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Wissen Zwölf Zeichen für giftige Beziehungen
Nachrichten Wissen Zwölf Zeichen für giftige Beziehungen
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15:01 04.08.2018
Christian Hemschemeier ist Paartherapeut in Hamburg und schildert an dieser Stelle regelmäßig Fälle aus seiner Praxis. Quelle: gpt
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Hamburg

Giftige oder toxische Beziehungen sind Verbindungen, bei denen es – was emotionale Verletzungen angeht – über den schon nicht immer leichten Beziehungsalltag in „normalen“ Beziehungen deutlich hinausgeht. Diese Beziehungen führen zu einer Abwärtsspirale, aus der man erstaunlich schwer wieder hinausfindet – und sie können sogar regelrecht krank machen. Hier ein paar typische Hinweise für toxische Beziehungen (es müssen nicht alle vorkommen):

1. Der Selbstwert wird immer schwächer. Die Beziehung gibt einem keine Kraft. Stattdessen zweifelt man immer mehr an sich selbst, was paradoxerweise dazu führt, dass man sich noch schlechter trennen kann.

2. Alle Freunde und die Familie raten vehement ab von der Beziehung, aber man selbst kann nicht wirklich sehen, was passiert. Es ist wie ein blinder Fleck.

3. Die Beziehung beschäftigt einen obsessiv Tag und Nacht. Ständig denkt man über Gespräche nach und überlegt, was man anders machen könnte. Im Extremfall kann man kaum noch schlafen, essen, arbeiten.

4. Egal was passiert, man bekommt immer die Schuld an allem. Praktisch nie bekommt man eine Entschuldigung, auch nicht in ganz klaren Fällen.

5. Die Beziehung ist geprägt von extremen Hochs und Tiefs, starker emotionaler Kälte und dann heftigen, innigen und emotionalen Wiederversöhnungen. Die guten Zeiten werden aber immer weniger, die schlechten immer mehr.

6. Es findet extreme Kontrolle statt. Das Handy wird kontrolliert, es wird bestimmt, wer getroffen werden darf, was angezogen wird, was gegessen wird, wie Geld ausgegeben wird und so weiter.

7. Es finden regelmäßig verbale (oder sogar körperliche) Grenzübertritte statt. Persönliche Grenzen werden generell nicht eingehalten. Auch wenn man darum bittet, dass bestimmte verletzende Dinge nicht wieder passieren, geschieht dies doch in „schöner“ Regelmäßigkeit. Wenn man sich beschwert, bekommt man zusätzlich oft die Schuld dafür („ich konnte ja nicht anders, weil du …“).

8. Man wird immer mehr isoliert von Freunden, Bekannten und Familie. Entweder geschieht das direkt oder es passiert dadurch, dass andere die immer gleichen Geschichten nicht mehr hören können.

9. Was man auch probiert, um die Beziehung zu verbessern – nichts nützt etwas. Man möchte gern „den Karren aus dem Dreck ziehen“, aber das geht allein nicht. Die Themen, über die diskutiert wird, sind immer gleich. Auch wenn scheinbar ein Punkt erschöpfend besprochen wurde, taucht er trotzdem wieder auf. Die Beziehung entwickelt sich nie weiter.

10. Das gegenseitige Interesse scheint sehr ungleich verteilt. Real oder im übertragenen Sinne „zahlt man immer drauf“.

11. Gespräche und Begebenheiten werden im Nachhinein ganz anders dargestellt.

12. Man fühlt sich weniger wie ein einzigartiges, in sich wunderbares Wesen, sondern mehr wie ein Objekt, an dem leider noch gearbeitet werden muss, damit es gut genug ist. Insbesondere zeigt sich ein ständiges einseitiges Kritisieren von teilweise total alltäglichen Dingen (Kleidung, Aussehen und so weiter).

Was macht man nun, wenn man feststellt, dass man in einer solchen Beziehung ist? Auf jeden Fall sollte man sich klarmachen, dass das auf Dauer alles andere als gesund ist, auch wenn man es noch „aushält“. Man kann sich ein (nicht zu langes!) Zeitlimit setzen und es in dieser Zeit noch mal versuchen mit Gesprächen, Paarberatung und so weiter. Oft hat man aber schon zig Chancen gegeben. Am Ende bleibt deshalb oft nichts anderes übrig, als das Gelernte mitzunehmen und zu gehen.

Der Autor ist zu erreichen unter
www.liebeschip.de.

Von Christian Hemschemeier

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