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18:02 05.09.2018
Nach der Behandlung müssen die Läusemittel gründlich aus dem Haar ausgespült werden – am besten werden im Anschluss mit einen Läusekamm die Überreste ausgekämmt. Quelle: Edler von Rabenstein/iStock
Hannover

Gegen Kopfläuse kommen in der Regel spezielle Mittel zum Beispiel aus der Apotheke zum Einsatz. Aber welche töten die Plagegeister zuverlässig? Die Stiftung Warentest hat für die Zeitschrift „test“ (Ausgabe 9/2018) diverse Studien zur Wirksamkeit sowie Daten zu Risiken ausgewertet. Das Ergebnis: Nur die Hälfte der Läusemittel hat überzeugt: Sechs von zwölf Produkten halten die Tester für „geeignet“ oder „auch geeignet“. Die sechs anderen Produkte empfehlen die Tester nur mit Einschränkungen oder gar nicht.

Die drei besten Läusemittel enthalten ein synthetisches Öl namens Dimeticon, das die Läuse erstickt: Die Produkte „Dimet 20“, „EtoPril“ und „Jacutin Pedicul Fluid“ finden die Tester „geeignet“, um Läuse zu bekämpfen. Für zwei der mit „geeignet“ bewerteten Produkte übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten. Als „auch geeignet“ bezeichnet die Stiftung zwei Mittel mit Insektengift. Sie hätten aber den Nachteil, dass immer mehr Läuse widerstandsfähig gegenüber den Giften werden. Das dritte „auch geeignete“ Mittel enthält Mineralöl. Die Wirksamkeit wurde bisher nur in einer Studie bestätigt. Kritische Bestandteile fanden die Tester in dem Mineralölprodukt nicht.

Winzig-kleines Krabbeltierchen: Eine Laus im Vergleich zu einem Streichholzkopf. Wer sie auf dem Kopf finden will, muss schon sehr genau hinschauen. Quelle: Patrick Seeger/dpa

Wirksamkeit mitunter schlecht belegt

Bei den als „mit Einschränkung geeignet“ bezeichneten Mitteln sei die Wirksamkeit schlechter belegt als bei den anderen, schreiben die Tester. Für „wenig geeignet“ halten sie zwei Mittel, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit nicht ausreichend belegt seien. Sprays können zudem die Atemwege reizen.

Kopfläuse verbreiten sich vor allem in Kitas und Schulen schnell, weil Kinder beim Spielen oder Kuscheln die Köpfe zusammenstecken. Da das besonders auf Mädchen zutreffe und lange Haare zudem den Übertritt erleichtern, seien sie deutlich häufiger betroffen, betont Experte Jan Krüger von der Deutschen Pediculosis Gesellschaft gegenüber der Zeitschrift „test“.

Absolutes Muss: Ein Läusekamm hilft dabei, die Läuse und Nissen gründlich zu entfernen. Quelle: Silvia Marks/dpa-tmn

Egal, für welches Mittel sich Eltern dann zur Bekämpfung entscheiden: Sie müssen die Mittel streng nach Gebrauchsanweisung verwenden. Die Tester, aber auch viele Kinderärzte raten außerdem unabhängig von der Empfehlung des Herstellers, die Behandlung nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen und zur Behandlung einen Nissenkamm zu verwenden. Die Zinken sollten nicht mehr als 0,2 Millimeter Abstand zueinander haben. Denn die Eier der Läuse werden nicht immer zuverlässig getötet, es können neue Läuse nachschlüpfen.

Kein Problem der mangelnden Hygiene

Das Problem: Werden krabbelnde Läuse im Haar entdeckt, haben sie sich meist auch schon auf anderen Köpfe ausgebreitet, denn ausgewachsene Läuse sind äußerst mobil. Daher ist es wichtig, bei einem Läusefund alle anderen im Haushalt lebenden Personen gründlich nach Läusen abzusuchen. Schwerpunktmäßig halten sich die Krabbeltierchen an den Schläfen, im Nacken und hinter den Ohren auf. Da Läuse das menschliche Haar nur ungern verlassen und selbst wenn meist bereits nach wenigen Stunden sterben, raten die Tester und Kinderärzte von großen Putzaktionen im Haushalt ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Bettzeug und Mützen am besten bei 60 Grad waschen – gleiches gilt für Kämme und Bürsten.

Außerdem müssen Einrichtungen wie die Schule oder der Kinder­garten über den Lausbefall informiert werden. Und noch eine beruhigende Info zum Schluss: Schämen muss sich niemand. Mit mangelnder Hygiene haben Kopf­läuse rein gar nichts zu tun.

Von Teresa Nauber und Carolin Burchardt

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