidet, hilft der Umwelt, denn die Zersetzung einer einzigen Tüte kann etwa bis zu 500 Jahre dauern. Zur Ökobilanz von Plastiktüten und ihren Konkurrenten lässt sich sagen, dass der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid bei der Produktion der Baumwollvariante bei 1.700 Gramm, bei der Plastikvariante bei 120 Gramm und bei der Papiervariante bei 60 Gramm liegt.

Die Baumwolltüte ist nach etwa dreißigmaliger Nutzung durchaus nachhaltiger als die Plastiktüte. Und bei der Papiertüte ist es zwar so, dass bei der Produktion fast doppelt so viel Energie verbraucht und Schadstoffe ausgestoßen werden als bei der Herstellung von Plastiktüten, aber der recycelbare Rohstoff Altpapier wiederum für eine bessere Ökobilanz sorgt.

Generell sollte im Rahmen eines nachhaltigen Konsums für den Transport von Lebensmitteln auf einen stabilen und langlebigen Einkaufskorb, eine wiederverwend- und waschbare Stofftüte oder wenigstens den Mehrfachgebrauch von Papier- oder Plastiktüten geachtet werden.

Wo nachhaltig konsumieren?

Zum nachhaltigen Konsum gehören aber nicht nur das „Was“ und das „Wie“, sondern vor allem auch das „Wo“. Zudem spiegeln sich die Standards oder die Unternehmenskultur, die eine Firma pflegt, meist ganz oder teilweise in der Produktpalette wieder.

Lebensmittle ohne Verpackung kaufen

Nachhaltiger Konsum findet mittlerweile fast in jeder Stadt auch in Läden, die Lebensmittel ohne Verpackung zum eigenen Portionieren anbieten, statt.

Quelle: RAM – fotolia.com

Wie bereits angesprochen gehört die Wahl der Verpackungen oder eben der „Nicht-Verpackung“ zunehmend zum nachhaltigen Konsum dazu. Auf diesen Trend haben bereits einige Unternehmen reagiert und ihr Konzept ganz im Sinne eines „Unverpackt-Konzepts“ ausgerichtet. Ein Laden, der Lebensmittel unverpackt anbietet, findet sich in Dresden an der Böhmische Straße 14 (Lose Dresden). Das Konzept des Ladens baut auf verschiedenen, nachhaltigen Bestandteilen auf. Läden, die lose Lebensmittel zum Kauf anbieten haben meist ein einheitliches, nachhaltiges Konzept. Dieses besteht neben dem Wegfall der Verpackungen aus dem Kauf regionaler und aus ökologischer Herkunft stammender Produkte, die den Verbrauchern angeboten werden.

Grüne Ladenkonzepte off- und online

Das Thema Nachhaltigkeit ist selbstverständlich auch bei den Unternehmen angekommen, diese passen sich den Verbrauchertrends an und bieten die Möglichkeit, nachhaltig zu konsumieren. In der näheren Umgebung von Dresden gibt es verschiedene Unternehmenskulturen, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Firmen handeln im Sinne der Nachhaltigkeit, indem sie ihre Produktionsstätte ins Inland verlegen oder mit örtlichen sowie inländischen Zulieferern und Partner arbeiten. Ihr Handeln pro Natur und pro Nachhaltigkeit machen die Firmen meist über ihre Homepage oder mithilfe von Pressemitteilungen publik.

Green Buildings: Nachhaltiger Konsum in nachhaltiger Umgebung

„Grüne“ Gebäude gehören nicht nur im privaten Bereich – Öko- oder Nullenergiehaus – oder bei der Planung städtebaulicher Maßnahmen mittlerweile immer mehr dazu. Auch Unternehmen richten ihre Gebäude nachhaltig aus. Die Nachhaltigkeit wird bei den Green Buildings auf verschiedenen Ebenen umgesetzt und die Ausrichtung folgt bestimmten Trends. Diese nachhaltige Ausrichtung geht mittlerweile sogar über die Bürogebäude hinaus. Was kein Wunder ist, denn damit wird der nachhaltige Konsum noch einmal auf einer anderen Ebene unterstützt. Verbraucher können einige nachhaltige Produkte nicht nur auswählen, sondern mittlerweile auch in einer nachhaltig gestalteten Umgebung konsumieren beziehungsweise kaufen.

Öko-Banken – Nachhaltig Geld anlegen

Nachhaltiger Konsum kann aus der Nutzung spezieller Unternehmensangebote bestehen. So gibt es zwar einige Firmen, die es ermöglichen, das eigene Geld anzulegen, aber es gibt darüber hinaus spezielle Finanzinstitute, die im Sinne der Nachhaltigkeit handeln. So genannte Öko-Banken unterstützen den nachhaltigen Konsum von Verbrauchern, indem sie deren Bemühungen von Nachhaltigkeit auf sozialer und ökologischer Ebene unterstützen.

Ebenso wie ihre Konkurrenz legen die Banken auf Wunsch ihrer Kunden Aktien oder Fonds an. Der Unterschied ist jedoch, dass die Öko-Banken zudem besonderen Wert auf das nachhaltige Handeln der Unternehmen und Projekte, in die investiert werden soll, legen.

Nachhaltigkeit im Onlinebereich

Auch im Onlinebereich kann selbstverständlich nachhaltig konsumiert werden. Doch wo online konsumieren? Unternehmen, die nachhaltig agieren, machen ebenso wie solche, die nur im Offlinebereich tätig sind, auf ihr nachhaltiges Handeln aufmerksam. So gibt es Bekleidungsshops, die Kleidung, die unter nachhaltigen Bedingungen hergestellt wurde, vertreiben. Die Kleidung wird oft sogar lokal produziert und besteht häufig aus Biomaterialien. Zudem gibt es Shops, die nicht nur nachhaltige Produkte vertreiben, sondern bei denen pro Einkauf eine Spende an ein Umweltprojekt geht.

Redaktion

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ernährung
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr