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Wissen Wider dem Schlüsselchaos
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19:01 03.08.2018
Schlichte Eleganz: Dieses Schlüsselbrett dürfte zum echten Blickfang an der Eingangstür werden. Quelle: Christian Verlag
Hannover

Das Schlüsselproblem kann man mit ein paar Sägeschnitten, einigen Bohrungen und etwas Klebstoff in kürzester Zeit lösen – mit diesem schön schlichten und zweckmäßigen Schlüsselbord.

So geht’s

1. Die mitteldichte Holzfaserplatte (MDF) zur Hand nehmen. Die MDF-Platte, die wegen der vorgesehenen Schlitze im Maß kürzer ist, wird in fünf gleich breite Streifen unterteilt und mit der Feinsäge aufgetrennt. Mit Schleifklotz und Schleifpapier (Korn 120) werden die Kanten der zugesägten Abschnitte ganz leicht gebrochen (abgerundet).

Auch wenn man sie allerhöchstens mal hervorblitzen sieht, wird die Kante der einseitig weiß beschichteten Hartfaserplatte, die später zwischen den beiden schwarzen Teilen liegen wird, in diesem Schritt weiß lackiert.

Auftrennung mit der Feinsäge Quelle: Christian Verlag

2. Etwa 1,5 Zentimeter vom Rand entfernt markiert man mit Bleistift zwei Bohrpositionen für die Verbindung von Winkel und Schlüsselbord. Mit einem 6-Millimeter-Metallbohrer werden die Löcher gebohrt. Dasselbe geschieht am zweiten Schenkel 1,5 Zentimeter von der Ecke entfernt.

Löcher mit einem Metallbohrer bohren Quelle: Christian Verlag

3. Die Bohrlöcher auf die untere MDF-Platte übertragen und 10-Millimeter-Löcher durchbohren. In die Bohrungen werden Rampa-Muffen eingeschraubt (Größe M6). Sie haben außen ein Holzschrauben-, innen ein metrisches Gewinde.

Rampamuffen einschrauben Quelle: Christian Verlag

4. Die zugeschnittenen Bauteile werden anschließend nur noch geklebt. Dafür mischt man einen handelsüblichen Zwei-Komponenten-Epoxidkleber im Verhältnis 1:1 an. Erst wird der Hartfaserstreifen auf die Grundplatte geklebt (Platz für Winkel lassen). Dann folgen die MDF-Streifen – der Winkel sorgt für gleiche Abstände.

Wenn der Kleber fest ist, wird das Schlüsselbord an allen Seiten mit einem Holzöl behandelt. So bekommt es seine tiefschwarze Farbe.

Zugeschnittene Bauteile verkleben Quelle: Christian Verlag

5. Jetzt den Winkel an die Wand dübeln (Schraubenköpfe bündig), dann das Bord aufstecken – Winkelbohrungen und Muffen deckungsgleich. Zum Schluss das Bord mit zwei Zylinderkopfschrauben und zwei Unterlegscheiben sichern. Die Schrauben fassen in die Winkelbohrungen.

Das Schlüsselbrett sichern Quelle: christian verlag

Das wird gebraucht

1 MDF-Platte, schwarz durchgefärbt, 1,9 × 15,0 × 24,3 cm (inklusive 2 mm Sägeschnitt); 1 Hartfaserplatte, 0,4 × 7,5 × 19,0 cm; 1 MDF-Platte, schwarz, 1,9 × 15,0 × 25,0 cm; 2 Rampa-Muffen, M6, Ø 10 mm; 1 Aluminium-Winkelprofil, 0,4 × 5,0 × 5,0 × 19,0 cm; 2  Wanddübel, 8 mm; 2 Montageschrauben, 5 × 50 mm mit Panhead-Kopf; 2 Zylinderkopfschrauben, M6, 25 mm; 2 Unterlegscheiben, 6,9 × 12 mm.

Werkzeug: Winkel, Bleistift, Metermaß, Feinsäge, Akkubohrschrauber, Bohrhammer, Schleifkork, Schleifpapier Korn 120, weißer Lack, Pinsel, 6-mm-Metallbohrer, 10-mm-Holzbohrer, 2-K-Epoxidkleber, Kreuzschlitz- und Inbus-Schraubendreher

Jörn Lindemann: „33 Projekte ohne Werkstatt“. Christian Verlag. 20 Euro, 128 Seiten. Quelle: Handout

Woran erkennt man nachhaltiges Holz?

In Deutschland sehen Gesetze unter anderem eine langfristige Bestandsplanung für öffentliche Wälder und größere Privatwälder vor. Wer den Rohstoff oder Holzprodukte erstmals auf den EU-Markt bringt, muss den Nachweis erbringen, dass das Holz nicht aus illegalen Quellen stammt. Die nachhaltige Bewirtschaftung lässt sich aber nur mit den freiwilligen Siegeln PEFC und FSC gesichert erkennen, sagt Ulrich Bick vom Thünen-Institut für internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie. Wollen Firmen das PEFC-Siegel am Endprodukt aufbringen, müssen sie sich kontrollieren lassen. Das gilt auch für die dazwischengeschalteten Betriebe. Das FSC-Siegel differenziert hier: Das Label „100%“ steht für Material komplett aus zertifizierten Wäldern, beim „MIX“-Label ist ein Anteil nicht zertifizierter Holzbestandteile möglich.

Unser Autor Jörn Lindemann ist Heimwerker und freier Journalist. Quelle: Jörn Lindemann

Der Schlüssel zum DIY-Erfolg

Autor Jörn Lindemann spricht im Interview über Handwerkstechniken, das richtige Holz und sein liebstes Werkzeug.

Herr Lindemann, welches Möbelstück haben Sie zuletzt selbst hergestellt?

Nicht unbedingt ein Möbel, aber mein letztes Werk war ein passgenaues Insektengitter mit schönen Messingriegeln, um es im Fensterrahmen zu fixieren.

Seit wann begeistern Sie sich so sehr für Selbstgemachtes?

Als Ehemann einer Tischlermeisterin und Spross einer handwerklich geprägten Familie fühlte ich mich dem Handwerk schon immer verbunden. Als sich mir 1996 die Möglichkeit eröffnete, bei einem DIY-Magazin in der Redaktion mein Wissen einem großen Publikum weiterzugeben und es zugleich auszubauen, schloss sich für mich der Kreis, Handwerk und Journalismus zusammen zu bringen.

Sie haben davor als freier Restaurator gearbeitet.

Ich wurde als Sohn eines Bildhauers und Restaurators geboren und schon in jungen Jahren an historische Werte und Handwerkstechniken herangeführt. Da lag es nahe, irgendwann gemeinsam zu arbeiten, was ich eine Zeit lang im Bereich der Gebäude- und Skulpturenrestaurierung tat.

Ihr Schlüsselbrett besteht aus Holz. Was schätzen Sie an diesem Material?

Holz ist ein warmes Material, das sich sehr gut bearbeiten lässt und unglaublich vielseitig ist. Mit keinem anderen Material lassen sich so unterschiedliche Projekte realisieren. Die Bandbreite reicht ja vom einfachen Bücherbord an der Wand bis zum geschwungenen, formverleimten Sitzmöbel. Aber auch schöne Fußböden oder eine Gartenlaube sind die Domäne dieses Materials.

Welches Holz eignet sich besonders gut für die Umsetzung von DIY-Projekten?

Am einfachsten lassen sich weiche Nadelhölzer und Plattenwerkstoffe wie mitteldichte Holzfaserplatten (MDF) oder Grobspanplatten (OBS) verarbeiten. Sie sind auch mit relativ einfachen Werkzeugen zu bearbeiten und preisgünstig zu bekommen.

Auf welches Werkzeug könnten Sie nicht verzichten?

Der Akkubohrschrauber ist sicher mein liebstes, weil oft benutztes Werkzeug.

Woher holen Sie sich die Inspiration für Ihre Projekte?

Ich stolpere jeden Tag über Dinge, die man besser selbst machen könnte, statt sie teuer zu kaufen, oder die man besser machen kann.

Auch das Thema Upcycling, also alten Dingen einen neuen Zweck zu geben oder sie zu verschönern, ist immer wieder spannend und inspirierend. Der Trend der Palettenmöbel in den vergangenen Jahren ist dafür ein gutes Beispiel.

Zu Ihren Fachgebieten zählt auch die Umwelt. Welchen Tipp haben Sie, wie man möglichst umweltfreundlich Bauprojekte durchführt?

Man sollte immer darauf achten, Materialien zu verwenden, die umweltgerecht produziert wurden und die die Umwelt beim Verarbeiten und Entsorgen möglichst gering belasten. Versucht man beispielsweise, FSC-zertifiziertes Holz zu kaufen und statt Lack lieber Öl zu verwenden, um das Holz zu schützen, ist man auf dem richtigen Weg.

Interview: Lisa Stegner

Von Jörn Lindemann

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