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Wissen Wieder mehr Hunger auf der Welt
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16:31 11.09.2018
Essensverteilung im Krisengebiet: Nicht nur bewaffnete Konflikte wie hier in Mossul (Irak) führen zu Versorgungsengpässen – auch der Klimawandel ist eine Ursache. Quelle: AP
Rom

Das teilten die Landwirtschaftsorganisation (FAO) und weitere UN-Organisationen am Dienstag in Rom mit. Im Vorjahr seien es noch rund 804 Millionen gewesen. Demnach haben weltweit 22 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren - insgesamt 151 Millionen – Verzögerungen im Wachstum.

Jahrelang sank die Zahl der Hungerleidenden, bis zum Jahr 2030 wollen die Vereinten Nationen den Hunger in der Welt eigentlich ganz abschaffen. „Der Welthunger stieg in den letzten drei Jahren an und erreicht wieder Werte wie vor einem Jahrzehnt“, heißt es nun in dem Bericht. Die Lage verschlimmere sich in den meisten Regionen Afrikas sowie in Südamerika.

Die UN betonen, dass neben Konflikten und Wirtschaftskrisen auch Klimaveränderungen stark zum Anstieg der Hungerleidenden beitragen. Die Zahl und der Anteil unterernährter Menschen sei deutlich höher in Ländern, die extremes Klima erlebten - etwa mehr Dürreperioden oder unregelmäßige Regenzeiten.

Welthungerhilfe will Menschenrechte stärken

Die Welthungerhilfe nimmt den Bericht hingegen zum Anlass, für eine Stärkung der Rechte von Kleinbauern und Menschen in ländlichen Regionen zu plädieren. Ihnen würden derzeit produktive Ressourcen wie Land, Wasser oder Saatgut entzogen. „Menschenrechtsverteidiger werden zunehmend bedroht oder gar ermordet“, so Welthungerhilfe-Präsidentin Bärbel Dieckmann.

Sie fordert deshalb auch die Bundesregierung auf, die im UN-Menschenrechtsrat geplante „UN-Erklärung zu den Rechten von Kleinbauern und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten“ zu unterstützen. Die deutsche Bevölkerung meint die Welthungerhilfe bei dieser Forderung hinter sich zu haben. In einer von der Hungerhilfe beauftragten Infratest-Dimap-Studie hätten 90 Prozent der Bundesbürger die Bekämpfung des weltweiten Hungers als wichtiges oder sehr wichtiges Anliegen bezeichnet.

Von dpa/epd/RND/hö