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Was die Grillbranche uns verkaufen will

Immobilien Was die Grillbranche uns verkaufen will

Was kann man Kunden noch verkaufen, die schon längst einen Grill auf der Terrasse oder dem Balkon stehen haben? Angesichts nur noch geringer Umsatzzuwächse sucht die Grillbranche nach neuen Produkten - und will mit Zubehör gute Geschäfte machen.

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Markttrend in Deutschland: Bei den Grillgeräten werden sowohl kleine Modelle für wenige Euros aber auch Geräte für bis zu 6000 Euro gekauft.

Quelle: Roland Weihrauch/dpa

Essen. Wokeinsatz, Pizzastein oder Thermometer-App fürs Handy: Zum Start in die Grillsaison 2017 setzt die Branche verstärkt auf Zubehör. "Das Zubehörgeschäft wird immer wichtiger", stellt Christian Lerch vom Kölner Handelsforschungsinstitut IFH fest.

Seitdem viele Haushalte bereits mit einem Grill ausgestattet sind, sehen Experten nun einen "Trend zum Zweitgrill". Rund 1,2 Milliarden Euro wurden laut IFH im vergangenen Jahr in Deutschland für Grillgeräte, Brennstoffe und Grillzubehör ausgegeben. Nicht mitgerechnet ist dabei eine wachsende Zahl von Kochbüchern rund ums Grillen.

Nur noch etwa rund zwei Drittel des Umsatzes entfielen dabei auf Grillgeräte. Gekauft werden dabei laut den Marktforschern sowohl kleine Modelle für unterwegs, die bereits für wenige Euro zu haben sind, als auch teure Geräte für bis zu 6000 Euro.

Die Branche hofft nun auf neue Käufer, auch wenn es bereits ein Gerät im Haushalt gibt. Marketing-Direktorin Simone Weber vom Grillgeräte-Anbieter Weber sagt, nach ihren Informationen werde ein Grill in Deutschland im Durchschnitt nach 6,8 Jahren ausgemustert. Oft gehe es dabei auch darum, einfach ein moderneres Gerät anzuschaffen, sagt Weber. Für das US-Unternehmen ist Deutschland mittlerweile der zweitwichtigste Markt hinter den USA.

Gekauft wird der neue Grill meist im Baumarkt, wo das Grillsortiment seit einiger Zeit auch in den Wintermonaten nicht mehr beiseite geräumt wird. "Seit etwa drei bis vier Jahren gibt es den Trend zum Ganzjahresgrillen", so der Handelsforscher. Bei der Kohle greifen Verbraucher nach Erkenntnissen der Konsumforscher gern beim Discounter oder im Supermarkt zu. Viele wollen noch die offene Flamme. "Der Markt wird von Holzkohle dominiert", so der Experte.

Auf den Rost kommt dabei mittlerweile nicht nur klassisches Grillgut wie Würstchen oder Steaks. Möglich seien ganze Menüs von der Vorspeise bis zum Nachtisch, berichtet Lerch. Bei der Zubereitung könne man am Grill mittlerweile unter "extrem viel" Zubehör wählen. Pfannen und Spieße. Thermometer. Reinigungszubehör. Per Handy-App können sich Grillfreunde zudem benachrichtigen lasen, sobald das fertig gegarte Steak vom Rost genommen werden kann.

Deutschland war im vergangenem Jahr der wichtigste Einzelmarkt in der auf rund 88 Milliarden Euro geschätzten europäischen Gartenbranche. Bei den Pro-Kopf-Ausgaben lagen jedoch die Niederlande und Luxemburg mit Ausgaben von jeweils über 350 Euro pro Jahr deutlich vorn, während Deutschland mit etwas über 200 Euro lediglich im Mittelfeld lag.

dpa

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