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16:28 12.07.2017
Professor Ingo Froböse ist Leiter des Gesundheitszentrums an der Sporthochschule Köln und gibt an dieser Stelle regelmäßig Tipps. Quelle: Monika Sandel
Hannover

Den Trendsport kennt man als Allzweckwaffe, Yoga soll Rückenschmerzen lindern, die Durchblutung fördern, Stress abbauen und für innere Ruhe sorgen, sowie spirituelle Erkenntnis bringen.

Die aus Indien stammende Sportart ist für sportlich Erfahrene gesundheitsfördernd, sollte allerdings von Sporteinsteigern mit ein wenig Vorsicht genossen werden. Gerade mitteleuropäische Schreibtischtäter kommen hierbei schnell an ihre Grenzen.

Achtung, Selbstüberschätzung!

Yoga-Neueinsteiger neigen zur gefährlichen Selbstüberschätzung. Ohne jegliche Vorkenntnisse gehen Untrainierte plötzlich in einen Kopfstand, was dem Körper so erst einmal natürlich nicht gut tut. Hierbei kann es zu Verrenkungen und zu einer deutlichen Steigerung der Herzarbeit kommen, die nicht jeder gut verträgt – das muss nicht sein. Schließlich sollten nur Übungen ausgeführt werden, die dem eigenem Fitnesslevel entsprechen.

Bei Flexibilitätsübungen sollte stets darauf geachtet werden, dass nur so weit gedehnt wird das ein angenehmes Ziehen wahrgenommen wird, so können Muskelzerrungen oder Bänderüberdehnungen effektiv vorgebeugt werden.

Yoga hat also zu Recht einen gesundheitsfördernden Ruf, doch solche Effekte können nur erzielt werden wenn die Sportart individuell an die eigenen Fähigkeiten angepasst wird.

Individuelle Schwachstellen bearbeiten

Hierbei gilt es zu beachten, dass der menschliche Körper einzigartig ist. Jeder von uns ist an bestimmten Stellen des Körpers in der Bewegung eingeschränkt, dafür aber an einigen anderen Stellen sehr flexibel – das kann von Person zu Person sehr stark variieren. Im Alltag fällt dieses Ungleichgewicht meistens kaum auf denn der Körper weiß diese Dysbalancen zu regulieren. Doch gerade beim Yoga geht es darum sich diesen Schwachstellen anzunehmen und an ihnen bewusst zu arbeiten – individuell.

Dazu ist die Anleitung eines guten Trainers unerlässlich. Gerade zu Beginn der Aufnahme eines Yoga-Trainings verfügen „Neulinge“ meist über wenig Körpergefühl, hier liegt es am Trainer, die Übungen für jeden so zu variieren, dass Erfahrene und Yoga-Erstis auf Ihre Kosten kommen und sich weder über-, noch unterfordern.

Ein erfahrener Trainer muss her

Ein guter Yogalehrer wird demnach den Leistungsgrad seiner Schüler einschätzen können und nicht direkt in der ersten Stunde einen Kopfstand verlangen, wenn es das Leistungsniveau der Yoga-Schüler nicht zulässt.

Daher empfehle ich Yoga-Neulingen öffentliche Kurse oder Yoga-Schulen zu besuchen und zunächst auf ein heimisches Workout mit Yoga-DVD zu verzichten, um Verletzungen und gesundheitliche Risiken zu vermeiden und von den positiven Effekten des Yogas zu profitieren.

Persönliche Schmerzgrenzen nicht überschreiten

Neben einem erfahrenen und guten Trainer empfehle ich jedem ab dem 35. Lebensjahr ein ärztliches Check-Up vor der Aufnahme einer neuen Sportart durchzuführen, so können Sie gesundheitliche Risiken vermeiden und ohne Bedenken durchstarten.

Mein Tipp: Runter von der Couch und rauf auf die Yogamatte! Informieren Sie sich vorher aber gut über die verschiedenen Anbieter und probieren Sie viele verschiedene Yoga-Lehrer aus.

Überschreiten Sie niemals Ihre persönlichen Schmerzgrenzen und versuchen Sie jede Yoga-Einheit mit einem entspannten und guten Gefühl zu verlassen. So besteht kein Risiko für Ihre Gesundheit.

Von Ingo Froböse/RND

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