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18:15 13.11.2017
Alles sicher überwacht? Irrtum. Keine der 16 von Stiftung Warentest geprüften Kameras schützt die Privatsphäre gut. Quelle: dpa
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Hannover

Sie verhindern keinen Einbruch, haben oftmals aber eine abschreckende Wirkung: Überwachungskameras am und im Haus springen an, sobald sich etwas bewegt, ein Großteil sogar schon, wenn ein Geräusch vernommen wird. Sie zeichnen auf, was sich rund um das Haus oder im Wohnzimmer und Co. abspielt. Per Alarm wird der Hauseigentümer über das Smartphone informiert. So weit, so vielversprechend. Wichtig an dieser Stelle: Im Außenbereich darf die Überwachung nur den eigenen Grund und Boden erfassen – so sieht es der Gesetzgeber vor.

Es hakt beim Datenschutz

Wie zuverlässig Überwachungskameras tatsächlich arbeiten, hat die Stiftung Warentest geprüft – mit ernüchterndem Ergebnis. So viel sei vorab verraten. Denn: Keine der 16 getesteten Kameras schützt die Privatsphäre gut. Nur zwei haben sowohl bei dunklen als auch bei hellen Witterungsverhältnissen zufriedenstellende Bilder geliefert, mitunter waren Gesichter verwischt oder verfärbt. Nur eine Kamera war einfach im Handling. Besonders hakt es allerdings beim Thema Datenschutz: So schön der Blick via App in den eigenen Garten oder das Wohnzimmer auch ist, er muss vor Angreifern sicher sein. Nur die Kamera des Herstellers D-Link für draußen sichert die Daten gut. Allerdings überträgt ihre App die Anmeldedaten unverschlüsselt.

Testsieger in sämtlichen Kategorien war die Nest Cam Outdoor, im Handel für etwa 170 Euro erhältlich – mit einer Einschränkung: Die Cloud zum Speichern der Aufnahmedaten ist nach einer Testphase von 30 Tagen kostenpflichtig. Positiv: Die Kamera schaltet sich automatisch ab, sobald sie das Smartphone mit der Steuerungs-App zu Hause ortet.

Empfehlenswert: Die Nest Cam Outdoor überzeugte die Warentester in nahezu allen Bereichen. Quelle: Hersteller
Finger weg: Wegen des mangelhaften Datenschutzes fiel die Technaxx beim Test durch. Quelle: Hersteller

Manche Kamera lädt zum Ausspähen ein

Ausgesprochen unsicher sind die Kameras Instar und Technaxx. Deren Anbieter geben triviale Anmeldedaten vor, etwa „admin“ als Nutzername und „instar“ oder „admin“ als Passwort. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, vergibt individuelle Anmeldedaten. Techniklaien sollten dazu aufgefordert werden, wenn sie die Kamera einrichten. Das machten die Apps von Instar und Technaxx aber nicht, dafür gab es von den Warentestern die Note „mangelhaft“.

Besonders fatal: Fremde bekommen so Zugriff auf unsichere Überwachungskameras und können deren Besitzer ausspähen. So hatten auch die Tester im Testzeitraum Einblick in ein Schlafzimmer in Asien, zudem war die Überwachung einer Garagenauffahrt in Mannheim möglich. Statt abschreckend zu wirken, kommt dieser Zustand eher einer Einladung für potenzielle Einbrecher gleich.

Positiv: Einige Kameras speichern die Aufnahmen in einer Cloud auf Amazon-Servern. So sind die Aufnahmen auch noch verfügbar, wenn Einbrecher die Kamera ebenfalls gestohlen oder zerstört haben.

Tipp

Achten Sie beim Kamerakauf darauf, dass die aufgezeichneten Daten nicht nur ausschließlich auf einem USB-Speicher oder einer Speicherkarte gesichert werden. Da gerade im Innenbereich die Überwachungskameras häufig direkt mit entwendet werden, ist die Datenspeicherung in einer Cloud sicherer – nicht jedes Modell bietet diesen Dienst an. Weiterhin wichtig: Nicht jede Kamera löst auch bei Geräuschen aus – wem dieses Feature wichtig ist, der sollte beim Kauf darauf achten, dass die Kamera nicht ausschließlich bei Bewegungen mit der Aufzeichnung beginnt.

Von RND

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