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Wissen Wohnungsbrand: So verhalten Sie sich richtig
Nachrichten Wissen Wohnungsbrand: So verhalten Sie sich richtig
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12:24 05.10.2018
Ein Fettbrand in der Küche kann sich schnell auf die ganze Wohnung ausbreiten. Quelle: Florian Büh
Hannover

Ein Wohnungsbrand kann schneller entstehen als man glaubt. Oftmals sind sich Bewohner gar nicht der Bedrohungslage bewusst. Laut einer Statistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) ist die Elektrik die häufigste Ursache für einen Brand im eigenen Haus. Dazu zählen technische Defekte an Geräten, etwa durch Fehlkonstruktion oder Überalterung, genauso wie überlastete Mehrfachsteckdosen.

Mit einem erhöhten Bewusstsein für Brandschutz ließe sich das Risiko minimieren, denn: Auch menschliches Fehlverhalten, wie ein vergessenes Handtuch auf der Herdplatte, zählt zu den häufigsten Gründen eines Wohnungsbrandes.

Verhalten während eines Wohnungsbrandes

In Ausnahmesituationen wie einem Brand sollten Sie sich ruhig und umsichtig verhalten. Panik ist fehl am Platz. Kümmern Sie sich in erster Linie um die eigene Sicherheit und die der Menschen um Sie herum.

Den Brand selber bekämpfen

Sorgen Sie dafür, dass keine giftigen Gase eingeatmet werden. Diese entstehen während der sogenannten Schwelbrandphase und können schnell zur Bewusstlosigkeit führen. Wenn sich ein Feuer noch nicht ausgebreitet hat, versuchen Sie die Rauch- oder Brandquelle im Keim zu ersticken.

Bei elektrischen Geräten müssen Sie vorher den Strom abschalten, um Stromschläge zu vermeiden. Fettbrände und flüssige Brennstoffe dürfen nicht mit Wasser gelöscht werden, da es zu gefährlichen Stichflammen kommen kann. Nutzen Sie stattdessen eine Löschdecke oder einen Deckel.

Wenn Sie einen Feuerlöscher benutzen, achten Sie darauf, von unten nach oben und von der Seite zur Mitte zu löschen. Bewahren Sie dabei immer die nötige Distanz zum Feuer und Rauch.

Raum verlassen - Feuerwehr rufen - Bewohner warnen

Vermeiden Sie Löschversuche, wenn Sie dadurch sich selbst oder andere in Gefahr bringen. Ist die eigene Brandbekämpfung nicht möglich, verlassen Sie den Raum und schließen Sie - wenn möglich - Fenster und Türen, um die Sauerstoffzufuhr zu stoppen.

Alarmieren Sie die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112. Nennen Sie dabei alle relevanten Information wie Name und Adresse, den Brandherd und -umfang sowie mögliche Gefahren am Brandort.

Vergewissern Sie sich, dass sich niemand mehr in der Wohnung aufhält und begeben Sie sich nach draußen. Nehmen Sie keine Gegenstände aus der Wohnung mit. Warnen Sie andere Personen, die sich im Haus aufhalten. Warten Sie draußen auf die Rettungskräfte und folgen Sie ihren Anweisungen.

Sollte die Flucht aus der Wohnung oder dem Haus nicht möglich sein, begeben Sie sich in einen Raum, der vom Brandherd möglichst weit entfernt ist. Wenn Sie Ritzen von Wohnungstüren mit einem nassen Handtuch abdichten, vermeiden Sie, dass sich der Rauch ausbreiten kann. Kontaktieren Sie die Feuerwehr und machen Sie auf sich aufmerksam.

Was tun nach einem Wohnungsbrand?

Ist der Brand gelöscht, geht es darum, die Versicherung zu informieren sowie den Schaden zu sichten und zu dokumentieren. Je nach Wohnverhältnis müssen noch andere Parteien wie Vermieter, Hausverwaltung oder Gebäudeeigentümer kontaktiert werden. Dabei stellt sich zunächst bei vielen die Frage, welche Versicherung überhaupt für welche Schäden aufkommt.

Versicherung informieren

Je nachdem, ob Sie als Mieter, Vermieter oder Nachbar von einem Brand betroffen sind, ist eine andere Versicherung verantwortlich. Dabei wird unterschieden zwischen Schäden, die an Gegenständen (Hausratversicherung), am Gebäude (Gebäudeversicherung) oder an Wohnungen oder Immobilien von Nachbarn und Anwohnern (Haftpflichtversicherung) entstanden sind. Im letzteren Fall wird der Schaden zunächst häufig von der Hausrat- oder Gebäudeversicherung des Verursachers übernommen. Wenn diese dann Ersatzansprüche beim Versicherungsnehmer geltend machen, schaltet sich die Haftpflichtversicherung ein.

Übrigens: Wer grob fahrlässig gehandelt hat, etwa indem offenes Feuer unbewacht gelassen wurde, riskiert, dass die Hausratversicherung gar nicht oder nur teilweise für den Schaden aufkommt.

Schaden ermitteln

Um der Hausratversicherung eine detaillierte Übersicht über den entstandenen Schaden geben zu können, muss dieser möglichst umfassend dokumentiert werden. Sie dürfen das Gebäude beziehungsweise die Wohnung jedoch erst nach Freigabe durch die Feuerwehr betreten.

Machen Sie Fotos, aus denen ersichtlich wird, wie groß der Schaden ist. Das schließt übrigens auch Schäden mit ein, die durch Löscharbeiten entstanden sind. Erstellen Sie dann eine Liste mit Gegenständen, die verbrannt oder anderweitig beschädigt wurden und schicken Sie diese zusammen mit den Fotos an Ihre Versicherung. Ähnlich der Stehlgutliste bei Wohnungseinbrüchen sollten umfangreiche Informationen zu den einzelnen Gegenständen angegeben und Kaufbelege hinzugefügt werden.

Wohnungsbrand vorbeugen

Um die eigene Wohnung oder das eigene Haus effektiv vor Bränden zu schützen, können Sie einige technischen Maßnahmen ergreifen. Darüber hinaus ist es ratsam, ein paar Verhaltensregeln zu befolgen, die das Risiko eines Brandes gering halten.

Warnmelder installieren - Feuerlöscher bereitstellen

In Deutschland herrscht eine Rauchmelderpflicht für Neu- und Umbauten. Mit Ausnahme von Sachsen gilt diese Pflicht auch für Bestandsbauten [Link zu Brandmeldertext]. Generell müssen die Melder in allen Schlafräumen, Kinderzimmern und in Fluren, die als Rettungswege dienen, an der Decke angebracht werden.

Verantwortlich für die Installation und Wartung ist der Vermieter oder Hauseigentümer. In einzelnen Bundesländern sind auch die Mieter zur Instandhaltung verpflichtet. In Mehrfamilienhäusern gibt es für Vermieter zwar keine Pflicht zur Anbringung von Rauchwarnmeldern. Da es sich hierbei aber um wichtige Fluchtwege handelt, ist eine Installation durchaus sinnvoll.

Übrigens: In Küchen, Kellern oder anderen Räumen, in denen ein erhöhtes Risiko durch Fehlalarm besteht, können Wärme- oder Hitzemelder montiert werden. Diese warnen Bewohner, sobald die Temperatur im Raum einen definierten Maximalwert überschreitet oder ein überdurchschnittlicher Temperaturanstieg registriert wird.

Feuerlöscher eignen sich, um Brandquellen frühzeitig im Keim zu ersticken. Auch in privaten Haushalten sollten Sie nicht fehlen. Allerdings gibt es Unterschiede bei der Anwendung, die sich nach den fünf Brandklassen richtet. Neben der richtigen Auswahl müssen Sie sich auch um eine regelmäßige Wartung der Feuerlöscher durch einen Fachmann kümmern.

Tipps für den Alltag

Damit Warnmelder und Feuerlöscher gar nicht erst zum Einsatz kommen, empfiehlt es sich, das eigene Verhalten zu überprüfen und folgende Tipps zu beachten.

  • Achten Sie darauf, dass sämtliche Elektrogeräte den üblichen Sicherheitsstandards entsprechen. Dies ist an den jeweiligen Symbolen oder Zeichen der anerkannten Prüfer (z.B. GS oder VDE) zu erkennen.
  • Lassen Sie defekte Geräte immer vom Fachmann reparieren.
  • Vermeiden Sie, Stromleitungen zu überlasten.
  • Mehrfachsteckdosen eignen sich nicht für große Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Trockner.
  • Schalten Sie Elektrogeräte komplett aus, wenn Sie sie nicht benutzen.
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht über Lampenständern. Glühbirnen erzeugen genug Wärme, um Stoffe in Brand zu setzen.
  • Rauchen Sie außer Reichweite von leicht entflammbaren Materialien und Möbeln.
  • Entsorgen Sie Farbreste, Lösungsmittel und andere brennbare Flüssigkeiten immer über die dafür vorgesehenen Wertstoffhöfe.
  • Sorgen Sie für Ordnung in Keller, auf dem Dachboden und in Abstellkammern.
  • Lassen Sie offene Flammen wie Kerzen oder Kamine nicht unbeaufsichtigt. In der Weihnachtszeit gilt deshalb besondere Vorsicht.

Von RND/pf

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